Bertelsmann mit operativem Rekordergebnis und Milliardengewinn 2017 weiter auf Wachstumskurs





– Umsatzanstieg auf 17,2 Mrd. Euro dank verbesserten organischen
Wachstums
– Operating EBITDA erreicht Rekordwert von mehr als 2,6 Mrd. Euro
– Konzernergebnis mit knapp 1,2 Mrd. Euro auf höchstem Niveau seit
2006
– Durch Anteilsaufstockung an Penguin Random House strategische
Mehrheiten an allen Unternehmensbereichen erreicht
– Wirtschaftliche Investitionen in Höhe von 1,8 Mrd. Euro
– Umsatzanteil der Wachstumsgeschäfte auf 32 Prozent erhöht;
Digitalaktivitäten erwirtschaften 46 Prozent des Gesamtumsatzes
– Vergleichbare regulatorische Rahmenbedingungen für
Technologie-Plattformen und Medienunternehmen gefordert

Der Ausbau der Digital- und Wachstumsgeschäfte zahlt sich für
Bertelsmann weiter aus: Das internationale Medien-, Dienstleistungs-
und Bildungsunternehmen verzeichnete im Geschäftsjahr 2017 ein
Umsatzplus, das stärkste organische Wachstum seit fünf Jahren, ein
operatives Rekordergebnis sowie ein weiter verbessertes
Konzernergebnis. Zu den strategischen Fortschritten von Bertelsmann
zählte 2017 unter anderem die Aufstockung des Anteils an der weltweit
größten Publikumsverlagsgruppe, Penguin Random House, auf eine
Dreiviertelmehrheit. Hierdurch hält der Konzern Mehrheiten von 75
Prozent bzw. 100 Prozent an allen seinen Unternehmensbereichen.

Bertelsmann steigerte seinen Umsatz im Berichtszeitraum um 1,4
Prozent auf 17,2 Mrd. Euro (Vorjahr: 17,0 Mrd. Euro). Maßgebliche
Treiber waren die RTL Group, das Musikunternehmen BMG, das erstmals
mehr als 500 Mio. Euro umsetzte, die Dienstleistungstochter Arvato
sowie die in der Bertelsmann Education Group gebündelten
Bildungsaktivitäten. Das organische Wachstum des Konzerns betrug 1,7
Prozent; die Wachstumsgeschäfte legten organisch um fünf Prozent zu.
Sie erwirtschafteten damit einen Anteil von 32 Prozent am
Gesamtumsatz; der Umsatzanteil der Digitalaktivitäten stieg auf 46
Prozent.

Das Operating EBITDA übertraf mit 2,64 Mrd. Euro den Rekordwert
des Vorjahres (2,57 Mrd. Euro) noch einmal um 2,7 Prozent. Positiv
entwickelten sich dabei besonders die RTL Group, Gruner + Jahr, BMG
und die Bertelsmann Education Group. Die EBITDA-Marge erhöhte sich
auf 15,3 Prozent (Vorjahr: 15,2 Prozent).

Das Konzernergebnis überstieg ebenfalls den Vorjahreswert und
verbesserte sich auf rund 1,2 Mrd. Euro (Vorjahr: 1,1 Mrd. Euro).
Gründe für die positive Entwicklung sind das höhere operative
Ergebnis sowie geringere Sondereinflüsse als 2016.

Thomas Rabe, Vorstandsvorsitzender von Bertelsmann, sagte:
„Bertelsmann ist heute so wachstumsstark und profitabel wie seit
Jahren nicht; wir wachsen verstärkt aus eigener Kraft. Treiber dieser
Entwicklung sind dabei unsere Wachstums- und Digitalgeschäfte, in die
wir in den vergangenen Jahren 4,6 Milliarden Euro investiert haben.
Unsere Geschäftszahlen für 2017 verdeutlichen einmal mehr, dass sich
dieser Ausbau bezahlt macht. Beinahe die Hälfte unseres Umsatzes
kommt aus digitalen Geschäften – Tendenz steigend. Das Unternehmen
wird kontinuierlich wachstumsstärker, digitaler, internationaler und
diversifizierter. Diese Entwicklung setzen wir in den kommenden
Jahren durch weitere Investitionen sowie verstärktes organisches
Wachstum fort.“

Der Umsatzbeitrag wachstumsstarker Geschäfte erreichte im
vergangenen Jahr 32 Prozent (2011: 20 Prozent). In den kommenden
Jahren soll dieser auf mehr als 40 Prozent steigen. Zu den
Wachstumsgeschäften von Bertelsmann gehören die Digitalaktivitäten
der RTL Group sowie von Gruner + Jahr, Fremantle Media, BMG, die
Logistik- und Finanzdienstleistungsgeschäfte von Arvato sowie die
Bertelsmann Education Group. Der Umsatzanteil strukturell
rückläufiger Geschäfte ging dagegen in den vergangenen Jahren von 16
Prozent (2011) auf aktuell rund vier Prozent zurück.

Der Umsatzanteil der Digitalaktivitäten von Bertelsmann erhöhte
sich 2017 auf 46 Prozent (2011: 30 Prozent). Hierzu trugen unter
anderem die wachsenden Digitalgeschäfte der RTL Group und von Gruner
+ Jahr, die Dienstleistungen von Arvato für Hightech-Konzerne sowie
BMG und die digitalen Bildungsaktivitäten von Bertelsmann bei. Der
Anteil der Digitalumsätze stieg erneut über alle Erlöskategorien, ob
digitale Werbung, Produkte, Verbreitung, Vertrieb oder Kunden. In den
kommenden Jahren soll der Digitalanteil des Konzernumsatzes auf über
50 Prozent steigen.

