„Free Pussy Riot“ – Wie der Prozess Russlands Kunstszene in Aufruhr versetzt





Vier junge Frauen in Wollmaske und
Konstruktivistinnenkostüm kreischten ihren Zorn über die Allianz von
Kirche und Staat im Putin-Russland raus: 41 Sekunden dauerte das
Punkgebet von „Pussy Riot“ in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale.
Selten wurde eine politische Kunstaktion so knallhart und effektiv
durchgezogen, hat die Aufmerksamkeit der Welt und des Landes
gebündelt – und ganz nebenbei noch die Wut und den Witz der
erschlafften Punk-Bewegung revitalisiert und das aufständische,
utopische Potenzial der russischen Kunst dazu. Selten wurde eine
Kunstaktion so bitter bezahlt. Nach einem unwürdigen Prozess sitzen
zwei der Künstlerinnen, Nadeschda Tolokonnikowa und Marija Aljochina,
für zwei Jahre in Lagerhaft.

art erzählt in der Titelgeschichte der Dezemberausgabe „Die
Wollmasken-Revolution“, wie sich die russische Kunstszene in der
bleiernen Putin-Zeit neu formiert, mutig, wild und schlau alle
Chancen nutzend.

Dazu gehört auch die Illustratorin Viktoria Lomasko, die mit ihren
Zeichnungen den „Pussy-Riot“-Prozess dokumentiert und zur Solidarität
auffordert. Von ihr stammt das Bild auf der Titelseite der aktuellen
art-Ausgabe. Oder Aidan Salachowa, die ihre Moskauer Galerie aufgab,
um stattdessen mit Kunstprojekten zur weiblichen Selbstbestimmung und
mit Kritik am islamischen Frauenbild Aufsehen zu erregen. Auch Piotr
Wersilow verbringt derzeit seine Tage und Nächte damit,
Solidaritätsaktionen für die inhaftierten Musikerinnen zu
organisieren. Er ist der vielbeschäftigte Ehemann der
„Pussy-Riot“-Aktivistin Nadeschda Tolokonnikowa. Darauf lässt er sich
allerdings nicht reduzieren: Er selbst initiiert provokative Aktionen
und ist Mitglied des Künstlerkollektivs „Wojna“, übersetzt „Krieg“.
„Wenn du dich wirklich um deine Familie sorgst, dann musst du Putin
nach Kräften bekämpfen. Tust du das nicht, so müssen deine Kinder in
der Kloake namens Russland aufwachsen.“

In Sachen „Pussy Riot“ ist er sich sicher: „Heute werden die
formalen Aspekte des –Punkgebets– noch von der überwältigenden
Resonanz überschattet, aber mit der Zeit wird man auch die
künstlerische Qualität jenseits von Provokation begreifen.“

art ist Europas größtes Kunstmagazin und Marktführer im Segment
der Kunstzeitschriften. Die monatlich erscheinende Zeitschrift
informiert auf journalistisch anspruchsvolle, verständliche und
unterhaltsame Weise über alle wichtigen Ereignisse, Entwicklungen und
neuen Trends der internationalen Kunstszene. Neben Malerei, Plastik
und Architektur wird auch über jüngere Gattungen wie Fotografie,
Videokunst, Design und CrossCulture berichtet.

Pressekontakt:
Maike Pelikan
art Kommunikation
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Internet www.art-magazin.de

veröffentlicht von am 23. Nov 2012. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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