„Deutscher Dokumentarfilmpreis 2018“ für „Of Fathers and Sons“ (FOTO)





Verleihung am 29. Juni 2018 in Stuttgart im Rahmen des SWR Doku
Festivals / insgesamt 37.000 Euro Preisgeld

„Deutscher Dokumentarfilmpreis 2018“: Die Gewinner der vom
Südwestrundfunk (SWR) und der MFG Filmförderung Baden-Württemberg
vergebenen Auszeichnung stehen fest: Der Hauptpreis und damit das
Preisgeld von 20.000 Euro geht an Talal Derki und seinen 99-minütigen
Dokumentarfilm „Of Fathers and Sons“. Der mit 4.000 Euro dotierte
Preis der „STZ Leserjury“ wird an Florian Opitz für „System Error“
verliehen. Der Förderpreis des Haus des Dokumentarfilms (HDF) mit
einem Preisgeld von 3.000 Euro geht an „Shut up and play the Piano“
von Philipp Jedicke, der mit 5.000 Euro dotierte Preis der Norbert
Daldrop Förderung für Kunst und Kultur an „The Poetess“ von Stefanie
Brockhaus und Andy Wolff. Neu in diesem Jahr ist der mit 5.000 Euro
dotierte Musikpreis der Opus GmbH für einen dokumentarischen Film aus
dem Bereich Musik – gekürt wurde „The Potential of Noise – Conny
Plank“ von Stephan Plank und Reto Caduff.

SWR Intendant betonte herausragende Qualität des deutschen
Dokumentarfilms Heute, 29. Juni 2018, wurde in Stuttgart der
„Deutsche Dokumentarfilmpreis“ vergeben. SWR Intendant Peter
Boudgoust betonte bei seiner Festrede: „In Zeiten von immer schneller
werdenden Nachrichten und auch manchmal viel zu vielen
unterschiedlichen Informationen wird nochmals deutlicher, wie sehr
wir den Dokumentarfilm brauchen. Er zeigt die Phänomene, etwa von
Globalisierung, Migration und Terrorismus. Er kann die komplexen
Strukturen sichtbar machen, Menschen und ihre Geschichten authentisch
zeigen, Zwischentöne zulassen. Wie auch schon im vergangenen Jahr
beim Festival deutlich geworden ist, müssen wir uns über die
herausragende Qualität des deutschsprachigen Dokumentarfilms keine
Sorgen machen.“

Hauptpreis für „Of Fathers and Sons / Kinder des Kalifats“ Mit dem
gemeinsamen Preis von SWR und der MFG Filmförderung Baden-Württemberg
wurde der Dokumentarfilm „Of Fathers and Sons“ (deutscher Filmtitel:
„Kinder des Kalifats“) ausgezeichnet. Filmemacher Talal Derki kehrte
dafür in seine Heimat Syrien zurück. Dort gewann er das Vertrauen
einer radikal-islamistischen Familie und begleitete ihren Alltag über
einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren. Die Jury begründet ihre
Entscheidung folgendermaßen: „Der Film führt uns in eine fremde,
essentiell verstörende Welt, ohne Schutz, aber mit großer
dokumentarischer Geduld, mit unwiderstehlichen Bildern,
erzählerischer Präzision, mit tiefem Respekt vor der
Widersprüchlichkeit des menschlichen Daseins. […] Die Welt von –Of
Fathers and Sons– ist diejenige radikaler Islamisten in Syrien. […]
Als Filmemacher konnte er sie besuchen, wieder verlassen und uns das
Privileg verschaffen, aus ihren Widersprüchen und ihrer Tragik zu
lernen.“ „Of Fathers and Sons“ ist eine Produktion von Basis
Filmproduktion in Koproduktion mit Ventana Film, Cinema Group
Production, SWR und rbb in Zusammenarbeit mit Arte und Impact
Partners.