Seine internationale Präsenz hat Bertelsmann in den vergangenen
Jahren ebenfalls ausgeweitet: 2017 erwirtschaftete das Unternehmen 27
Prozent seiner Umsätze außerhalb Europas (2011: 20 Prozent). Der
Umsatz von Bertelsmann dort ist damit seit 2011 um mehr als 50
Prozent gestiegen. Im Fokus der regionalen Expansion stehen für
Bertelsmann dabei Brasilien, China und Indien sowie die USA, die
bereits heute den zweitgrößten Markt für den Konzern bilden.

Nach der Anteilsaufstockung an Penguin Random House hält
Bertelsmann seit 2017 strategische Mehrheiten von 75 Prozent bzw. 100
Prozent an all seinen Unternehmensbereichen und stärkt so seine
diversifizierte Konzernstruktur mit acht Divisionen.

Thomas Rabe betonte, dass Bertelsmann 2017 in allen vier
strategischen Stoßrichtungen – Stärkung der Kerngeschäfte, digitale
Transformation, Ausbau von Wachstumsplattformen und Expansion in
Wachstumsregionen – deutlich vorangekommen sei.

Stärkung Kerngeschäfte: Die Senderfamilien der RTL Group
verlängerten wichtige Programmverträge wie die Formel 1 in
Deutschland und bauten ihre Werbemarktanteile hier sowie in
Frankreich aus. Penguin Random House erzielte weltweit kreative
Erfolge und platzierte 461 Titel auf den Bestseller-Listen der „New
York Times“. Zu den meistverkauften Titeln gehörten in den USA die
Bücher „Wonder“ von R. J. Palacio sowie „Origin“ von Dan Brown.
Gruner + Jahr startete neue Zeitschriften wie „Hygge“ und „Ideat“;
die gemeinsam mit der Mediengruppe RTL Deutschland betriebene Ad
Alliance entwickelte sich erfolgreich. Arvato verlängerte Verträge
mit wichtigen Kunden, und die Betriebe der Bertelsmann Printing Group
konnten im Jahresverlauf eine gute Auslastung verzeichnen.

Digitale Transformation: Die RTL Group übernahm SpotX komplett und
kündigte an, den Werbetechnologieanbieter gemeinsam mit dem
Unternehmen Smartclip bis Ende 2018 zusammenzuführen, um eine
digitale Werbevermarktungsplattform zu schaffen. Die Online-Erlöse
der RTL Group stiegen 2017 um 23 Prozent. Auch die Digitalerlöse von
Gruner + Jahr legten in den Kernmärkten Deutschland und Frankreich
deutlich zu, darüber hinaus erzielten die Online-Angebote von
„Stern“, „Brigitte“ und „Gala“ jeweils Reichweitenrekorde. Arvato
verzeichnete Wachstum mit Dienstleistungen für digitale Kunden. Mit
ihren Social-Media-Angeboten erreichen die Bertelsmann-Unternehmen
inzwischen weltweit mehr als 2,4 Mrd. Follower. Insgesamt erreicht
Bertelsmann weltweit mehr als eine Milliarde Menschen täglich.

Wachstumsplattformen: Fremantle Media verzeichnete 2017
internationale Zuschauererfolge, insbesondere mit der Serie „American
Gods“, die über den Videodienst Amazon Prime in mehr als 200 Ländern
zu sehen war. BMG sicherte sich durch den Erwerb der BBR Music Group
eine relevante Position im Country-Music-Markt und nahm renommierte
Künstler – beispielsweise Avril Lavigne, Fergie und Kylie Minogue –
unter Vertrag. Arvato baute seine Supply-Chain-Management- und
Finanzdienstleistungen weiter aus. Im Bildungsbereich wuchs die
Bertelsmann-E-Learning-Tochter Relias organisch und akquisitorisch.
Die Weiterbildungsplattform Udacity, an der Bertelsmann beteiligt
ist, verdreifachte dank neuer Nanodegrees die Zahl der Studenten auf
rund 50.000.

Wachstumsregionen: Über seine vier Fonds Bertelsmann Asia
Investments (BAI), Bertelsmann Brazil Investments (BBI), Bertelsmann
India Investments (BII) und Bertelsmann Digital Media Investments
(BDMI) tätigte der Konzern mehr als 40 Neu- sowie diverse
Folgeinvestitionen in junge Unternehmen. Weltweit hält Bertelsmann
über seine Fonds damit inzwischen mehr als 160 Beteiligungen. Auch
die anderen Konzernbereiche weiteten ihre Aktivitäten in den
Wachstumsregionen aus: Arvato stockte in Brasilien seine Anteile am
Finanzdienstleister Intervalor auf; Relias baute sein Angebot in
China aus.

Ein strategischer Fokus im laufenden Jahr ist für Bertelsmann die
Prüfung strategischer Optionen für den Bereich Customer Relationship
Management (CRM) von Arvato. Das Unternehmen hatte im Januar
bekanntgegeben, einen entsprechenden Prozess zu starten, der neben
Partnerschaften auch den kompletten oder teilweisen Verkauf der
CRM-Geschäfte einschließt. Mit einem Abschluss der Prüfung rechnet
der Konzern im zweiten Halbjahr 2018. Das CRM-Geschäft im
französischsprachigen Raum wird auch in Zukunft von Bertelsmann
geführt.

