Edward Snowden exklusiv im Deutschlandfunküber Exil, Überwachung und Vertrauen in Regierungen





Die beiden Deutschlandfunk-Redakteure Stefan
Koldehoff und Stefan Fries haben für die Mediensendung @mediasres den
36-jährigen Whistleblower Edward Snowden interviewt. In dem einzigen
Interview für einen deutschsprachigen Radiosender kritisierte der
ehemalige CIA-Mitarbeiter, dass es für Quellen investigativer
Recherche immer schwieriger werde. Sein Leben im Exil zeige, welche
Konsequenzen die Entscheidung mit sich bringe.

Darüber hinaus zeigte sich Edward Snowden nicht überrascht davon,
dass CDU-Politiker seinen Wunsch nach Asyl in Deutschland ablehnen.
Dem Deutschlandfunk sagte Snowden, die bekannteste Position der CDU
sei, keine Position zu beziehen. Er verwies darauf, dass die
Politiker von falschen Voraussetzungen ausgingen, was seine mögliche
Strafverfolgung in den USA angehe. Snowden hatte 2013 die massenhafte
Überwachung weltweiter Kommunikation durch die US-Geheimdienste
öffentlich gemacht.

Im Deutschlandfunk sagte der 36-Jährige, ihn erwarte in den USA
kein faires Verfahren, weil das ein Anti-Spionage-Gesetz von 1918
verhindere. Danach dürfe er sich nicht in einem öffentlichen Prozess
vor einer Jury verteidigen. Statt eines ordentlichen Strafverfahrens
drohe ihm politische Verfolgung.

Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag,
Mathias Middelberg, hatte zuvor keinen Zweifel daran geäußert, dass
Snowden ein rechtsstaatliches Verfahren bekomme. Der
CDU-Außenpolitiker Jürgen Hardt sagte, der Verrat von
Strafgeheimnissen in jedem Land der Welt strafbar sei. Snowden sei
kein Held, er habe die Sicherheit seines Landes gefährdet. Snowden
bestreitet das: Die USA hätten seit 2013 keinen Schaden durch seine
Enthüllungen geltend gemacht.

Der ehemalige US-Geheimdienstmitarbeiter war damals zunächst nach
Hongkong geflogen, von wo aus er mit Hilfe von Medien die massenhafte
Speicherung von Kommunikationsdaten durch die USA öffentlich gemacht
hatte. Während seines Weiterflugs nach Moskau annullierte sein
Heimatland seinen Pass, so dass er nicht weiterreisen konnte. Kurz
darauf gewährte Russland Snowden ein vorübergehendes
Aufenthaltsrecht. Er lebe dort zusammen mit seiner Frau ein halbwegs
normales Leben, sagte Snowden im Deutschlandfunk.

Das rund achtzig-minütige Gespräch wurde am 15.09. per
Videoschaltung zwischen Köln und Moskau geführt. Am 17.09. erscheint
Snowdens Buch „Permanent Record“ (S. Fischer Verlag).

Sendehinweise:
Mo, 16.09. (Deutschlandfunk), 15.35 Uhr: @mediasres
Mo, 16.09. (Deutschlandfunk), 19.15 Uhr: Andruck – Das Magazin für
Politische Literatur

Das komplette Interview (Englisch) und weitere Beiträge sind in
der Dlf Audiothek App und auf www.deutschlandfunk.de verfügbar.

Über @mediasres:

Das tagesaktuelle Medienmagazin im Deutschlandfunk liefert
Hintergründe, Analysen und Meinungen zu allen Themen aus der analogen
und digitalen Medienwelt: Pressefreiheit, journalistisches Handwerk,
Medienethik, Strukturwandel, Medienpolitik, Unternehmen und
Personalien, Medienforschung und -pädagogik, Programmbeobachtung.
Montags bis freitags um 15.35 Uhr.

Mehr Informationen: www.deutschlandfunk.de
www.deutschlandfunk.de/mediasres

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Deutschlandradio
Dr. Jörg Schumacher
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Leiter Kommunikatin und Marketing
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veröffentlicht von am 16. Sep 2019. gespeichert unter Medien/Unterhaltung, Radio. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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