Fritz Grünbaums Erben gewinnen monumentalen NS-Raubkunstfall – Wann erfolgt die Rückgabe der 10 österreichischen Schielegemälde?





In einer bahnbrechenden Entscheidung
durch Richter Charles E. Ramos wurden die Werke Egon Schieles „Frau
mit schwarzer Schürze“ und „Frau, das Gesicht verbergend“
den Erben des Holocaust-Opfers Fritz Grünbaum zugesprochen. Der
Fall “ Reif vs. Nagy“ beschäftigt die New Yorker Gerichte seit
November 2015, als der Anwalt Raymond Dowd die Rückgabe der
Kunstwerke an Grünbaums Erben forderte, nachdem sie am Stand des
Galeristen Richard Nagy auf der Kunstmesse „Salon Art + Design Show“
in der Park Avenue Armory in New York City entdeckt wurden.

„Dies ist ein wichtiger Sieg in dem wahrscheinlich wichtigsten
Kunstfall des späten 20. Jahrhunderts“, sagte Rechtsanwalt Raymond
Dowd, Partner bei Dunnington, Bartholow & Miller LLP. „Es ist ein
Sieg für die Opfer des Holocaust, ihre Familien und all jene, die
gekämpft und gestorben sind, um die Übel des Nationalsozialismus zu
beseitigen.“

Fritz Grünbaum, gestorben am 14. Januar 1941 im KZ Dachau, war ein
österreichischer Kabarettist, Operetten- und Schlagerautor,
Regisseur, Schauspieler und Conférencier. Seine umfangreiche
Kunstsammlung von insgesamt 450 Stücken, von denen 80
Schiele-Kunstwerke waren, wurde vollständig durch das Naziregime
geraubt.

„Heute hat meine Familie einen Teil ihrer Geschichte
zurückerobert, der vom Nazi-Regime gestohlen wurde. Wir sind
überglücklich und dankbar, dass Richter Ramos uns geholfen hat, das
Erbe von Fritz Grünbaum zu schützen, der außergewöhnlichen Mut und
Talent gezeigt hat und die moralische und rechtliche Bedeutung der
Rückgabe von NS-Raubkunst an seine rechtmäßigen Erben erkannte „,
sagte Timothy Reif , Testamentsvollstrecker und Erbe Grünbaums.
„Diese Gemälde helfen uns, uns an das Leben derer, die wir lieben, zu
erinnern und zu ehren und uns zu helfen, die jüdische Kultur zu
bewahren, die die Nazis so sehr zu zerstören versuchten.“

Grünbaums Kunstsammlung erregte 1998 internationale Schlagzeilen,
als der New Yorker Bezirksstaatsanwalt Robert M. Morgenthau Egon
Schieles „Tote Stadt III“ – bis heute im Besitz des Leopoldmuseums
-beschlagnahmte. Die Beschlagnahmung und das nachfolgende Verfahren
führte zu einer tiefen Auseinandersetzung darüber, wie Österreich
und andere europäische Staaten Ansprüche auf Raubzüge von
Holocaust-Opfern bearbeiten.

Bis heute weigert sich der österreichische Staat, den Anträgen auf
Restitution der jedenfalls 10 Werke aus der Sammlung Grünbaum, unter
anderem „Tote Stadt III“ (Leopoldmuseum) und „Sitzender weiblicher
Rückenakt mit rotem Rock“ (Albertina), stattzugeben.

„Ich bin unendlich traurig, dass nunmehr 80 Jahre nach dem
Anschluss die Republik Österreich noch immer von Raubkunst aus der
Sammlung Fritz Grünbaum profitiert.“, sagt der österreichische
Erbenvertreter Herbert Gruber, „Die Erben von Fritz Grünbaum
beanspruchen die Aushändigung der geraubten Kunstwerke. Das
Gedenkjahr der Republik muss Anlass für Reflexion, aber auch für
Sühne sein. Der österreichische Staatsvertrag verpflichtet zur
Rückgabe der geraubten Werke.“

Den Originaltext des Urteils sowie die amerikanische
Presseaussendung finden Sie unter:
[https://www.ots.at/redirect/collectiongruenbaum]
(https://www.ots.at/redirect/collectiongruenbaum)

Weitere Informationen und Bilder zur Sammlung:
[http://www.collectiongruenbaum.com/]
(http://www.collectiongruenbaum.com/)

High res downloadbar sind die beiden Werke von Schiele wie folgt

1. Frau mit schwarzer Schürze:
[https://www.ots.at/redirect/dropbox36]
(https://www.ots.at/redirect/dropbox36)
2. Frau, das Gesicht verbergend:
[https://www.ots.at/redirect/dropbox37]
(https://www.ots.at/redirect/dropbox37)

Der österreichische Erbenvertreter Herbert Gruber steht für
Interviews unter +43(1)513-40-84 zur Verfügung.

Rückfragehinweis:
BÜRO FÜR GENEALOGIE
Herbert Gruber
Rauhensteingasse 10/12a
A-1015 Wien PF 293
Tel.: +43(1)5134084
Fax: +43(1)5134084-22
http://www.genealogie.co.at

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/11938/aom

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veröffentlicht von am 9. Apr 2018. gespeichert unter Allgemein, Museen. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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