Thomas Rabe: „Ein Thema mit hoher strategischer Relevanz ist der
Wettbewerb mit den globalen Tech-Plattformen. Wettbewerb ist gut, und
wir stellen uns den neuen Spielern – mit einigem Erfolg. Wir
investieren jedes Jahr rund fünf Milliarden Euro in Premium-Inhalte.
Wir bieten unseren Kunden hohe Reichweiten und sichere Werbeumfelder.
Wir haben unsere digitalen Fähigkeiten deutlich erweitert, etwa in
den Bereichen Online-Video und Werbetechnologie. Und wir arbeiten, wo
es sich anbietet, eng mit den Plattformen zusammen. Was aktuell
fehlt, ist Wettbewerbsgleichheit zwischen den Tech-Plattformen und
den Medienunternehmen aufgrund ungleicher Regulierung, etwa bei der
Anwendung von Wettbewerbsrecht oder der Regulierung der Werbemärkte.“

Der fortgeführte Geschäftsausbau von Bertelsmann resultierte 2017
in einem hohen Investitionsvolumen; die wirtschaftlichen
Investitionen erhöhten sich auf knapp 1,8 Mrd. Euro (Vorjahr: 1,3
Mrd. Euro). Neben dem Erwerb weiterer Anteile an Penguin Random House
und SpotX akquirierte Bertelsmann im Geschäftsjahr unter anderem die
BBR Music Group sowie die Buchverlagsgruppe Ediciones B. Dazu kamen
Investitionen in Musikkataloge sowie Filmrechtepakete. Außerdem
beteiligte sich Bertelsmann Investments im vergangenen Jahr an mehr
als 40 innovativen Unternehmen; seit 2012 hat Bertelsmann allein über
seine vier Investmentfonds mehr als 600 Mio. Euro investiert.

Bernd Hirsch, Finanzvorstand von Bertelsmann, sagte: „Wir haben
unsere Finanzierungsziele im vergangenen Jahr eingehalten – und dies
trotz der hohen Investitionen einschließlich der Anteilsaufstockung
an Penguin Random House. Unser dynamischer Verschuldungsgrad, der
sogenannte Leverage Factor, liegt mit 2,5 innerhalb unseres
Zielkorridors. Die finanzielle Position von Bertelsmann ist weiter
solide; wir verfügen über eine starke operative Mittelfreisetzung.
Diese werden wir nutzen, um auch im laufenden Jahr weiter in unsere
Digital- und Wachstumsgeschäfte zu investieren.“

Das Eigenkapital von Bertelsmann reduzierte sich im Geschäftsjahr
2017 auf 9,1 Mrd. Euro (Vorjahr: 9,9 Mrd. Euro). Der Rückgang
resultiert im Wesentlichen aus den Kaufpreiszahlungen im Zusammenhang
mit den Anteilsaufstockungen an Penguin Random House und SpotX sowie
der Auszahlung einer Sonderdividende an den Mitgesellschafter
Pearson. Die Eigenkapitalquote erreichte 38,5 Prozent (Vorjahr: 41,6
Prozent).

Die Nettofinanzschulden erhöhten sich überwiegend durch die
Finanzierung der Anteilsaufstockung an Penguin Random House auf 3,5
Mrd. Euro (Vorjahr: 2,6 Mrd. Euro). Die weiter gefassten
wirtschaftlichen Schulden stiegen dementsprechend ebenfalls und
betrugen zum 31. Dezember 2017 rund 6,2 Mrd. Euro (Vorjahr: 5,9 Mrd.
Euro). Der bereinigte Operating Free Cash Flow stieg dagegen auf 1,82
Mrd. Euro (Vorjahr: 1,80 Mrd. Euro).

Die Mitarbeiter von Bertelsmann erhalten für das abgelaufene
Geschäftsjahr Gewinn- und Erfolgsbeteiligungen in Höhe von insgesamt
105 Mio. Euro (Vorjahr: 105 Mio. Euro).

Für den Bertelsmann Genussschein 2001 (ISIN DE0005229942) werden
am 15. Mai 2018 gemäß den Genussscheinbedingungen erneut 15 Prozent
auf den Grundbetrag ausgeschüttet. Die Ausschüttung für den
Genussschein 1992 (ISIN DE0005229900) wird bei 8,73 Prozent (Vorjahr:
8,09 Prozent) liegen.

Bernd Hirsch weiter: „Wir sind gut in das laufende Jahr gestartet.
Durch den organischen Ausbau unserer Wachstumsplattformen wird sich
unser Wachstumsprofil weiter verbessern. Für 2018 rechnen wir
dementsprechend mit einem höheren Umsatz sowie einer weiterhin hohen
operativen Profitabilität. Unser Konzernergebnis soll erneut die
Milliarden-Grenze übersteigen.“

Weitere Eckwerte:

Sondereinflüsse

Die Sondereinflüsse reduzierten sich im Geschäftsjahr 2017 auf -83
Mio. Euro nach -139 Mio. Euro im Vorjahr. Bertelsmann Investments
leistete dabei durch Veräußerungsgewinne von Beteiligungen einen
positiven Beitrag.

Cashflow

Im Berichtszeitraum wurde ein Cashflow aus der betrieblichen
Geschäftstätigkeit in Höhe von 1,64 Mrd. Euro generiert (Vorjahr:
1,95 Mrd. Euro). Der bereinigte Operating Free Cash Flow betrug 1,82
Mrd. Euro (Vorjahr: 1,80 Mrd. Euro), die bereinigte Cash Conversion
Rate lag bei 92 Prozent (Vorjahr: 93 Prozent).

