Gewaltopfer Kader K. aus Hameln live bei stern TV: „Dass ich noch lebe, ist ein Wunder“





Die grausame Attacke auf ihr Leben hatte bundesweit
für Empörung gesorgt: Im November 2016 wurde Kader K. aus Hameln im
Streit von ihrem Ex-Mann mit Messerstichen und Axthieben attackiert,
anschließend band er ihr einen Strick um den Hals und schleifte ihren
Körper an der Anhängerkupplung seines Autos mehrere hundert Meter
weit hinter sich her. Der zweijährige Sohn der beiden saß mit im
Wagen. Wie durch ein Wunder überlebte die damals 28-Jährige das
Martyrium. Am Mittwoch äußerte sich Kader K. bei stern TV erstmals
live zu den grausamen Ereignissen vor knapp anderthalb Jahren. „Dass
ich noch lebe, ist ein Wunder, das ich dem lieben Gott verdanke“,
sagte die 29-Jährige im Gespräch mit Steffen Hallaschka.

Auch 14 Monate nach der Attacke ihres Ex-Mannes leidet Kader K.
noch unter Schmerzen und anderen körperlichen Folgen des Angriffs:
„Mein Rücken schmerzt, mein Kopf, die Schultern, der Nacken – und ich
werde sehr schnell kaputt und schlapp. Ich kann nicht mehr lange
stehen.“ Auch ob sie je wieder arbeiten kann, weiß Kader K. noch
nicht. Derzeit streitet sie gemeinsam mit ihrem Anwalt, Roman von
Alvensleben, um Leistungen aus dem Opferentschädigungsgesetz. Diese
Bemühungen verliefen aber, so von Alvensleben, derzeit noch
schleppend: „Der Fall ist noch nicht geklärt. Opfer benötigen mehr
und vor allem schnellere Hilfe. Das ist in unserem Rechtssystem
oftmals ein schwieriger Gang. Noch haben wir nicht die Sicherheit,
die sie braucht.“ Auch von den im Prozess versprochenen 137.000 Euro
Schmerzensgeld sei, so von Alvensleben, noch nichts an Kader K.
geflossen. „Wir müssen Zwangsvollstreckungsmaßnahmen einleiten“,
kündigte der Anwalt bei stern TV an. Dass ihr Ex-Mann kaum Einsicht
zeigt, überrascht Kader K. nicht. Schon bald nach der Hochzeit 2013
hatte ihr Nurretin B. sein wahres Gesicht gezeigt: „Er wollte
Menschen unterdrücken, er war ein Diktator. Er hat Menschen
herumkommandiert und musste immer alles kriegen, was er wollte.“

Nurretin B. hatte sich nach der Tat der Polizei gestellt. Im Mai
2017 wurde er wegen versuchten Mordes zu 14 Jahren Haft verurteilt.
Kader K. leidet an einer posttraumatischen Belastungsstörung.
Regelmäßig träumt sie von dem Mann, der ihr all das angetan hat: „Ich
habe Albträume, in denen ich immer wieder sehe, dass er mich
umbringen will. Ich renne immer weg oder verstecke mich und sehe, wie
er hinter mir herrennt, wie er grinst und sagt: –Ich töte Dich!–
Bevor er mich packt, wache ich auf.“

Eine Therapie hatte Kader K. bereits begonnen, doch sie verspürte
eher eine Verschlechterung ihres Zustandes. Eine neue Therapie will
sie aber so bald wie möglich antreten – auch für ihren Sohn Cudi, der
bei der Tat im Auto des Vaters saß und alles mit ansehen musste: „Ich
möchte mich auf jeden Fall wieder in Therapie begeben, dann aber
ambulant. Für mein Kind kämpfe ich weiter, damit es
Opferentschädigungsrente bekommt, weil es traumatisiert ist.“ Im
November ist ein Buch über die Geschichte von Kader K. erschienen. In
„Novemberwut“ verarbeitet sie die Ereignisse, die ihr Leben verändert
haben. Obwohl die Erinnerung an den Gewaltexzess ihres Ex-Mannes sie
immer wieder schmerzt, geht Kader K. mit ihrer Geschichte an die
Öffentlichkeit. Insbesondere, um anderen Gewaltopfern Mut zu machen.

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veröffentlicht von am 18. Jan 2018. gespeichert unter Fernsehen. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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