Glückliche Gesichter beim PRIX EUROPA 2019 / Der europäische Medienwettbewerb verleiht 16 Preise





450 geladene Gäste, Hochspannung bis zum Schluss
und 16 glückliche Gewinner: Am Freitagabend wurden in Potsdam
Auszeichnungen an Medienschaffende aus ganz Europa vergeben. Einer
der Höhepunkte war die Ernennung des Europäischen Journalisten des
Jahres. Unter großem Applaus ging der Ehrentitel an Armin Wolf,
politischer Fernsehjournalist und Moderator der Nachrichtensendung
ZIB2 im ORF, der in der letzten Zeit wiederholt für seine kritischen
Fragen als Journalist angegriffen worden war. Einer der Gründe, aus
denen die Menschenrechtsorganisation Reporter ohne Grenzen Österreich
auf der Weltrangliste der Pressefreiheit um fünf Plätze zurückgestuft
hat.

In seiner Dankesrede attackierte Armin Wolf Eingriffe von Seiten
der Politik ins Mediengeschehen. „Sobald sie an der Macht sind,
versuchen Populisten, Kontrolle über einflussreiche Medien zu
gewinnen, wie man das auf erschreckende Art und Weise in Ungarn
miterleben kann oder in Österreich, wo versucht wurde die
Rundfunkgebühren abzuschaffen.“ Doch er warnt Journalisten davor, die
eigene Arbeitsweise an derartige Methoden anzupassen. „Wir müssen
unsere Arbeit machen, so professionell, gewissenhaft, verlässlich und
fair wie wir können.“ PRIX EUROPA Präsidentin Cilla Benkö,
Intendantin von Sveriges Radio, richtete zuvor klare Worte an Armin
Wolf und alle anderen Medienschaffenden im Saal: „Wir brauchen
Journalistinnen und Journalisten, die unangenehme Frage stellen. Die
persönliche Risiken eingehen und ihren Job aufs Spiel setzen. Und die
in einen Dialog treten, welcher der Wahrheitsfindung und der
Information des Publikums dient.“

Nicht nur die Pressefreiheit ist derzeit auch in Europa in Gefahr,
auch das Konstrukt Europa selbst. rbb Intendantin Patricia
Schlesinger fragte in ihrer Eröffnungsrede: „Was eigentlich hält uns
in diesen Tagen zusammen: uns Europäer?“ – um selbst zu antworten –
„die Kultur ist es, ja, die Kultur zeichnet uns aus.“ Und gerade die
Medien spielen hierbei eine wichtige Rolle. Der PRIX EUROPA versteht
sich als Austauschplattform für Medienschaffende des gesamten
Kontinents, sie entscheiden jedes Jahr gemeinsam, welche Programme
als Europas Beste nach Hause gehen.

Der Titel Bester Europäischer Film zum Thema kulturelle Vielfalt
ging in die Schweiz für „But when mommy is coming?“, eine
Dokumentation über einen syrischen Vater, der seine Frau im Irak
zurücklassen musste, um ihren behinderten Sohn zu retten. Zum besten
Dokumentarfilm gekürt wurde eine europäische Koproduktion, die von
den Schweden eingereicht worden war: In „The Raft“ geht es um ein
fragwürdiges Menschen-Experiment aus den 70er Jahren, dessen
Teilnehmer sich nach über 40 Jahren noch einmal wiedertreffen.
Ebenfalls nach Schweden geht der Titel Beste Europäische
Fernsehinvestigation: „Mission Investigate: Deceptive Diplomacy
Sweden“ deckt die Verbindung von Mitgliedern der kongolesischen
Regierung zum Mord an zwei UN-Experten auf. Beste Europäische
Fernsehserie wurde die finnische Produktion „Invisible Heroes
Finland“, über zwei Diplomaten, die in den 70er Jahren über 2000
Chilenen vor dem Militärputsch retteten. Das diesjährige beste
Fernsehdrama heißt „Care“ und kommt aus dem Vereinigten Königkeit. Es
erzählt die Geschichte einer alleinerziehenden Mutter im Kampf mit
dem britischen Gesundheitssystem.

Im Radiobereich wurde mit besonderer Spannung die Auszeichnung des
neuen Serienpreises für die Beste Europäische Radiodokumentation
erwartet. Freuen durften sich hier die Norweger, die mit „Lord of the
Ring Pulls“ gewonnen haben, eine spannende Serie auf den Spuren von
Dosenteilen, die in Thailand für ein humanitäres Projekt recycelt
werden. Bestes Europäisches Radiofeature des Jahres darf sich „A
Sense of Quietness“ aus Großbritannien nennen, ein einfühlsames Stück
über Frauen, die um das Recht auf Abtreibung kämpfen. Auch der Titel
Beste Radioinvestigation gehört ab sofort den Briten, die in „The
Puppet Master“ in den Hinterzimmern der Macht in Putins Russland
recherchieren. Der Preis für das beste Musikprogramm ging nach Polen
für „The Man Who Sings From The Heart“, das die Geschichte eines
armenischen Sängers im Exil erzählt. Im Hörspiel haben mit
„Höllenkinder“ die Österreicher gewonnen: der innere Monolog einer
Frau, die an ihrem 80. Geburtstag innerlich überkocht. Der
Hörspiel-Serienpreis begibt sich auf die „Desire Paths“, die Wege,
über die eine junge Französin ihr eigenes sexuelles Begehren
entdeckt.

Im Bereich Digitale Medien gab es dieses Jahr viele Neuerungen:
Zwei Nachwuchspreise wurden erstmals vergeben: Der Digital Audio
Rising Star ging an das deutsche Hörspiel „Helena“, der Online Media
Rising Star ging an die Schweizer Web-Dokumentation „Stand-Up“.
Außerdem wurde auch der bisherige Online-Award aufgesplittet in zwei
Auszeichnungen: Als Bestes Europäisches Online Media Projekt wurde
das dänische Web-Angebot für Kinder „ultra:bit“ ausgezeichnet und der
Titel Bestes Europäisches Digital Audio Projekt, ging in die
Tschechische Republik für „Project 68“, eine Crossmedia-Produktion
über die Besetzung des tschechischen Rundfunks und die
Niederschlagung des Prager Frühlings.

Auf der Homepage des PRIX EUROPA gibt es eine Übersicht über alle
Gewinner sowie Ausschnitte aller Gewinner-Programme.

Pressekontakt:
PRIX EUROPA Pressebüro:
Annika Erichsen und Nicola Spehar
+49 (0)30 97 99 31 09 15
press@prixeuropa.eu

Gerne können Filmmaterial, Fotos, Laudationen und weitere Materialien
für Pressezwecke kostenlos zur Verfügung gestellt werden.

Original-Content von: PRIX EUROPA, übermittelt durch news aktuell

veröffentlicht von am 11. Okt 2019. gespeichert unter Medien/Unterhaltung. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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