Bilanzsumme

Die Bilanzsumme zum 31. Dezember 2017 blieb mit 23,7 Mrd. Euro
(Vorjahr: 23,8 Mrd. Euro) nahezu stabil. Die liquiden Mittel lagen
bei 1,4 Mrd. Euro (Vorjahr: 1,4 Mrd. Euro). Das Eigenkapital
reduzierte sich – im Wesentlichen bedingt durch die
Anteilsaufstockung an Penguin Random House sowie die Auszahlung einer
Sonderdividende an den Mitgesellschafter Pearson – auf 9,1 Mrd. Euro
(Vorjahr: 9,9 Mrd. Euro). Die Eigenkapitalquote lag bei 38,5 Prozent
(Vorjahr: 41,6 Prozent).

Investitionen

Die wirtschaftlichen Investitionen erhöhten sich im Geschäftsjahr
auf 1,8 Mrd. Euro (Vorjahr: 1,3 Mrd. Euro). Bertelsmann stockte im
Berichtszeitraum unter anderem seinen Anteil an Penguin Random House
auf eine strategische Dreiviertelmehrheit auf. Weitere Investitionen
entfielen auf Sachanlagen bei Arvato, den Erwerb von Filmrechten bei
der RTL Group sowie von Musikkatalogen bei BMG.

Mitarbeiter

Zum Ende des Geschäftsjahres 2017 beschäftigte der Konzern
weltweit 119.089 Mitarbeiter. Im Jahr 2017 absolvierten 1.225
Personen eine Berufsausbildung in den inländischen
Bertelsmann-Unternehmen.

Unternehmensbereiche

RTL Group

Die RTL Group verzeichnete 2017 erneut eine sehr erfreuliche
Geschäftsentwicklung. Treiber waren die Mediengruppe RTL Deutschland
und die französische Groupe M6, die in jeweils stabilen
TV-Werbemärkten ihre Werbeeinnahmen steigern konnten. Auch schnell
wachsende Digitalgeschäfte trugen zum positiven Geschäftsverlauf bei.
Das Werbetechnologiegeschäft der RTL Group wurde durch die
vollständige Übernahme des Onlinevideo-Werbevermarkters SpotX
ausgebaut. Darüber hinaus wurde ein Prozess zur Zusammenführung von
SpotX und Smartclip zu einem integrierten Ad-Tech-Powerhouse
gestartet. Die RTL Group baute im Rahmen ihrer „Total
Video“-Strategie die Präsenz auf zahlreichen Onlineplattformen aus
und verzeichnete ein starkes Wachstum der Onlinevideo-Abrufe. Der
Umsatz der RTL Group stieg vor diesem Hintergrund um 2,2 Prozent auf
den Rekordwert von 6,4 Mrd. EUR (Vj.: 6,2 Mrd. EUR). Das Operating
EBITDA erreichte ebenfalls einen neuen Bestwert und erhöhte sich um
5,2 Prozent auf 1,5 Mrd. EUR (Vj.: 1,4 Mrd. EUR). Dazu trugen ein
Veräußerungsgewinn aus dem Verkauf einer Geschäftsimmobilie in
Frankreich sowie höhere Ergebnisbeiträge der Mediengruppe RTL
Deutschland und der RTL-Group-Produktionstochter Fremantle Media bei.
Die EBITDA-Marge erhöhte sich auf 23,2 Prozent nach 22,5 Prozent im
Vorjahr. Die Mediengruppe RTL Deutschland schloss das Geschäftsjahr
erneut mit Rekordwerten bei Umsatz und Ergebnis ab. Dahinter stehen
höhere Werbeeinnahmen aus dem TV- und Digitalgeschäft sowie
gestiegene Plattformerlöse. Der kombinierte Zuschauermarktanteil der
Senderfamilie stieg in der Hauptzielgruppe auf 28,9 Prozent (Vj.:
28,7 Prozent); zugleich weitete sich der Vorsprung gegenüber dem
größten kommerziellen Wettbewerber deutlich auf 4,5 Prozentpunkte aus
(Vj.: 3,4 Prozentpunkte). In Frankreich steigerte die Groupe M6 ihren
Umsatz durch höhere TV-Werbeeinnahmen und die erstmalige
Konsolidierung des französischen Cashback-Marktführers iGraal. Das
Ergebnis war leicht rückläufig, nachdem im Vorjahresergebnis ein
positiver Sondereffekt aus dem schrittweisen Auslaufen einer
Mobilfunkvereinbarung enthalten war. Das Hörfunkgeschäft RTL Radio
France wurde von der RTL Group im Oktober mit der Groupe M6
zusammengeführt, was eine Stärkung des kommerziellen Angebots sowie
Programm und Kostensynergien ermöglichte. Die Groupe M6 erreichte
einen kombinierten Zuschauermarktanteil in der Hauptzielgruppe von
22,3 Prozent (Vj.: 22,2 Prozent). RTL Nederland verzeichnete im
Berichtszeitraum geringere Werbeeinnahmen und einen hierdurch
bedingten Umsatz- und Ergebnisrückgang. Fremantle Media weist für
2017 aufgrund negativer Wechselkurseffekte einen leicht rückläufigen
Umsatz aus, steigerte sein operatives Ergebnis aber im Zuge höherer
Ergebnisbeiträge aus Nordamerika und Europa. Zu den größten kreativen
Erfolgen zählten die von Fremantle Media North America für den
US-Kabelsender Starz produzierte Fantasyserie „American Gods“, die
seit Mai 2017 über Amazon Prime Video in über 200 Ländern abrufbar
ist, sowie die in Deutschland von UFA Fiction für Das Erste
realisierte History-Serie „Charité“. Die RTL Group investierte weiter
in ihre drei strategischen Säulen Sender-, Inhalte- und
Digitalgeschäft und erwarb neben der vollständigen Übernahme von
SpotX beispielsweise einen Minderheitsanteil an dem israelischen
Virtual-Reality-Unternehmen Inception. Die Mediengruppe RTL
Deutschland sicherte sich wichtige Sportrechte an der Rennsportserie
Formel 1 sowie an Spielen der UEFA Europa League.

