Bestseller Autor Michael Wolff wollte positives Buchüber Trump schreiben





Der New Yorker Reporter Michael Wolff, der in
seinem Bestseller „Fire and Fury“ Donald Trump die geistigen
Fähigkeiten zur Führung des Landes abspricht, wollte ursprünglich
eine Erfolgsgeschichte über den US-Präsidenten schreiben: „Ich war
absolut bereit, ein anderes Buch zu schreiben, eines, in dem Trump
ein erfolgreicher Präsident ist. In gewisser Hinsicht hätte mir das
sogar mehr Spaß gemacht, denn es wäre das Überraschendere gewesen.
Aber dafür habe ich keinerlei Anzeichen gefunden“, sagt Wolff in
einem Interview mit der Wochenzeitung DIE ZEIT.

Wolff beschreibt in dem Gespräch das Verhältnis des US-Präsidenten
zu seinen engsten Mitarbeitern: „Ich denke, die meisten wollen
einfach das Schlimmste verhindern. Sie sind da, um diesen Typen
irgendwie auf einem engen, klaren Pfad zu halten. Die Mitarbeiter
versuchen, Trump zu kontrollieren, obwohl sie wissen, dass sie ihn
nicht kontrollieren können.“ Trumps Mitarbeiter seien „keine
Menschen, die den Mann, für den sie arbeiten, bewundern. Seine
Mitarbeiter sehen ihren Job mehr oder weniger darin, das Land vor ihm
zu beschützen“, sagt Wolff.

Angesprochen auf die mentalen Probleme, die er bei Trump
beobachtete, erklärt Wolff: „Wenn Sie mit einem Menschen sprechen,
der sich immer und immer wieder wiederholt, dann ist das meiner
Meinung nach alarmierend.“ Auf die Frage, ob er glaube, der
US-Präsident leide an Demenz, antwortet Wolff: „Das kann ich nicht
sagen, ich bin kein Arzt.“

Seine Recherche-Methode beschreibt Wolff als eher passiven
Vorgang: „Wenn ich ganz ehrlich bin, ich stellte nicht einmal Fragen.
Ich saß da auf der Couch im Eingangsbereich des West Wing, wartete
auf meinen Termin, beobachtete und hörte zu. Ich war wie ein
schwarzes Loch, ich zog es einfach alles in mich hinein.“

In dem Interview kritisiert Wolff auch die Versuche amerikanischer
Journalisten, sich Trump und seiner Politik zu nähern: „Es ist meiner
Meinung nach ein Fehler, Trump verstehen zu wollen, indem man darüber
berichtet, wie er die Gesundheitsreform angeht. Das ist nicht die
Geschichte. Die Washingtoner Journalisten haben von Anfang an nicht
gewusst, wie sie über Donald Trump berichten sollen.“

Wolff zeigt sich in dem Gespräch völlig überrascht von der Wirkung
seines Buches: „Ich bin schon von dem, was bislang passiert ist,
völlig überrascht. Es ist immerhin nur ein Buch“, so Wolff.

In dem Interview beschreibt Wolff, wie es ihm gelang, das
Vertrauen des Präsidenten zu gewinnen und viele Wochen weitgehend
unbehelligt im Weißen Haus zu recherchieren. Er erläutert, welche
Rolle Rupert Murdoch beinahe gespielt hätte und wie er auf die Kritik
der New York Times an seinem Buch reagiert.

Pressekontakt:
Das komplette ZEIT-Interview dieser Meldung senden wir Ihnen für
Zitierungen gern zu. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an DIE ZEIT
Unternehmenskommunikation und Veranstaltungen (Tel.: 040/3280-237,
Fax: 040/3280-558, E-Mail: presse@zeit.de). Diese Presse-Vorabmeldung
finden Sie auch unter www.zeit.de/vorabmeldungen.

Original-Content von: DIE ZEIT, übermittelt durch news aktuell

veröffentlicht von am 10. Jan 2018. gespeichert unter Medien/Unterhaltung. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

Rückmeldung hinterlassen

Archiv

Bilder Galerie

Anmelden | Copyright by LayerMedia

Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de Blog Top Liste - by TopBlogs.de