Das Erste / „Lehman. Gier frisst Herz“ – Dokudrama von Raymond Ley mit Mala Emde und Joachim Król / Am Sonntag, 23. September 2018, 21:45 Uhr im Ersten





Vor zehn Jahren geschieht das Undenkbare. Am 15.
September 2008 geht eine der weltweit größten Investmentbanken
pleite: Lehman Brothers. An jenem Wochenende im September fällt eine
Entscheidung, die wie ein Brandbeschleuniger auf die schwelende
Finanzkrise wirkt. Die politisch Verantwortlichen in den USA retten
Lehman Brothers nicht und lösen damit „die schwerste Finanzkrise seit
dem Ende des Zweiten Weltkriegs aus“, sagt rückblickend Jean-Claude
Trichet, der damalige Chef der Europäischen Zentralbank. Bis heute
hat die Folge dieser Krise mehr als sieben Billionen Euro gekostet.
Der politische Preis aber war noch sehr viel höher. Der 15. September
2008 bedeutete für viele der 50.000 Anleger, die ihr Geld in
vermeintlich sichere Lehman-Zertifikate investiert hatten, den
Verlust ihrer Altersabsicherung, des Spargroschens der Kinder, ihres
Ersparten.

Das große Dokudrama „Lehman. Gier frisst Herz“ zeichnet den
Countdown bis zum großen Crash vor allem aus der Perspektive der
Sparkasse und ihrer Kunden. Emotional, faktenbasiert, spannend. Die
fiktionale Inszenierung beruht auf intensiven Gesprächen mit
Insidern. Die Dramatisierung der Fakten wird dokumentarisch
eingeordnet durch die Erinnerungen von verantwortlichen Akteuren aus
der Bankenwelt und der Politik, durch die Aussagen von Geschädigten
und historisches Material. In der Mischung aus fiktionaler
Verdichtung und Interviews wird verständlich und zugleich emotional
erfahrbar, wie es zum 15. September 2008 kam und was dieser Montag
ausgelöst hat. Der Film richtet den Blick einerseits auf das
Schicksal ahnungsloser Bankkunden wie die Wirtsleute Claudia und
Torsten Büttner (gespielt von Susanne Schäfer und Oliver Stokowski),
die durch die Bankenpleite sämtliche Ersparnisse verlieren und
andererseits auf das Verhalten von Bankberatern, oft nicht minder
ahnungslos, die unter Druck von oben zu skrupellosen Verkäufern
werden. Darunter der Sparkassenangestellte Arno Breuer (Joachim
Król), der gegen sein Bauchgefühl Lehman-Zertifikate verkauft, oder
die junge Onlinebankerin Nele Fromm (Mala Emde), die aus
übertriebenem Ehrgeiz und der Jagd nach fetten Boni rücksichtslos
agiert. Ergänzt werden die Spielszenen durch dokumentarische
Interviews von Zeitzeugen. Zu Wort kommen geschädigte deutsche
Bankkunden, aber auch politisch und wirtschaftlich Verantwortliche
aus jener Zeit. Die radikale Offenheit in den Interviews überrascht
und fesselt zugleich. So der damalige EZB-Chef Jean-Claude Trichet,
der damalige deutsche Finanzminister Peer Steinbrück, Karl
Dannenbaum, Ex-Geschäftsführer von Lehman Deutschland, und Andrew
Gowers, der 2008 Kommunikationsdirektor von Lehman Brothers in London
war. Entstanden ist so ein eindrucksvolles Mosaik von Spielszenen und
Zeitzeugeninterviews, das die Relevanz und das Ausmaß der
Jahrhundert-Pleite spürbar macht. Ein völlig neuer Blick auf die
Ereignisse vom September 2008 und auf das, was dann folgte.

Regie führte Raymond Ley („Meine Tochter Anne Frank“, „Eine
mörderische Entscheidung“). Das Drehbuch stammt von Dirk Eisfeld.
Eine ARD-Koproduktion des NDR, BR und RBB unter Federführung des HR
mit der Filmproduktion AVE Publishing in Berlin, gefördert von
HessenFilm. Die Redaktion haben Esther Schapira, Sabine Elke, Julia
Klüssendorf (HR), Marc Brasse, Eric Friedler (NDR), Susanne Poelchau
(BR) und Rolf Bergmann (RBB). Produzent ist Walid Nakschbandi.

Pressekontakt:
Christian Bender
hr-Pressestelle
Tel.: 069 / 155 2290
E-Mail: christian.bender@hr.de

Original-Content von: ARD Das Erste, übermittelt durch news aktuell

veröffentlicht von am 8. Aug 2018. gespeichert unter Fernsehen, Medien/Unterhaltung. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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