Penguin Random House

Für Penguin Random House war das Geschäftsjahr 2017 geprägt durch
Veränderungen in der Eigentümerstruktur, eine starke
Bestsellerperformance und einen Ausbau der Geschäfte im
spanischsprachigen Raum. Bertelsmann stockte seinen Anteil an Penguin
Random House im Oktober durch die Übernahme weiterer 22 Prozent vom
Mitgesellschafter Pearson auf eine strategische Dreiviertelmehrheit
auf und stärkte im Zuge dessen seine Governance-Rechte. Das operative
Geschäft profitierte von Hunderten internationaler und nationaler
Bestseller. R. J. Palacios „Wonder“, der meistverkaufte Titel 2017 in
den USA, erhielt zusätzlichen Schub durch eine Verfilmung und wurde
in den englischsprachigen Ländern fast fünf Millionen Mal als
gedrucktes Buch und E-Book verkauft. Während der Umsatz mit
gedruckten Büchern insgesamt stabil blieb und E-Books nur leicht
rückläufig waren, verzeichnete Penguin Random House erneut starke
Zuwächse bei digitalen Hörbüchern. Die Verlagsgruppe baute 2017 ihre
Reichweite bei der Direktvermarktung weiter aus und erwarb zudem die
weltweiten Rechte an zwei Büchern des ehemaligen US-Präsidenten
Barack Obama und seiner Frau Michelle Obama. Unter Berücksichtigung
der vollständig von Bertelsmann gehaltenen deutschen Verlagsgruppe
Random House erzielte der Unternehmensbereich 2017 einen stabilen
Umsatz von 3,4 Mrd. EUR (Vj.: 3,4 Mrd. EUR, -0,1 Prozent). Negative
Währungseinflüsse konnten durch Portfolioeffekte weitestgehend
ausgeglichen werden. Das Operating EBITDA der Buchgruppe verringerte
sich wechselkursbedingt um 2,9 Prozent auf 521 Mio. EUR (Vj.: 537
Mio. EUR). Die EBITDA-Marge erreichte mit 15,5 Prozent erneut ein
hohes Niveau (Vj.: 16,0 Prozent). In den USA platzierten die Verlage
von Penguin Random House im vergangenen Jahr 461 Titel auf den
Bestsellerlisten der „New York Times“, davon 61 auf Platz eins. Neben
„Wonder“ von R. J. Palacio waren insbesondere „Origin“ von Dan Brown,
„Camino Island“ und „The Rooster Bar“ von John Grisham sowie „Into
the Water“ von Paula Hawkins erfolgreich. Fast zehn Millionen Mal
verkauften sich Kinderbuchklassiker von Dr. Seuss. In Großbritannien
verzeichneten die Verlage von Penguin Random House UK Umsatzwachstum
im Vergleich zum Vorjahr. Sie stellten 43 Prozent aller Top-10-Titel
auf den wöchentlichen Bestsellerlisten der „Sunday Times“. Zu den
meistverkauften Büchern gehörten „5 Ingredients“ von Jamie Oliver,
„Origin“ von Dan Brown und „Diary of a Wimpy Kid: The Getaway“ von
Jeff Kinney. Auch die Penguin Random House Grupo Editorial steigerte
ihren Umsatz getrieben von starken Frontlist- und Backlist-Verkäufen,
mit denen die teils rückläufige wirtschaftliche Entwicklung in
mehreren lateinamerikanischen Ländern überkompensiert werden konnte.
Der Erwerb von Ediciones B im Juli stärkte die Position von Penguin
Random House Grupo Editorial als größter Publikumsverlag in
Lateinamerika und vergrößerte außerdem ihren Marktanteil in Spanien.
Die meistverkauften Titel 2017 waren „Una Columna de Fuego“ von Ken
Follett und „Más allá del invierno“ von Isabel Allende. In
Deutschland behauptete die Verlagsgruppe Random House ihre
marktführende Stellung trotz branchenweiter Auswirkungen der
sinkenden Kundenfrequenz im Buchhandel. Die Verlagsgruppe platzierte
401 Titel auf den „Spiegel“-Bestsellerlisten, 22 davon auf Platz
eins. „Die Geschichte der Bienen“ von Maja Lunde war das
meistverkaufte Buch in Deutschland 2017. Autoren von Penguin Random
House wurden mit einer Vielzahl von großen Literaturpreisen geehrt.
Kazuo Ishiguro, der bei Penguin Random House verlegt wird, erhielt
den Nobelpreis für Literatur. Autoren der Verlagsgruppe wurden
außerdem mit vier Pulitzer-Preisen, zwei Man Booker Awards und einem
U.S. National Book Award ausgezeichnet.