„System Error“ von der „STZ Leserjury“ ausgezeichnet Der Preis der
„STZ Leserjury“ geht an Florian Opitz für seinen Film „System Error“.
Die bereits zum zweiten Mal von der „Stuttgarter Zeitung“ vergebene
Auszeichnung ist mit einem Preisgeld von 4.000 Euro dotiert. Die „STZ
Leserjury“ kommentiert: „Florian Opitz zeigt, wohin grenzenloses
Wachstum führt – in ungewöhnlichen und erschreckenden Perspektiven
aus aller Welt. Sei es auf der Rinderfarm in Mato Grosso oder auf dem
Flughafen von Peking [.] […] Ohne erhobenen Zeigefinger wird uns
auch durch beeindruckendes Archivmaterial vor Augen geführt, was uns
erwartet, wenn dieser Wahnsinn so weitergeht: Die Welt gibt es nur
einmal.“ Der Film wurde produziert von Port au Prince Film & Kultur
Produktion GmbH, Florian Opitz, Spring Productions; Koproduktion:
WDR, BR in Zusammenarbeit mit Arte; Filmförderung: Film- und
Medienstiftung NRW, BKM, FFA, DFFF

„Shut up and play the Piano“ gewinnt Förderpreis des Haus des
Dokumentarfilms Der mit 3.000 Euro dotierte Förderpreis des HDF geht
an „Shut up and play the Piano“, das Debüt des Regisseurs Philipp
Jedicke. Der Film dokumentiert Chilly Gonzales– Weg aus seiner
kanadischen Heimat über die Berliner Underground-Szene in den 1990er
Jahren bis zu den Konzerthäusern der Gegenwart. Die Jury kommentiert:
„Im Fokus von –Shut up and play the Piano– steht die Musik, deren
Rhythmus Jedicke stets folgt, ohne auf einen eigenen Rhythmus zu
verzichten. […] Über allem, was Jedickes schlau komponierte
Künstlerbiographie über Chilly Gonzales zu sagen hat, steht freilich
der früh formulierte Zweifel, ob das Gezeigte wahr oder nur eine
weitere großangelegte (Selbst-)Inszenierung, ein großer Bluff ist.
Das Erkenntnisinteresse des Dokumentarfilmers damit zugleich zu
reflektieren und infrage zu stellen, ist eine souveräne Geste des
Debütanten. Und der Clou des Films.“ Produktion: Deutschland 2018; 82
Min; Buch und Regie: Philipp Jedicke; Produzent: Rapid Eye Movies;
Koproduzenten: Gentle Threat (Melinda Cody, Chilly Gonzales);
Filmförderung: Film und Medienstiftung NRW.

Norbert Daldrop Stiftung kürt „The Poetess“ 5.000 Euro Preisgeld
gehen an Stefanie Brockhaus und Andy Wolff für ihren Film „The
Poetess“. Der Film porträtiert die Dichterin Hissa Hilal, die es als
erste Frau überhaupt ins Finale der TV-Show „Million–s Poet“ in Abu
Dhabi schaffte – verschleiert und mit dem notwendigen Einverständnis
ihres Ehemannes. In ihren Werken äußert Hilal starke Kritik an der
patriarchal organisierten Gesellschaft der arabischen Welt, an
Terrorismus und an dem Weltbild von Islamisten. Die Jury lobt die
Filmemacherinnen und Filmemacher. Sie „lösen beeindruckend den
scheinbaren Widerspruch eines Porträts einer verhüllten
Protagonistin. In frontalen Interviews kann die Person unter der
Nikab nicht nur durch die Kraft ihrer Sprache, sondern auch durch
ihre beeindruckende und mutige Künstlerpersönlichkeit eine ungeheure
Wucht und filmisches Charisma entfalten.“ Der Film ist eine
Produktion von Brockhaus/WolffFilms im Auftrag von Arte und ZDF mit
Unterstützung des FilmFernsehFonds Bayern.

