DRPR beschliesst neue Beschwerdeordnung /Der Rat will damit schneller, transsparenter und dialogischer Arbeiten





Der DRPR hat eine neue Beschwerdeordnung beschlossen. Der
Grundsatzbeschluss wurde einstimmig auf der letzten Sitzung Ende
Februar 2015 gefasst, danach wurde der Entwurf von Ratsmitgliedes RA
Carsten J. Diercks nochmals leicht angepasst. Die neue
Beschwerdeordnung löst die alte Ordnung aus dem Jahr 2007 ab.

Die Beschwerdeordnung regelt systematischer und konkreter als
bisher Eingangsvoraussetzungen, den Gang des Verfahrens und die
möglichen Maßnahmen, die der Rat beschließen kann.

Eingangsvoraussetzungen und Form der Beschwerde

Neu ist unter anderem die Ausschlussfrist einer Beschwerde.
Demnach hat der DRPR die Möglichkeit, eine Beschwerde, deren
öffentliches Bekanntwerden mehr als ein Jahr vor dem Eingang der
Beschwerde zurückliegt, abzulehnen. „Wir wollen aktueller agieren,
und die Kommunikationswirtschaft nicht mit alten bzw. nicht mehr
aktuellen Fällen konfrontieren“, stellt Prof. Günter Bentele,
Vorsitzender des DRPR, fest. Beschwerdeberechtigt ist grundsätzlich
jede Person oder Organisation. Die Beschwerden müssen schriftlich,
per Brief, Fax oder E-mail eingereicht werden. Auch von sich aus kann
der DRPR Beschwerdeverfahren einleiten.

Detaillierteres Beschwerdeverfahren

Die neue Beschwerdeordnung unterscheidet ein „Vorverfahren“, ein
„Zwischenverfahren“, ein eigentliches „Beschwerdeverfahren“ und die
„Beschlussfassung“. Während im Vorverfahren die Beschwerde nach
bestimmten Regeln eingeleitet wird und im Zwischenverfahren die
Stellungnahme des/der Betroffenen eingeholt wird, wird dann im
eigentlichen Verfahren recherchiert und danach – mit Bezugnahme auf
den Kommunikationskodex und DRPR-Richtlinien ein Beschluss gefasst.
Neu ist u.a., dass Ratsmitglieder, die in der Sache des
Beschwerdefalles befangen sind, an der Behandlung der Beschwerde
nicht mehr teilzunehmen können. Zudem wird auf mehr Zusammenarbeit
mit den Betroffenen gesetzt, die die Möglichkeit bekommen, eine
Erklärung auf künftige Unterlassung der inkriminierten, unethischen
Handlungen zu geben. Damit können Verfahren vom DRPR auch schon vor
einer Sanktion eingestellt werden.

Maßnahmen

Wie bisher kann der Rat Beschwerden zurückweisen, eine Mahnung und
– bei groben Verstößen – eine öffentliche Rüge aussprechen. Eine
Missbilligung kann aus grundsätzlichen Erwägungen heraus und auch
unabhängig von konkreten Beschwerden erfolgen. „Die Missbilligung
gibt uns die Möglichkeit, auch außerhalb von eingereichten
Beschwerdefällen aktuelles Fehlverhalten in der Branche zu
kommentieren“, so Bentele.

Jeder Beschluss wird durch die Geschäftsstelle veröffentlicht und
dokumentiert. Jede Person oder Organisation kann sich beim DRPR über
wahrgenommenes Fehlverhalten beschweren, jede Beschwerde wird geprüft
und ggf. ein Verfahren eingeleitet.

ERKLÄRUNG

Erklärung zum Selbstverständnis und zur Arbeitsweise des DRPR

Der Deutsche Rat für Public Relations (DRPR) ist das Organ der
freiwilligen Selbstkontrolle für das Berufsfeld Public Relations. Der
Rat wird rechtlich und ideell von der Deutschen Public Relations
Gesellschaft (DPRG) e.V., dem Bundesverband deutscher Pressesprecher
(BdP) e.V., der Gesellschaft Public Relations Agenturen (GPRA) und
der Deutschen Gesellschaft für Politikberatung e.V. (de–ge–pol) im
Trägerverein des Deutschen Rates für Public Relations e.V. getragen.
Ratsmitglieder sind Branchenexperten aus Unternehmen, Verbänden,
Agenturen und anderen Organisationen. Die Arbeit des Rats basiert auf
dem Deutschen Kommunikationskodex und anderen, aktuellen Kodizes. Der
DRPR handelt in Verantwortung gegenüber dem gesamten Berufsfeld. Die
Ratsmitglieder arbeiten unabhängig und sind nur sich selbst und ihrem
Gewissen verpflichtet.

Die primäre Aufgabe des DRPR ist es, Missstände und Fehlverhalten
bei der Kommunikation mit Öffentlichkeiten zu benennen und
gegebenenfalls zu rügen. Der DRPR bearbeitet dabei alle Fälle, die in
Form von Beschwerden an ihn herangetragen werden oder die er (z.B.
aufgrund von Medienberichterstattung) in Eigeninitiative an sich
zieht. Der Rat behält sich vor, Fehlentwicklungen in der Branche
aktiv anzusprechen und sich ggf. mit öffentlichen Stellungnahmen in
die Diskussion einzumischen.

Hat der Rat einen Fall zur Bearbeitung angenommen, wird immer der
aktuelle Sachstand zum Thema nach der jeweiligen Quellenlage
recherchiert. Alle daran beteiligten Organisationen oder
Einzelpersonen werden um Stellungnahmen zu den Beschwerden gebeten.
In Einzelfällen und bei besonders komplexen Themen erfolgt eine
mündliche Anhörung im Rat. Im Anschluss daran bildet sich der Rat
eine Meinung und entscheidet mehrheitlich. Wenn eine Rüge oder eine
Mahnung ausgesprochen wird, so geschieht dies als wohlbegründete
Meinungsäußerung und darf nicht mit dem Urteil eines Gerichtes
verwechselt werden.

Kontakt:

Geschäftsstelle des Deutschen Rates
für Public Relations
c/o Prof. Dr. Günter Bentele
Institut für KMW, Universität Leipzig
Postfach 100920
04009 Leipzig
Tel. 0341-9735 751
Fax 0341-9735 749
E-Mail: info@drpr-online.de
www.drpr-online.de

getragen von
DPRG GPRA BDP de–ge–pol
Trägerverein des Deutschen Rates für Public Relations e.V.
Oberwallstraße 24
10117 Berlin
Vorsitzender Dr. Jörg Schillinger
Stellv. Prof. Dr. Alexander Güttler
Vereinsregister Berlin VR 31817 B

veröffentlicht von am 28. Mai 2015. gespeichert unter Medien/Unterhaltung. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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