Gruner + Jahr

Gruner + Jahr erzielte ein deutlich gestiegenes operatives
Ergebnis, für das vor allem das wachsende Deutschland-Geschäft
verantwortlich war. Der Umsatz ging aufgrund von Portfoliomaßnahmen
um 4,2 Prozent auf 1,5 Mrd. EUR (Vj.: 1,6 Mrd. EUR) zurück. Bemerkbar
machten sich hier die Verkäufe der Verlagsaktivitäten in Spanien und
Österreich. Die wachsenden Digitalerlöse und das Neugeschäft,
darunter auch neue Magazine, wirkten sich hingegen positiv auf das
Ergebnis aus. Das Operating EBITDA verbesserte sich um 6,2 Prozent
auf 145 Mio. EUR (Vj.: 137 Mio. EUR). Damit stieg auch die
EBITDA-Marge auf 9,6 Prozent (Vj.: 8,7 Prozent). In Deutschland wuchs
G+J sowohl im Umsatz als auch im Ergebnis. Die im Marktvergleich
geringen Rückgänge im Printanzeigengeschäft konnten durch stark
wachsende Digitalerlöse ausgeglichen werden. Das deutsche
Vertriebsgeschäft legte in Summe ebenfalls zu. Das stark wachsende
Digitalgeschäft trug maßgeblich zum guten Geschäftsverlauf in
Deutschland bei. Der digitale Anteil am Gesamtumsatz im deutschen
Kernmarkt kletterte damit auf mehr als ein Viertel. Ein hohes
Wachstum verzeichnete die im Jahr 2016 gegründete
Vermarktungsplattform AppLike. Die erfolgreichsten
G+J-Onlineangebote, wie die der Community „Chefkoch“ sowie der
journalistischen Flaggschiffe „Stern“, „Gala“ und „Brigitte“,
erzielten jeweils Rekordreichweiten und -umsätze im abgelaufenen
Geschäftsjahr 2017. Wie in den vergangenen Jahren gab es auch im Jahr
2017 verschiedene Magazinneugründungen, beispielsweise die Launches
von „Ideat“, „Hygge“ und „Cord“. Ebenfalls positiv wirkten sich die
Aktivitäten der von der RTL-Tochter IP Deutschland und der G+J eMS
gemeinsam gebildeten Ad Alliance aus. Unter dem gemeinsam gebildeten
Dach entstehen gattungsübergreifende Werbekonzepte. Hier kam im
vergangenen Jahr der „Spiegel“ hinzu. Die
Content-Communication-Agentur Territory verzeichnete einen positiven
Geschäftsverlauf und die DDV Mediengruppe ein stabiles Geschäftsjahr
in Umsatz und Ergebnis. Das Geschäft von G+J Frankreich war von
moderaten Rückgängen im Umsatz gekennzeichnet. Das Ergebnis ging
stark zurück. Insbesondere das Printanzeigengeschäft sowie einzelne
digitale Geschäfte standen unter Druck, darunter etwa der digitale
Videovermarkter Advideum. Die journalistischen Digitalangebote der
klassischen Magazinmarken wie „Voici“, „Gala“ und „Femme actuelle“
legten in Reichweite und Umsatz deutlich zu, was vor allem auf
wachsende Erlöse im Mobile- und Videosegment zurückgeht. In Summe
lagen die Digitalerlöse damit über dem Vorjahresniveau.

