Das Erste / Weltspiegel – Auslandskorrespondenten berichten / Am Sonntag, 15. März 2015, 19.20 Uhr vom BR im Ersten





Moderation: Natalie Amiri

Geplante Themen:

GRIECHENLAND: Wie weiter, Herr Tsipras? / Jetzt 350 Millionen Euro
Rückzahlungen an den Internationalen Währungsfonds, am Montag noch
einmal 580 Millionen und am Freitag darauf weitere 350 Millionen
Euro. Insgesamt ist allein im März ein Kredit in Höhe von rund 1,5
Milliarden Euro an den IWF fällig. Bei diesen Zahlen wird der
Regierung in Athen vermutlich nicht nur schwindlig, sondern sogar
auch schlecht. Und dann räumen die Griechen seit dem Wahlkampf
kontinuierlich ihre Konten leer; die Steuerzahlungen wurden in
Erwartung des Wahlergebnisses ebenfalls heruntergefahren. Politisches
Vertrauen sieht anders aus, und nicht nur die Regierung Tsipras,
sondern auch ihre europäischen Partner sind besorgt, wie es mit
Griechenland weitergehen soll. Alexis Tsipras mit seiner Partei
Syriza scheint nicht einmal zwei Monate nach seinem Erdrutschwahlsieg
offenbar ratlos. (Autor: Peter Dalheimer, ARD Athen)

USA: Faule Geschäfte mit Studentenkrediten / Craig Lavette, 30
Jahre, zwei Jobs, einen an der Tankstelle und den anderen nachts in
einer Bar. Monatlich muss er 1100 Dollar verdienen, nur um seine
private student loans zurückzuzahlen. Insgesamt hat er über 200.000
Dollar Schulden – alles Studentendarlehen. Deshalb lebt Craig wieder
bei seiner Mutter. Studentenkredite sind auch in Deutschland ein
Thema. Aber eine ganz extreme Entwicklung haben die Darlehen, mit
denen ein Studium finanziert werden soll, in den Vereinigten Staaten
genommen: Dort werden Studenten von Kopfgeldjägern für drittklassige
Unis rekrutiert und müssen dann für das Studium ein Darlehen
aufnehmen. Diese Darlehen werden dann als sogenannte asset backed
securities zu Finanzprodukten internationaler Investoren, und damit
auch unserer Banken. Das Problem dabei ist, dass viele ehemalige
Studenten in den USA ihre Darlehen nicht zurückzahlen können. Dank
Insidern und Whistleblowern, die ausgepackt haben, ermitteln jetzt
die Behörden. (Autor: Markus Schmidt, ARD New York)

ARGENTINIEN: Wo Soja-Plantagen die Menschen krank machen / Soja
half Argentinien aus der Wirtschaftskrise. Inzwischen sind 60 Prozent
der Flächen für Soja da. Rinderweiden, Getreidefelder und Urwälder
verschwinden immer mehr. Die Weltbevölkerung wächst und Soja kann den
Hunger der Massen – unter kräftigem Einsatz von genverändertem
Saatgut und Chemikalien – stillen, das hoffen zumindest die
Hersteller von Nahrungs- und Futtermitteln. Doch jetzt sind
Einheimische in Argentinien krank oder gestorben, vermutlich wegen
gespritzter Pestizide auf Sojafeldern. Mütter haben sich
zusammengeschlossen und kämpfen für ihre kranken Kinder. Die „Mütter
von Ituzaingó“ in Argentinien haben ihre Leidensgeschichte
dokumentiert, Prozesse geführt und 2011 auch den ersten gegen die
Giftspritzer gewonnen. Krebserkrankungen und Geschichten von
Menschen, die jung sterben, gehören zum Alltag, und dennoch weisen
Sojalobby und Chemiekonzerne alle Vorwürfe zurück. (Autor: Michael
Stocks, ARD Rio de Janeiro)

SÜDAFRIKA: Die Brautpreis-App / Der Brautpreis? Archaisch und
frauenfeindlich? Scheinbar nicht. Eine südafrikanische Frau möchte
ihre Freiheit nicht unter Wert gegen das Eheleben mit
Haushaltsführung und Kindern eintauschen. Und dann ist da ja noch der
Mann – der treibt den Preis besonders in die Höhe. Drei Kühe? Nur
drei Kühe – eine Beleidigung. Doch wie berechnet sich der Brautpreis?
Eine App gibt jetzt Antwort: Körpergröße, Schönheit plus Bildung –
fertig ist der Endpreis. Dieser technologischen Sachlichkeit steht
aber das langsame traditionelle Ritual gegenüber: Bei der
Lobola-Tradition werden nicht nur die Vorstellungen über den
Brautpreis in Einklang gebracht, sondern auch Bräutigam und Braut und
deren Familien kommen einander näher. Dies empfinden viele als
Voraussetzung für eine stabile Beziehung. (Autor: Ulli Neuhoff, ARD
Johannesburg)

UKRAINE: Heimaturlaub nach einem Jahr an der Front / Die 95.
Luftlandebrigade kehrt in ihre Heimatstadt Schytomyr in der
Nordukraine zurück. In einem Jahr Krieg an der Front haben die Männer
der Eliteeinheit seit dem 8. März 2014 im Donbass gekämpft, auch am
Flughafen Donezk. Die meisten der Soldaten waren nur zweimal kurz für
einige Tage zuhause, so wie der Offizier Iwan. Demonstrativ schmücken
die Soldaten vor der Heimkehr ihre Panzer mit Blumen: Sie sind müde
vom Krieg. Als sie dann in ihre heimatliche Kaserne rollen, warten
dort schon ihre Angehörigen – es sind bewegende Szenen. Doch die
Männer glauben: Die Waffenruhe, der Abzug schwerer Militärtechnik,
all das ist nur eine kurze Atempause. Sie befürchten, dass sie bald
weiterkämpfen müssen. (Autor: Udo Lielischkies, ARD Moskau)

SCHNAPPSCHUSS: Afghanistan / Einen Anzug, ganz schnell für das
Passfoto? Und das ohne Umziehen? Keine Zauberei, sondern ein Trick –
und in Afghanistan offenbar üblich. (Autor: Gabor Halász)

Redaktion: Brigitte Abold, Karola Baier

Pressekontakt:
Rückfragen an: BR-Pressestelle,
E-Mail: pressestelle@br.de

veröffentlicht von am 13. Mrz 2015. gespeichert unter Fernsehen, Medien/Unterhaltung. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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