“Ernährung ist heute eine Art identitätsstiftender, wertebasierter Religionsersatz”: Interview mit Dr. Manon Sarah Littek und Volker Weinlein, Chefs der Beteiligungsgesellschaft Katjesgreenfood.





Nachhaltige Ernährung ist eins der Riesenthemen
unserer Zeit – ein Markt, in dem mit Katjesgreenfood auch eine
rechtlich eigenständige Schwestergesellschaft des Süßwarenherstellers
Katjes mitmischt. Die 2016 gegründete Beteiligungsgesellschaft strebt
als “Food Impact Investor” langfristig angelegte
Minderheitsbeteiligungen auf dem Markt für nachhaltige,
pflanzenbasierte Lebensmittel an und will so laut Eigenaussage die
“Food-Revolution maßgeblich voranbringen”. Antreiber dabei sind Chief
Executive Officer Dr. Manon Sarah Littek und Chief Marketing Officer
Volker Weinlein: sie spezialisiert auf Venture Capital, er auf Marke
und Marketing.

“Katjes hat früh erkannt, dass im gesamten Food-Markt ein Wandel
stattfindet und die Konsumenten der nächsten Generation andere
Prioritäten bei der Ernährung setzen. Bei Katjesgreenfood
beschäftigen wir uns deshalb mit neuen Themen und Bereichen im
Food-Markt. Es ist also ein zusätzliches Standbein der Katjes-Gruppe
und keineswegs substituierend angelegt”, sagt Littek im Interview mit
der Zeitschrift markenartikel. “Das Schöne ist, dass wir als
Familienunternehmen nicht getrieben sind von irgendwelchen
Shareholdern. Wir betreiben keine kurzfristigen Investments, nur um
die Anteile dann nach ein paar Jahren wieder gewinnbringend zu
verkaufen. Unser Ziel ist es vielmehr, langfristig nachhaltige Marken
aufzubauen, weil wir an den Markt glauben.”

Die Managerin macht im internationalen Food-Markt vor allem zwei
große Themen aus: “Da ist erstens die Nachhaltigkeit und damit auch
ganz konkret die Frage, wie man künftig zehn Milliarden Menschen
ernähren kann. Wenn wir weiterhin so konsumieren wie heute, werden
wir ein Riesenproblem bekommen. Bleibt zum Beispiel die
Landwirtschaft so aufgebaut, dass viele Flächen für die Viehzucht
genutzt werden, werden wir künftig mit unseren Wasserressourcen nicht
mehr auskommen. Zudem wird der CO2-Ausstoß durch das Animal Farming
immer größer. All unsere Engagements – wir investieren grundsätzlich
nur in FMCG-Produkte – basieren deshalb auf pflanzlichen
Grundstoffen. Und zweitens hat sich der Stellenwert von Ernährung
verändert – sie ist heute eine Art identitätsstiftender,
wertebasierter Religionsersatz. Damit einhergehend hat es auf
Verbraucherebene eine enorme Individualisierung gegeben, getrieben
von Aspekten wie Gesundheit, Transparenz und Lifestyle.”

Marketingchef Weinlein betont zudem: “Wir haben wieder Gründerzeit
– das ist ein bisschen so wie vor 100 Jahren. Als erstes hat diese
Welle den Digitalbereich erfasst, nun folgt der deutlich größere
Lebensmittelmarkt.” Grundsätzlich setze Katjesgreenfood bei seinen
derzeit neun Engagements auf Minderheitsbeteiligungen – Ausnahmen
sind nur die Kaffeekirsch-Limonade Caté und die Hanfprodukte
Hemptastic -, schließlich bewege man sich im Gebiet des Risk Money –
“Start-ups können natürlich auch nicht funktionieren. Wir werden uns
also im Einzelfall immer ganz genau anschauen, wie stark die
jeweiligen Produkte und Marken sind”.

Pressekontakt:
markenartikel – Das Magazin für Markenführung
Vanessa Göbel
Telefon: +49 (40) 60 90 09-35
goebel@markenartikel-magazin.de

Original-Content von: markenartikel – Das Magazin für Markenführung, übermittelt durch news aktuell

veröffentlicht von am 1. Feb 2019. gespeichert unter Medien/Unterhaltung. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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