BMG

Die Bertelsmann-Musiktochter BMG verzeichnete 2017 deutliches
Wachstum im Verlags- und Tonträgergeschäft, weitete ihre
Geschäftstätigkeit auf audiovisuelle Inhalte aus und setzte zugleich
ihre internationale Expansion fort. BMG profitierte vom Erwerb der
Country-Label-Gruppe BBR Music Group, von prominenten
Künstler-Signings und Charterfolgen sowie einem fortgesetzten
Aufschwung in der Tonträgerindustrie, der von Streaming und neuen,
aufstrebenden Märkten getrieben wird. Der Umsatz von BMG legte um
21,8 Prozent auf 507 Mio. EUR (Vj.: 416 Mio. EUR) zu. Dahinter stehen
höhere Erlöse in allen Marktsegmenten und Regionen durch organisches
Wachstum und Zukäufe, insbesondere im Tonträgergeschäft sowie im
britischen, US-amerikanischen und australischen Verlagsgeschäft. Auch
das Operating EBITDA erhöhte sich durch organisches und
akquisitorisches Wachstum; es stieg um 9,5 Prozent auf 104 Mio. EUR
(Vj.: 95 Mio. EUR). Die Entwicklung war getragen durch das
Tonträgergeschäft in den USA sowie durch das Verlagsgeschäft in
Großbritannien und in den USA. Die EBITDA-Marge lag bei 20,5 Prozent
(Vj.: 22,8 Prozent). BMG erweiterte sein Portfolio durch eine Reihe
von Akquisitionen und Katalogzukäufen. Im Januar erwarb das
Unternehmen die BBR Music Group, zu der die Country-Music-Labels
Broken Bow Records, Stoney Creek Records und Wheelhouse Records sowie
der Musikverlag Magic Mustang Music gehören. Der Abschluss sichert
BMG eine relevante Position in der Country-Metropole Nashville und
damit im lukrativen Country- Music-Markt. Im September vertraute
Chrissie Hynde, Gründerin und Stimme der britischen Rockband The
Pretenders, ihren Songkatalog BMG an. Auf der Tonträgerseite kamen u.
a. Nickelback, Morrissey, Avril Lavigne, Fergie, Kylie Minogue und
der Rapper Kontra K neu zu BMG. Der weitere Ausbau des
Tonträgergeschäfts ging mit einer starken Präsenz im
Publishing-Bereich einher; so zeichneten BMG-Songwriter im Sommer
2017 13 Wochen in Folge für die jeweiligen Top 3 der Billboard Hot
100 verantwortlich. Das Unternehmen stärkte seine internationale
Präsenz mit der Erweiterung seines Geschäftszweigs in Kanada und
einem Ausbau der Aktivitäten in China. BMG ging dort eine innovative
Partnerschaft mit dem mobilen Social Network Momo ein, um chinesische
Talente mithilfe von BMG-Songwritern weiterzuentwickeln. Das
Verwertungsangebot für Künstler wurde zum Jahresende mit einem
Einstieg in das Film- und Fernsehgeschäft ausgeweitet. Als erste
größere Produktion wurde eine Dokumentation über Joan Jett zur
Premiere beim Sundance Film Festival ausgewählt. Außerdem wurden die
Production-Music-Geschäfte vom BMG in einer neuen internationalen
Unternehmenseinheit gebündelt. Sie kommissioniert und vermarktet die
Rechte an Musikstücken speziell für Film, Radio, Internet,
Videospiele und Werbung. BMG ging im Berichtsjahr
Verwertungspartnerschaften mit mehreren großen Entertainmentanbietern
ein. So verwaltet das Unternehmen künftig die Musikverlagsrechte der
zur RTL Group gehörenden Produktionsgruppe Fremantle Media, des
Streaming-Anbieters Netflix sowie der von Hollywood-Legende Steven
Spielberg gegründeten Produktionsfirma Amblin Partners. BMG
entwickelte darüber hinaus die mobile Applikation myBMG, die
Künstlern und Songwritern überall und fortlaufend einen Überblick
über den Stand ihrer Honorareinkünfte gibt.

Arvato

Arvato verzeichnete im Berichtsjahr 2017 eine stabile
Umsatzentwicklung und einen Rückgang beim operativen Ergebnis. Der
Umsatz von Arvato stieg um 1,6 Prozent auf 3,8 Mrd. EUR (Vj.: 3,8
Mrd. EUR). Insbesondere aufgrund von Herausforderungen in einzelnen
Märkten und Branchen sowie hoher Anlaufkosten für Neugeschäfte sank
das Operating EBITDA im Berichtszeitraum um 10,0 Prozent auf 320 Mio.
EUR (Vj.: 356 Mio. EUR). Die EBITDA-Marge erreichte 8,4 Prozent nach
9,5 Prozent im Vorjahr. Im Juli 2017 haben der
Bertelsmann-Vorstandsvorsitzende Thomas Rabe und
Bertelsmann-Finanzvorstand Bernd Hirsch die Bereichsleitung von
Arvato übernommen. Der Umsatz der Solution Group Arvato CRM Solutions
wuchs im Geschäftsjahr leicht, das Ergebnis entwickelte sich
allerdings rückläufig. Wesentliche Gründe waren der Rückgang des
Geschäftsvolumens innerhalb der Telekommunikationsbranche,
Anlaufkosten für Neukunden und der Ausbau des Geschäfts mit
international tätigen Unternehmen aus der IT/Hightech-Branche. Das
internationale Netzwerk wurde durch die Eröffnung neuer Standorte,
unter anderem auf den Philippinen und im Senegal, erweitert. Arvato
SCM Solutions baute sein weltweites Logistiknetzwerk im abgelaufenen
Geschäftsjahr massiv aus und trug damit der guten Auftragslage
Rechnung. In Deutschland, den USA, Frankreich, Österreich und Polen
wurden neue Distributionszentren in Betrieb genommen und zudem einige
bestehende Standorte, unter anderem in den Niederlanden und
Deutschland, erweitert. Darüber hinaus baute die Solution Group ihre
Dienstleistungsgeschäfte vor allem in den Kernbranchen E-Commerce
Fashion & Beauty und Healthcare aus und stärkte durch die Übernahme
der USA-Auslieferung eines Hightech-Großkunden das
Nordamerika-Geschäft signifikant. Die Anlaufkosten für diese neuen
Geschäftsaktivitäten belasteten die Ergebnisentwicklung. Die
Finanzdienstleistungsgeschäfte von Arvato Financial Solutions
entwickelten sich sowohl in Bezug auf den Umsatz als auch in Bezug
auf das Ergebnis positiv. Der erneut sehr gute Geschäftsverlauf wurde
vor allem durch das weiterhin stabil wachsende Geschäft im Kernmarkt
Deutschland getragen. Um das Dienstleistungsportfolio im innovativen
Fintech- Bereich auszubauen, startete Arvato Financial Solutions eine
Zusammenarbeit mit der Solaris Bank. Zudem wurden die Anteile an dem
brasilianischen Finanzdienstleistungsunternehmen Intervalor von 41,5
Prozent auf 81,5 Prozent aufgestockt. Die Nachfrage nach
IT-Dienstleistungen von Arvato Systems war auch 2017 konstant hoch.
Um diese Nachfrage nachhaltig befriedigen zu können, wurde unter
anderem ein Nearshore- Standort in Riga eröffnet. Zudem wurden der
Ausbau der Geschäftsaktivitäten im Bereich Healthcare-IT erfolgreich
vorangetrieben und weitere Investitionen in Zukunftsfelder wie z.B.
Lösungen für den Smart-Energy-Markt und Cloud-Dienstleistungen
getätigt. Insbesondere die Projektkosten für den Ausbau der
Cloud-Fähigkeiten wirkten sich belastend auf die Ergebnisentwicklung
aus.

