Die Verteidigung der Meinungs- und Pressefreiheit ist Bürgerpflicht / Gemeinschaftsaktion der Verlegerverbände in Deutschland, Luxemburg, Österreich und der Schweiz





Ein demokratisch verfasstes Europa braucht eine
freie, selbstbewusste Presse. Medienmacher dürften sich durch
islamistischen Terror wie die Attentate von Paris und Kopenhagen oder
die Anschläge extremistischer Gesinnungstäter gegen Journalisten und
Verlagshäuser weder provozieren noch verschrecken lassen. Das
erklärten die Präsidenten der deutschsprachigen Verlegerverbände
anlässlich ihres Treffens am 16. April in Luxemburg.

Allerdings sei die Verteidigung des Rechts auf Meinungs- und
Pressefreiheit nicht allein Sache von Verlegern und Journalisten,
betonten die Vertreter von Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger
(BDZV), Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ), Schweizer Medien
und Luxemburgischer Verlegerverband. „Alle Demokraten sind jeden Tag
aufs Neue gefordert, auf der Pluralität der Meinungen zu bestehen –
und auf der Freiheit, sie zu äußern.“ An die Politik richteten die
Verbandspräsidenten den Appell, die Rahmenbedingungen für die Arbeit
einer freien und unabhängigen Presse zu sichern. Sorgen bereite
beispielsweise die geplante Datenschutzverordnung, die große
Unternehmen bevorzugen könnte. Das Wettbewerbsverfahren gegen Google
müsse endlich zu einem guten Ende geführt werden. Es gelte, das
Urheberrecht in Europa zu stärken. Ferner müsse der höhere
Mehrwertsteuersatz bei elektronischen Produkten an den reduzierten
Satz der gedruckten Presse angepasst werden.

Im Vorfeld des Internationalen Tags der Pressefreiheit (am 3. Mai)
haben die deutschsprachigen Verlegerverbände eine gemeinsame Anzeige
für die Pressefreiheit angekündigt, die allen Zeitungen in
Deutschland, Österreich, der Schweiz und Luxemburg zum Abdruck in der
Wochenendausgabe am 2./3. Mai angeboten wird. Die Anzeige kann ab 20.
April vom Webserver des BDZV heruntergeladen werden. Das Sujet wurde
von der Wiener Agentur Lowe GGK realisiert.

„Deutschland ist eines der wenigen Länder weltweit, in denen das
Recht auf Meinungs- und Pressefreiheit nicht nur im Grundgesetz
verankert ist, sondern täglich gelebt wird“, sagte dazu
BDZV-Präsident Helmut Heinen. „Doch auch hier gibt es Attacken auf
das freie Wort, werden Journalisten beleidigt, bedroht oder sogar
tätlich angegriffen, nur weil sie ihre Arbeit tun. Wir wehren uns
gegen jeden Versuch, die freie Presse mundtot zu machen.“

„Die Einschränkung der Pressefreiheit hat viele Gesichter“, so
Alvin Sold, Präsident des Luxemburger Verlegerverbands A.L.E.J.
„Leider erleben wir auch in modernen Demokratien, wie immer wieder
versucht wird, die freien Medien durch wirtschaftlichen Druck oder
den Entzug von Mitteln in ihren Grundfesten zu erschüttern. Echte
Demokraten müssen beherzt für die Lebensfähigkeit der Presse
eintreten. Nur so garantieren sie eine lebendige, bürgernahe
Demokratie.“

„Der schreckliche Anschlag auf das Pariser Satiremagazin –Charlie
Hebdo– hat Europas Wahrnehmung auf die Pressefreiheit verändert.
Heute ist das Bewusstsein größer, dass es unverzichtbar ist, für die
Pressefreiheit Tag für Tag einzustehen“, betonte VÖZ-Präsident Thomas
Kralinger und ergänzte: „Jedoch zeigen aktuell die Cyberangriffe auf
den französischen Fernsehsender TV5 und die belgische Mediengruppe
Rossel, dass sich für Medien ganz neue Bedrohungsszenarien auftun.
Die Pressefreiheit braucht unabhängige Zeitungen und Magazine, die
auf wirtschaftlich gesunden Beinen stehen und Journalisten, die sich
nicht unter Druck setzen lassen. Das ist auch hierzulande keine
Selbstverständlichkeit und dafür müssen wir weiter kämpfen.“

„Die Bundesverfassung der Schweiz schreibt ausdrücklich die
Presse- und Meinungsfreiheit vor“, sagte Hanspeter Lebrument,
Präsident des Verbands Schweizer Medien. „Es ist ein Freiheitsgut,
dem zu Recht ein hohes Gewicht beigemessen wird. Die Schweiz gehört
mit zu jenen Ländern, die sich dafür einsetzen, dass Presse- und
Meinungsfreiheit weltweit zu einem Gut jedes Menschen werden.“

Pressekontakt:
Hans-Joachim Fuhrmann
Telefon: 030/ 726298-210
E-Mail: fuhrmann@bdzv.de

Anja Pasquay
Telefon: 030/ 726298-214
E-Mail: pasquay@bdzv.de

veröffentlicht von am 20. Apr 2015. gespeichert unter Medien/Unterhaltung. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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