Geteilte Medienlandschaft? NDR Medienmagazin „ZAPP“ mit monothematischer Ausgabe zum Tag der Deutschen Einheit





Sendung: Mittwoch, 2. Oktober, 23.20 Uhr, NDR Fernsehen

Wenn der „Spiegel“ titelt „So isser, der Ossi“ oder die ARD ihren
„Brennpunkt“ zur Wahl in Brandenburg und Sachsen unter „Der Osten hat
gewählt“ ausstrahlt, steigt in Antonie Rietzschel und Johannes
Nichelmann Wut auf. Antonie Rietzschel, geboren in Sachsen und nach
Studium und Arbeit im Westen seit zwei Jahren für die „Süddeutsche
Zeitung“ in Leipzig, und Jochen Nichelmann, freier TV- und
Hörfunkautor in Berlin, sind „Wendekinder“. Sie wehren sich gegen
eine pauschale Berichterstattung über „den Osten“ und sehen in den
Beispielen einen Beleg dafür, dass die Perspektive auf die neuen
Länder immer noch von Klischees geprägt sei. Ihre Beobachtungen
gehören zu den Aspekten, die „ZAPP“ 30 Jahre nach dem Mauerfall in
einer monothematischen Ausgabe zu ostdeutschen Medienperspektiven
aufgreift.

Zudem beleuchtet das NDR Medienmagazin am Vorabend des 3. Oktober
auch die Situation direkt nach 1989. Denn kurz nach dem Mauerfall
erlebte die DDR eine Art „Pressefrühling“. Mehr als einhundert
Zeitungen wurden innerhalb weniger Monate gegründet. Viele von ihnen
hießen die „andere“ Zeitung, denn Ziel waren Berichte jenseits von
stromlinienförmigen Phrasen und offiziellen Polit-Erklärungen. Voller
Idealismus stürzten sich Journalisten in die Zeitungsarbeit, doch der
Frühling währte nicht lange: Schnell waren auch die großen Verlage
aus Westdeutschland vor Ort und teilten den neuen Absatzmarkt unter
sich auf. Jan Peter, Mitbegründer der DAZ („Die andere Zeitung“) in
Leipzig, erzählt rückblickend: „Wir haben einfach gar nicht
verstanden, mit welcher Wucht und Macht so ein Wirtschaftssystem, das
auf so einer Stärke beruht wie der D-Mark und der bundesdeutschen
Wirtschaft, diese veraltete DDR hinwegfegt. Und als wir es verstanden
haben, war es zu spät.“ Zwei Jahre später waren die meisten kleinen
Zeitungen wieder verschwunden. „ZAPP“ erzählt die kaum bekannten
Hintergründe auch mit Hilfe von Drehmaterial aus der Wendezeit.

Eine sehr erfolgreiche Neugründung gelang viele Jahre später mit
„Katapult“. Benjamin Fredrich und sein Team entschieden sich vor vier
Jahren entgegen aller Ratschläge der Start-Up-Berater gegen Berlin
und für Greifswald. Von dort aus schicken sie ihr hochwertiges
Grafikmagazin mittlerweile in den gesamten deutschsprachigen Raum.
Bei „Katapult“ lässt sich beobachten, was sonst selten geworden ist
auf dem Zeitschriftenmarkt: Wachstum. Benjamin Fredrich: „Viele große
Verlage fragen uns, wie macht ihr das? Wir wundern uns, die haben ja
Tausend Mitarbeiter und wir 16. Warum fragt ihr uns, wie das geht?
Das müsst ihr doch wissen!“ „ZAPP“ porträtiert die Redaktion.

„Zapp“: Mittwoch, 2. Oktober, um 23.20 Uhr im NDR Fernsehen und
anschließend in der NDR Mediathek

Mehr Infos zur Sendung unter www.NDR.de/zapp
https://www.facebook.com/ZappMM/

Pressekontakt:
Norddeutscher Rundfunk
Presse und Information
Iris Bents
Tel.: 040 / 4156-2304
Mail: i.bents@ndr.de
http://www.ndr.de
https://twitter.com/NDRpresse

Original-Content von: NDR Norddeutscher Rundfunk, übermittelt durch news aktuell

veröffentlicht von am 1. Okt 2019. gespeichert unter Medien/Unterhaltung. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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