Dem Gebet auf der Spur: Lehramtsabsolventin untersucht, warum Jugendliche beten





“Sag mal, betest du eigentlich?” – hat eine angehende Lehrerin Jugendliche in Niedersachsen gefragt. Nun liegen Ergebnisse der Studie vor. Ein Ergebnis der Untersuchung ist: Selbst Jugendliche, die sich selbst als “Nicht-Beter” bezeichnen, konnten über Gebetserfahrungen berichten.

“Das Gebet ist unter Jugendlichen kein typisches Gesprächsthema. Es fordert ein Bekenntnis ab, dass man in einer hochmodernen Welt eine Jahrtausend alte religiöse Praxis vollzieht”, sagt Valentina Sieg. In ihrer Abschlussarbeit an der Universität Hildesheim ist die 23-Jährige der Frage nachgegangen, ob das Gebet für Jugendliche heute noch von Bedeutung ist. “Ich habe in einer kleinen Stichprobe erfasst, wann, wo, wie häufig und in welchen Lebenslagen die Jugendlichen beten.”

Untersucht wurde das Gebetsverhalten von 120 evangelischen Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren. 60% kommen aus dem ländlichen Bereich in Niedersachsen, 40% aus der Stadt (Hildesheim).

Besonders häufig beten die befragten Jugendlichen bei Krankheit, Verlust oder wenn Probleme im Umfeld, in der Familie, Schule, im Freundeskreis auftauchen (“Als meine Eltern sich vor drei Monaten getrennt haben, habe ich häufig gebetet”; “Als meine Oma gestorben ist…”), so ein Ergebnis der empirischen Untersuchung, die am Institut für Evangelische Theologie der Hildesheimer Universität entstand. Es gibt nur wenige der befragten Jugendlichen, die beten “wenn es mir gut geht, wenn ich mich bedanken möchte” (3%). 16 % beten, wenn das Gebet im kirchlichen Bereich verortet ist.

Gründe für das Gebet sind etwa Wunscherfüllung, Danksagung und die Mitteilung von Gefühlen sowie Tradition (“In der Kirche, weil es üblich ist”, “Weil Weihnachten ist…”). Als Gründe, warum sie nicht beten, geben die Jugendlichen an: fehlender Glaube an Gott und fehlende Erziehung (eine prototypische Aussage lautet “Meine Familie betet auch nicht, es wurde mir nicht beigebracht.”). Einige der Befragten erleben eine “fehlende Wirkung” (“Das Beten ändert auch nichts.”).

Bei Jugendlichen, die nicht regelmäßig beten, überwiegt als Gebetshandlung die Bitte (54%), gefolgt vom Dank. Die Befragten beten in erster Linie zu Hause oder in der Kirche. 39% der Befragten haben schon einmal im Religionsunterricht in der Schule gebetet.

Martin Schreiner, Professor für Evangelische Theologie/Religionspädagogik an der Universität Hildesheim, hat diese Masterarbeit betreut. “Zwar ist die Stichprobe nicht repräsentativ – aber sämtliche Forschungsmethoden wurden sauber angewandt. Die Studie bietet eine Grundlage für weitere empirische Arbeiten zur Kinder- und Jugendtheologie”, sagt Schreiner.

Kontakt zu den Forschern und der Lehramtsabsolventin über die Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 0177.8605905, 05121.883-90100). Auf Anfrage erhalten Sie ein Portraitfoto.

Zwischen den Weihnachten und Neujahr erreichen Sie die Pressestelle.

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veröffentlicht von am 14. Dez 2014. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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