Bezahlter redaktioneller Inhalt und Jobangebot für einen Dieb – DRPR rügt in zwei Fällen die Verantwortlichen





Der Deutsche Rat für Public Relations (DRPR) rügt die Agentur
Platoon (Berlin), für den Versuch, redaktionelle Beiträge durch
Bezahlung von Bloggern zu platzieren. Die Agentur befand sich in
einem Akquiseprozess, um den TV-Sender arte als Neukunden zu
gewinnen. Außerdem wird die Agentur Flaechenbrand (Wiesbaden) gerügt.
Die Agentur hat die mediale Aufmerksamkeit des “Keksklau” bei dem
Unternehmen Bahlsen (Hannover) genutzt, um öffentlichkeitswirksam den
Verantwortlichen Dieb als PR-Berater anzuwerben.

Im Fall “Platoon/Arte” hat die Agentur mit Sitz in Berlin, über
einen freien Mitarbeiter einen bloggenden TV-Kritiker angeschrieben,
mit der Anfrage, für die neue Serie “Real Humans” des TV Senders arte
einen Beitrag zu veröffentlichen. Dafür stünde ein Budget von 250 EUR
zur Verfügung, es wurde in Aussicht gestellt, dass auch größere
Projekte folgen könnten. Der DRPR rügt dieses Vorgehen, da PR-Arbeit
und Werbung klar voneinander getrennt werden müssen. Agenturen und
Unternehmen dürfen weder im Akquiseprozess noch im laufenden Geschäft
Zahlungen für redaktionelle Veröffentlichungen anbieten. Dieses
Vorgehen verstößt gegen mehrere Normen in PR-Kodizes, beispielsweise
gegen Art. 1 des Deutschen Kommunikationskodex sowie gegen Art. 4 und
Art. 15 des Code de Lisbonne und gegen die DRPR Richtlinie zur
Schleichwerbung.

Im Fall “Keksklau/Flaechenbrand” rügt der DRPR das Vorgehen der
Agentur Flaechenbrand (Wiesbaden). Anfang des Jahres wurde der
“goldene Leibnizkeks” von der Fassade des Firmensitzes des
Gebäckherstellers Bahlsen gestohlen. Ein anonymes Erpresserschreiben
wurde veröffentlicht. Die Polizei und die Staatsanwaltschaft
ermittelten. Das Vorgehen führte allgemein zu einem hohen
Medieninteresse. Kurz darauf bot die Wiesbadener Medienagentur
Flaechenbrand dem anonymen Dieb öffentlichkeitswirksam eine Stelle
als PR-Berater an, sollte er sich melden. Der DRPR rügt dieses
Vorgehen, da die Agentur mit zweifelhaften Methoden Eigenwerbung
betrieben hat und als “Trittbrettfahrer” versucht hat, das
Medieninteresse an einer kriminellen Handlung zu nutzen. Das
öffentliche Anwerben von PR-Fachkräften, die in Straftaten verwickelt
sind, schadet dem Ruf der PR-Branche. Dieses Vorgehen verstößt gegen
Art. 12 des Deutschen Kommunikationskodex und gegen Art. 18 und Art.
19 des Code de Lisbonne.

ANHANG
Ratsbeschluss vom 25.November 2013 im Fall “Platoon/arte”
Ratsbeschluss vom 25.November 2013 im Fall “Keksklau/ Flaechenbrand”

ERKLÄRUNG

Erklärung zum Selbstverständnis und zur Arbeitsweise des DRPR Der
Deutsche Rat für Public Relations (DRPR) ist das Organ der
freiwilligen Selbstkontrolle für das Berufsfeld Public Relations. Der
Rat wird rechtlich und ideell von einem Trägerverein getragen und
unterstützt, dem die Deutsche Public Relations Gesellschaft (DPRG)
e.V., der Bundesverband deutscher Pressesprecher (BdP) e.V., die
Gesellschaft Public Relations Agenturen (GPRA) und die Deutsche
Gesellschaft für Politikberatung e.V. (de–ge–pol) angehören.

Ratsmitglieder sind Branchenexperten aus Unternehmen, Verbänden,
Agenturen und anderen Organisationen. Die Arbeit des Rats basiert auf
dem Deutschen Kommunikationskodex und anderen, aktuellen Kodizes. Der
DRPR handelt in Verantwortung gegenüber dem gesamten Berufsfeld. Die
Ratsmitglieder arbeiten unabhängig und sind nur sich selbst und ihrem
Gewissen verpflichtet.

Die primäre Aufgabe des DRPR ist es, Missstände und Fehlverhalten
bei der Kommunikation mit Öffentlichkeiten zu benennen und
gegebenenfalls zu rügen. Der DRPR bearbeitet dabei alle Fälle, die in
Form von Beschwerden an ihn herangetragen werden oder die er (z.B.
aufgrund von Medienberichterstattung) in Eigeninitiative an sich
zieht. Der Rat behält sich vor, Fehlentwicklungen in der Branche
aktiv anzusprechen und sich ggf. mit öffentlichen Stellungnahmen in
die Diskussion einzumischen.

Hat der Rat einen Fall zur Bearbeitung angenommen, wird immer der
aktuelle Sachstand zum Thema nach der jeweiligen Quellenlage
recherchiert. Alle daran beteiligten Organisationen oder
Einzelpersonen werden um Stellungnahmen zu den Beschwerden gebeten.
In Einzelfällen und bei besonders komplexen Themen erfolgt eine
mündliche Anhörung im Rat. Im Anschluss daran bildet sich der Rat
eine Meinung und entscheidet mehrheitlich. Wenn eine Rüge oder eine
Mahnung ausgesprochen wird, so geschieht dies als wohlbegründete
Meinungsäußerung und darf nicht mit dem Urteil eines Gerichtes
verwechselt werden.

Pressekontakt:
Geschäftsstelle des Deutschen Rates für Public Relations
c/o Lehrstuhl für Öffentlichkeitsarbeit/ PR
Universität Leipzig
Postfach 100920
D- 04009 Leipzig

Mailkontakt: info@drpr-online.de

Telefon: 0341 – 9735 751
Telefax: 0341 – 9735 748

veröffentlicht von am 28. Nov 2013. gespeichert unter Medien/Unterhaltung. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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