„Fremder Feind“ gewinnt den Fernsehfilmpreis in Baden-Baden / 3sat-Zuschauerpreis 2018 geht an „Kästner und der kleine Dienstag“ (FOTO)





Der Fernsehfilm „Fremder Feind“ (WDR) gewinnt den Fernsehfilmpreis
der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste beim
FernsefilmFestival in Baden-Baden. Die Begründung der Jury lautet:
„Ein Vater flieht vor seinem Familientrauma an den denkbar
entlegensten Ort – um ausgerechnet dort vom Trauma eingeholt zu
werden. Aus dem inneren Kampf zwischen Verdrängung und insgeheimer
Sehnsucht nach der Nachempfindung dessen, was der Sohn im Krieg
erlebt hat, entsteht ein wahrhaftiges Psychogramm. Eines Menschen,
der den fremden Feind in sich entdeckt, den wir alle in uns tragen,
dem wir aber niemals begegnen wollen. Drehbuch, Regie, Kamera, Musik
und alle anderen Gewerke verabreden sich zur präzisen aber immer
filmischen Erzählung einer Trauerarbeit. Ulrich Matthes und Barbara
Auer öffnen sich in ihrem Spiel auf schmerzhaft ehrliche Weise, um
den Film, bei aller visuellen Größe, zu einer emotionalen Reise zu
machen.“ Ulrich Matthes, Regisseur Rick Ostermann, Drehbuchautorin
Hannah Hollinger und Produzent Marcos Kantis (Schiwago Film) nehmen
den Preis heute Abend entgegen. Jochen Rausch, Autor des Romans
„Krieg“, der als Vorlage des Films diente, wird ebenfalls anwesend
sein.

Zeitgleich zum Wettbewerb in Baden-Baden strahlte 3sat alle zwölf
Wettbewerbsfilme aus. Nun haben die Zuschauerinnen und Zuschauer von
3sat entschieden: „Kästner und der kleine Dienstag“ (ARD
Degeto/WDR/ORF) gewinnt den 3sat-Zuschauerpreis 2018. Erich Kästner
(Florian David Fitz) gelingt mit seinem Kinderbuch „Emil und die
Detektive“ 1929 über Nacht ein Bestseller. Eines Tages steht der
siebenjährige Hans, ein glühender „Emil“-Verehrer vor ihm. Die beiden
freunden sich an. Nach Hitlers Machtergreifung und der Verbrennung
seiner Bücher beendet Kästner, um Hans zu schützen, den Kontakt.

Der diesjährige Sonderpreis der Jury für herausragende
darstellerische Leistungen wird zu gleichen Teilen an Elisa Schlott
und Hassan Akkouch verliehen. „Kein geteilter Preis, sondern ein
doppelter für Elisa Schlott und Hassan Akkouch in dem Film –Fremde
Tochter– (SWR)“, begründet die Jury ihre Entscheidung. „Die beiden
jungen Darsteller machen diesen kontrastierenden Parcours der Liebe
durch alle Distanzen und Fallstricke der hinderlichen Kulturen zu
einem intensiven Erlebnis und staunenswerten Kraftakt.“ Mit einem
Sonderpreis für die Regie von „Tatort – Die Musik stirbt zuletzt“
(SRF) wird Dani Levy ausgezeichnet. „Der Regisseur hat diesem Film
seinen ureigenen Rhythmus auferlegt. Er scheucht uns auf, nimmt uns
an die Hand und zwingt uns Schritt zu halten. Atemlos bestaunen wir
eine organisatorische und handwerkliche Höchstleistung, die
stilistisch alle Grenzen durchbricht, an die wir uns bei
Fernsehfilmen gewöhnt haben“, so die Jury. „Der Film hat eine
Bedeutung, die weit über das Medium hinausragt. Und das wünschen wir
uns vom Fernsehfilm, genauso wie stilistisch innovative Einfälle. Die
Auszeichnung dieses Filmes ist eine Aufforderung an Regisseure aber
auch an Redakteure nicht auszuruhen und vermeintlich Erfolgreiches
und Funktionierendes zu wiederholen, sondern immer wieder große
Anstrengungen zu unternehmen, um diese ausgetretenen Wege zu
verlassen.“ Mit einer Lobenden Erwähnung zeichnet die Jury den Film
„Unterwerfung“ aus. „Der Film von Titus Selge ist die raffinierte
Neuerfindung des Fernsehens aus dem Geiste der Literatur Michel
Houellebecqs: In einer so kühnen wie künstlerisch überzeugenden
Komposition schiebt Unterwerfung die verschiedensten Erzählformen
ineinander: Romanverfilmung, Bühnenadaption, Schauspielerporträt und
Dokumentarmaterial.“

Zur Jury gehörten dieses Jahr unter dem Vorsitz von Bettina Reitz,
Präsidentin der HFF München, Autor und Regisseur Oliver Kienle,
FAZ-Redakteurin Sandra Kegel, Regisseurin Julia von Heinz sowie
Regisseur und Produzent Michael Verhoeven. Der Studierendenpreis der
Studenten der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg, der
Hochschule für Fernsehen und Film München sowie der Filmuniversität
Babelsberg KONRAD WOLF geht an das Drehbuch des ORF-Beitrags „Die
Notlüge“ mit der Begründung: „Wir sehen einer Patchwork-Familie zu,
die aus Fleisch und Blut, Herz und Hirn gemacht ist und von einer
Autorin kreiert wurde, die es versteht, sich in jedes Mitglied ihres
Figurenensembles differenziert hineinzuversetzen, was insofern
bemerkenswert ist, als es sich um ihr Debüt-Drehbuch handelt. Das
wollen wir besonders würdigen und vergeben deshalb unseren Preis an
Pia Hierzegger für das beste Drehbuch zu –Die Notlüge–.“ Für
„besondere Verdienste im Bereich Fernsehfilm“ wird heute Abend die
Leiterin der ZDF-Redaktion „Das kleine Fernsehspiel“ Claudia Tronnier
mit dem Hans Abich Preis, dem Ehrenpreis des Festivals,
ausgezeichnet.

Ansprechpartnerinnen: Claudia Hustedt, Telefon: 06131 – 70-15952;
Presse-Desk, Telefon: 06131 – 70-12108, pressedesk@zdf.de
Michaela Niemeyer, Telefon: 0170 – 638-4638,
niemeyer@fernsehfilmfestival.de

Fotos zum Gewinnerfilm „Kästner und der kleine Dienstag“ sind
erhältlich über ZDF Presse und Information, Telefon: 06131 –
70-16100, und über
https://presseportal.zdf.de/presse/3satzuschauerpreis

Das Fernsehfilm-Festival Baden-Baden im Internet:
www.fernsehfilmfestival.de

Der 3sat-Zuschauerpreis im Internet: www.3sat.de/zuschauerpreis

3sat – das Programm von ZDF, ORF, SRG und ARD

Pressekontakt:
Zweites Deutsches Fernsehen
HA Kommunikation / 3sat Pressestelle
Telefon: +49 – (0)6131 – 70-12121

Original-Content von: 3sat, übermittelt durch news aktuell

veröffentlicht von am 30. Nov 2018. gespeichert unter Medien/Unterhaltung. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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