Diestel und Krause: zwei ostdeutsche Biographien, eine Freundschaft (FOTO)





Günther Krause und Peter-Michael Diestel waren zwei zentrale Figuren in den bewegten Monaten zwischen Mauerfall und deutscher Einheit – deren Wege sich seither immer wieder kreuzten. “Mein Freund Günther” beleuchtet zwei bewegten Karrieren, zeichnet den Weg von ärgster Rivalität zu tiefster Freundschaft eindrucksvoll nach und erzählt dabei ein Stück deutsch-deutscher Geschichte. Der Film ist am 11. August um 22.10 Uhr im MDR-Fernsehen zu sehen.

Der eine war der letzte DDR-Innenminister, der andere handelte für die Ostdeutschen den Einheits-Vertrag aus. Peter-Michael Diestel und Günther Krause haben bemerkenswerte Karrieren vorzuweisen, die nach der friedlichen Revolution nicht verschiedener hätten verlaufen können. Gespickt mit historischen Aufnahmen zeichnet der Film “Mein Freund Günther” ihre Lebenswege nach und zeigt, wie aus erbitterten Rivalen Freunde wurden.

Günther Krause machte Karriere als Bundesminister – der “Vorzeige-Ossi” im Bonner Einheits-Betrieb. Doch der Höhenflug währte nur von 1990 bis 1993: Putzfrauen-, Geländewagen-, Flug- und Umzugsaffäre zählen zu den Stationen seiner bewegten politischen Laufbahn. Auch als Unternehmer war “Sause-Krause” wenig erfolgreich. Seinen absoluten persönlichen Tiefpunkt hatte er im Jahr 2018, als er über ein Jahr lang in einer unbezahlten Villa in Mecklenburg wohnte – und schließlich aus dem Haus geklagt wurde.

Daran konnte Krauses damaliger Anwalt auch nichts mehr ändern: Niemand Geringeres als der letzte DDR-Innenminister Peter-Michael Diestel vertrat den ehemaligen Bundes-Verkehrsminister. Nach der Wende hatte er sich als Anwalt prominenter ostdeutscher Mandanten einen Namen gemacht – und als Präsident des FC Hansa Rostock. Dort geriet er auch mit Krause aneinander, der dem Verein Geld schuldete. Eine Fehde, die beide zu Erzrivalen machte. Und während Krause mit seinen Firmen immer wieder durch verschwundene Gelder, Veruntreuung und Betrugsvorwürfe auffiel, sah man “PMD” stets lächelnd und gut gebräunt mit den Reichen, Schönen und Beliebten des Ostens.

Und doch folgte die Versöhnung – nicht zuletzt auf Drängen Helmut Kohls: “Ihr habt doch zusammen im Schützengraben der Einheit gelegen”, redete dieser Diestel ins Gewissen. Und Diestel wurde zu Günther Krauses Anwalt, bewahrte ihn in der Folge sogar vor dem Gefängnis. Aus dem Anwalt-Klienten-Verhältnis entwickelte sich so eine tiefe Freundschaft. In Peter-Michael Diestels Worten: “Als ich Günther Krause in den letzten ein, zwei Jahren vertreten habe … wie Leim. Das ist unvorstellbar.”

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veröffentlicht von am 7. Aug 2020. gespeichert unter Fernsehen. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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