Die Initiative –Dokumentation bedrohter Sprachen– zieht Bilanz





Seit 2000 hat die VolkswagenStiftung 28 Mio. Euro für sprachwissenschaftliche Projekte in 71 Regionen auf allen Kontinenten bewilligt. Vom 5. – 7. Juni 2013 werden sich in Hannover mehr als 150 Experten aus aller Welt mit dem Ertrag der Förderinitiative auseinandersetzen und eine Agenda für die Zukunft entwerfen.

In weniger als 100 Jahren, so schätzt die UNESCO, wird die Hälfte der heute noch etwa 6500 Sprachen ausgestorben sein. “Großsprachen” wie Chinesisch, Englisch, Spanisch und Portugiesisch dominieren die Welt. Schon haben Dreiviertel aller übrigen Sprachen eine so geringe Sprecherzahl, dass diese in Summe gerade mal ein Prozent der Menschheit ausmachen.

Wenn aber eine Sprache stirbt, dann stirbt letztlich ein Stück des kulturellen Gedächtnisses der Menschheit. Deshalb initiierte die VolkswagenStiftung 1999 das damals einmalige Programm “Dokumentation bedrohter Sprachen” (DobeS). Seither wurde mit Fördermitteln die Dokumentation von rund 100 Sprachen ermöglicht, von Nordostsibirien bis zu den Marquesa-Inseln.

Ziel der Förderinitiative ist es, in ihrer Existenz bedrohte Sprachkulturen so weit zu erfassen, dass spätere Generationen anhand des dokumentierten Materials die ganze Sprache beschreiben können. Zentral gespeichert und für die Nutzung in Wissenschaft und Öffentlichkeit aufbereitet, werden die Materialien in einem einmaligen digitalen Archiv: dem DobeS Portal des “Language Archive” im niederländischen Nijmegen.

Vom 5. bis 7. Juni 2013 versammeln sich Projektbeteiligte und Experten aus aller Welt in Hannover, um eine Bilanz der Förderinitiative zu ziehen und eine Agenda für die Zukunft zu definieren. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie unter “Internationale Konferenz zur Dokumentation bedrohter Sprachen”.

Einen Einblick in ihren Forscheralltag auf der Südseeinsel Ambrym geben die Anthropologin Soraya Hosni und ihre Kollegen im Videoportal sciencemovies.de. Auf Ambrym sprechen weniger als 1000 Menschen das vom Aussterben bedrohte “Daakaka”. Mehr dazu unter: “Wer spricht noch Daakaka?”

Bildunterschrift: Der Sprachwissenenschaftler Sebastian Drude befasst sich mit der brasilianischen Indianersprache Awetí und dokumentiert nicht nur die Traditionen und Mythen sondern auch das alltägliche Leben für die kommenden Generationen. (© DOBES-Aweti-Projekt / Sebastian Drude)

Jens Rehländer

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veröffentlicht von am 10. Mai 2013. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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