China verstehen oder verurteilen?





„Big Brother“: In China Alltagsrealität

Keine Frage – einem System, das Menschen verschwinden, einsperren, foltern und töten lässt, bringt man nicht viel Sympathie entgegen. Umso mehr erstaunen uns daher die
Aussagen derjenigen, von denen man meint, sie würden unter diesen unerbittlichen Bedingungen leiden: Selbst einer der bekanntesten chinesischen Dissidenten, Ai Weiwei, der lange Zeit in Gefängnissen verbringen musste, äußerte sich in Interviews mit westlichen Medien keineswegs so abfällig über die Pekinger Parteispitze, wie sich das Journalisten erwartet hatten. Statt dessen gab er lediglich bekannt, dass er sich „ein ganz normales Leben“ wünsche. Auch die lückenlose Kontrolle, die inzwischen das ganze Land erfasst und jeden Chinesen zum gläsernen Menschen macht, wird vom Volk größtenteils befürwortet.

Die chinesische Perspektive

Wer jedoch versucht, die chinesische Perspektive einzunehmen, kann diese Haltung – zumindest ansatzweise – nachvollziehen. In China sind Lebensmittelskandale, Umweltsauereien und Korruption an der Tagesordnung. Einzelne bereicherten sich skrupellos auf Kosten der Allgemeinheit und nahmen den Tod vieler Menschen in Kauf.
Solche Verbrechen werden durch die totale Überwachung nun erschwert. Für dieses Plus an Sicherheit sind viele bereit, ihre Privatsphäre aufzugeben. Wie wichtig ein Perspektivwechsel manchmal ist, um andere Menschen besser zu verstehen, lehrt uns ein weiser Mann namens Zhuangzi aus dem 3. vorchristlichen Jahrhundert.

Der Schmetterlingstraum

„Einst träumte Zhuangzi, dass er ein Schmetterling sei, der glücklich umherflatterte und nichts von Zhuangzi wusste. Doch plötzlich erwachte er und war wieder Zhuangzi. Doch nun wusste er nicht: War er Zhuangzi, der geträumt hatte, dass er ein Schmetterling war oder war er ein Schmetterling, der geträumt hatte, dass er Zhuangzi war?“ Wer hatte recht? Und was war wahr? Dieses kleine Beispiel aus der chinesischen
Philosophie zeigt, dass sich alles stets von zwei Seiten betrachten lässt – und nicht alles das ist, was es scheint.
Daraus können wir viel lernen. Denn nur, wenn wir andere Denkweisen verstehen, wird es uns möglich sein, auch eigene – demokratische – Werte wie Redefreiheit und Mitspracherecht nachhaltig zu vermitteln. Voraussetzung dafür ist der Dialog.

Aktiv ins Jahr des Büffels: Bleiben wir im Gespräch!

Das Jahr des Büffels empfiehlt uns, Dinge aktiv anzugehen. Vielleicht nehmen wir uns diese Aufforderung zu Herzen und bemühen uns in diesem Jahr um Perspektivwechsel und Verständnis? Zum Beispiel, indem wir uns einmal näher mit der chinesischen Mentalität zu befassen. Denn nur so verliert der aufstrebende Riese seinen Schrecken: Wenn wir lernen, mit ihm umzugehen.

Genau darin sehen wir nun schon seit über zehn Jahren die Aufgabe unseres kleinen Verlags: Einen wissenschaftlich-kulturellen und gesellschaftlichen Dialog mit China
aufrechtzuerhalten und kulturelle Begegnungsräume zu schaffen. Das Buch als kultureller Begegnungsraum
So gesehen stellt jedes unserer Buchprojekte einen kleinen „Begegnungsraum“ mit China dar: In wunderschön gefertigten Titeln werden Lesern aller Altersstufen verschiedene
Aspekte dieser faszinierenden Kultur präsentiert: Ob geschichtliches Sachbuch, Reportage, Roman, Kochbuch, Ratgeber oder Kinderbuch – sorgfältig aufbereitete Inhalte,
kunstvolle Illustrationen, schönes Papier und liebevolle Gestaltung ergeben jeweils ein kleines Kunstwerk, das unseren Lesern ein China auch jenseits von Wirtschaft und Politik nahebringt!

Wissenswert: Hintergründe zu Buch und Autorin

Sie schreiben in Bildern und essen mit Stäbchen. Ihre Kinder heißen „Schneeschmelze“ oder „Jadedrache“. Sie fürchten die Zahl 4, und weiße Tauben, sie heiraten in Rot und feiern im Februar Neujahr. In China ist vieles anders als bei uns. Das kann schnell für Verwirrung sorgen!

Dieses Buch verschafft China-Reisenden einen ersten Überblick über diverse Gepflogenheiten im Reich der Mitte.

Nora Frisch
NOTIZEN ZUM ALLTAG IN CHINA
Sachbuch
Hardcover, 142 Seiten
88 Abbildungen
Format: 13 x 18 cm
19,00 (D)/ 19,50 (A)
ISBN: 978-3-943314-05-2

Nora Frisch

Dr. Nora Frisch ist Sinologin. Während ihres 2-jährigen Studienaufenthalts und bei vielen weiteren Besuchen in China unternahm sie ausgedehnte Reisen durch das ganze Land.
Vor allem war sie von der Offenheit und Gastfreundschaft der Menschen fasziniert. In dem vorliegenden Buch „Notizen zum Alltag“ hat sie die Erfahrungen, die sie im Laufe der Zeit im Umgang mit den vielen interessanten und liebenswerten Menschen gesammelt hat, aufgeschrieben. Der bunte Überblick soll Lust drauf machen, China auch einmal abseits von Partei und Wirtschaft zu betrachten und den Chinesen neugierig zu begegnen!

veröffentlicht von am 16. Jan 2021. gespeichert unter Literatur. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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