Der Tagesspiegel: Der Tagesspiegel Berlin meint zum Tod von Bernd Eichinger:





Der Verlust der Think-big-Ausnahmeerscheinung
namens Bernd Eichinger mag heute von enormer psychologischer Wucht
sein. Morgen und übermorgen aber dürfte er auch ökonomische Folgen
haben. Es gibt in Deutschland niemanden, der wie Eichinger mit nahezu
manischer Energie massenkompatible Kinostoffe mit Top-Schauspielern
und viel Geld zusammenbringt, und das Ergebnis sieht dann nach
Hollywood aus statt, mit Verlaub, nach Hannoversch-Münden. Am ehesten
noch hätte Til Schweiger, auch er ein Verfechter des
Bigger-thanFördertopf-Denkens, mit seinen Publikumsfilmen die Chuzpe
dazu. Aber für den Aufstieg in die Eichinger-Liga agiert er
einstweilen zu selbstverliebt. So entwickelt dieser plötzliche Tod in
Hollywood Symbolkraft nicht nur für eine Biografie, die Hollywood zum
Maßstab nahm und in durchaus respektablem Maß zu erobern begann.
Sondern darüber hinaus für eine deutsche Filmindustrie, deren größte
Erfolge und fetteste heimische Marktanteile stets mit dem Namen
Eichinger verbunden waren. Tycoons alter Schule mögen selten geworden
sein in der Traumfabrik. Das Subventionsparadies Deutschland hatte
wenigstens einen.

Pressekontakt:
Der Tagesspiegel
Chef vom Dienst
Thomas Wurster
Telefon: 030-29021 14013
E-Mail: cvd@tagesspiegel.de
 

veröffentlicht von am 26. Jan 2011. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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