„The Potential of Noise – Conny Plank“ gewinnt den Musikpreis der
Opus GmbH Ebenfalls 5.000 Euro Preisgeld gehen mit dem in diesem Jahr
erstmals verliehenen Musikpreis der Opus GmbH an Stephan Plank und
Reto Caduff für „The Potential of Noise – Conny Plank“. Die Jury
lobt: „Künstler und Zeitzeugen vermitteln Stephan Plank auf seiner
Reise tiefe Einblicke in kompromisslose Suche nach der Authentizität
von Künstlern und damit den für ihre Kunst passenden Sound. In
ruhigen, schönen Bildern, in alten Aufnahmen und Rückblenden, erfährt
der Zuschauer wie komplex, empathisch und kreativ die Arbeit eines
Musikproduzenten sein kann – aber auch wie stilbildend. Und fast
beiläufig lernen wir viel über Pop – und kulturhistorische
Entwicklungen der 70er und 80er Jahre in Deutschland und Europa.“
Produktion: Deutschland 2017; 80 Min.; Buch und Regie: Stephan Plank
und Reto Caduff; Produzent: Sugar Town Filmproduktion, Seneschall;
Koproduktion: Cine +, WDR in Zusammenarbeit mit Arte und zischlermann
filmproduktion; Filmförderung: BKM FFA DFFF Filmstiftung

Preisverleihung im Rahmen des SWR Doku Festivals Der Deutsche
Dokumentarfilmpreis wird seit 2017 jährlich (zuvor zweijährig) vom
Südwestrundfunk (SWR) und der MFG Filmförderung Baden-Württemberg
gestiftet. Die Preisverleihung fand dabei zum zweiten Mal im Rahmen
des SWR Doku Festivals statt. Hier wurde drei Tage lang in der
Stuttgarter Königstraße der rote Teppich für das Publikum ausgerollt;
an drei Spielstätten wurden 67 Filme gezeigt. Überdies lockten
zahlreiche, frei zugängliche Hintergrundgespräche Interessierte in
die SWR Doku Lounge im Haus der Katholischen Kirche. Auch die
Verzahnung des Branchentreffs Dokville mit dem Publikumsfestival war
erfolgreich, es gab einen lebhaften Austausch bei den
Filmvorstellungen oder in persönlichen Gesprächen. Das aktuelle
Reglement sowie weitere Informationen und Hintergründe zum Deutschen
Dokumentarfilmpreis finden sich unter
www.deutscher-dokumentarfilmpreis.de

Die Jury

Wiltrud Baier (Filmemacherin, Produzentin „Böller und Brot“);
David Bernet (Filmemacher und Gewinner des Hauptpreises 2017 sowie
des Leserpreises der Stuttgarter Zeitung für „Democracy“); Ulrike
Groos (Direktorin des Kunstmuseums Stuttgart); Annett Ilijew
(Filmemacherin „Somos Cuba“ und Schnittmeisterin); Pia Lenz
(Filmemacherin, Gewinnerin des „Grimme-Preis 2018“ für „Alles Gut“);
Klaudia Wick (Leiterin audiovisuelles Erbe – Fernsehen an der
Stiftung Deutsche Kinemathek); Fritz Wolf (Publizist, Spezialgebiet
Dokumentarfilm). Die Fachjury für den Preis der Opus GmbH: Sven Meyer
(Geschäftsführer Opus GmbH, Promoter Couchsurfer); Jürgen Schlensog
(Geschäftsführer Opus GmbH, Promoter jazzopen stuttgart); Thorsten
Schütte (Filmemacher, u. a. „Frank Zappa – Eat that Question“)

Fülle von Einsendungen

Festivalleiter Goggo Gensch zu den Nominierungen: „135
Einsendungen zeigen eindrucksvoll, dass das SWR Doku Festival und mit
ihm der Deutsche Dokumentarfilmpreis bei den Filmschaffenden
angekommen ist. Mit ihren unterschiedlichen Themen beweisen die
Filme, wie sehr der Dokumentarfilm geeignet ist, über den Zustand
unserer Zeit Auskunft zu geben. Zudem spiegeln sie die große Vielfalt
dieser Kunstform mit all ihren Spielarten wider.“ Noch bis
Samstagabend, 30. Juni, können Veranstaltungen im Rahmen des
Festivals besucht werden. Webspecial zum SWR Doku Festival unter:
http://x.swr.de/s/festivaltaxi

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Pressekontakt SWR: Daniela Kress, Telefon 07221 929 23800, E-Mail:
daniela.kress@swr.de
Grit Krüger, Telefon 07221 929 22285, E-Mail: grit.krueger@swr.de

Original-Content von: SWR – Südwestrundfunk, übermittelt durch news aktuell

veröffentlicht von am 29. Jun 2018. gespeichert unter Medien/Unterhaltung. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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