Bertelsmann Printing Group

Die Bertelsmann Printing Group verzeichnete im Geschäftsjahr 2017
einen leichten Rückgang im Umsatz auf 1,7 Mrd. EUR (Vj.: 1,7 Mrd.
EUR, -1,6 Prozent) sowie beim Operating EBITDA, das leicht um 2,3
Prozent auf 118 Mio. EUR (Vj.: 121 Mio. EUR) zurückging. Grund für
diese Veränderungen ist der unverändert rückläufige Druckmarkt. Die
EBITDA-Marge der Gruppe ist mit 7,0 Prozent auf dem Niveau des
Vorjahres von 7,1 Prozent. Die Offsetdruckgeschäfte der Bertelsmann
Printing Group sind im Geschäftsjahr 2017 auf gutem Ergebnisniveau
leicht gewachsen. Mohn Media verlängerte im Jahresverlauf wichtige
Kundenverträge unter anderem im Handelssegment. Das auf Printlösungen
für Buchverlage ausgerichtete Unternehmen GGP Media behauptete sich
in einem kompetitiven Marktumfeld ebenso wie die auf Zeitschriften
und Kataloge im kleinen bis mittleren Auflagenbereich spezialisierte
BPG-Tochter Vogel Druck. Die in der Prinovis-Gruppe gebündelten
Tiefdruckaktivitäten entwickelten sich aufgrund schwieriger
Marktbedingungen insgesamt leicht rückläufig. In Großbritannien
konnte das Geschäft mit den 2016 gewonnenen großen Kunden weiter
ausgebaut werden. Die deutschen Prinovis-Standorte litten unter
anhaltenden Mengenrückgängen, insbesondere im Zeitschriftensegment.
Dieser rückläufigen Entwicklung wurde mit einem umfassenden
Effizienz- und Kostensenkungsprogramm, das im Jahresverlauf an den
drei deutschen Standorten abgeschlossen wurde, entgegengewirkt. Die
US-amerikanischen Druckereien der Bertelsmann Printing Group standen
im Geschäftssegment Buchdruck in intensivem Wettbewerb. Deutliche
Rückgänge in der Taschenbuchproduktion wurden durch eine Ausweitung
des Geschäfts außerhalb des Verlagswesens zumindest teilweise
ausgeglichen. Beim operativen Ergebnis lagen die US-Druckereien unter
Vorjahresniveau. Die Umsätze von Sonopress sanken auch aufgrund
schwieriger Marktbedingungen in Mexiko. Am Stammsitz in Gütersloh
konnten hingegen Produktionsmengen, Umsatz und Ergebnis gegen den
allgemeinen Markttrend erneut gesteigert werden. Diese Entwicklung
ist unter anderem auf Vertriebserfolge, auch infolge einer weiteren
Wettbewerbskonsolidierung in Europa, zurückzuführen. Zudem baute
Sonopress im Berichtsjahr die Produktion von UHD-Blu-Ray-Discs weiter
aus. Mit den der Bertelsmann Printing Group seit Januar 2017
zugeordneten drucknahen Marketingdienstleistungsgeschäften werden
kanalübergreifende Kommunikationsleistungen, insbesondere für das
Handelssegment, angeboten. Diese Geschäfte entwickelten sich
insgesamt stabil; unter anderem durch den Ausbau digitaler
Direktmarketing-Lösungen sowie durch die Verlängerung wichtiger
Kundenverträge.

Bertelsmann Eduaction Group

Die in der Bertelsmann Education Group gebündelten
Bildungsaktivitäten mit ihrem Fokus auf die Sektoren E-Learning
(Gesundheit und Technologie) sowie Bildungsdienstleistungen
verzeichneten im Berichtszeitraum in Summe sowohl Umsatz als auch
Ergebniswachstum. Der Umsatz der von Bertelsmann vollkonsolidierten
Geschäfte erhöhte sich im vergangenen Geschäftsjahr signifikant um
32,6 Prozent auf 189 Mio. EUR (Vj.: 142 Mio. EUR). Das Operating
EBITDA verbesserte sich insbesondere aufgrund der erfolgreichen
Geschäftsentwicklung beim Online-Bildungsanbieter Relias sowie
verringerter Anlaufverluste und Transformationskosten in anderen
Geschäften auf 3 Mio. EUR (Vj.: -17 Mio. EUR). Die EBITDA-Marge
betrug 1,8 Prozent (Vj.: -11,6 Prozent). Relias, das derzeit umsatz-
und ertragsstärkste Unternehmen der Bertelsmann Education Group,
setzte im Berichtszeitraum seinen Expansionskurs fort und wuchs
sowohl organisch als auch akquisitorisch. Das Unternehmen vergrößerte
seine Kundenbasis auf mehr als 6.500 Institutionen, deren Mitarbeiter
2017 rund 32,8 Mio. Onlinekurse absolvierten. Durch die Akquisition
des US-Unternehmens Whitecloud baute die Bertelsmann-Tochter ihre
Kompetenzen in den Bereichen Analytics sowie Performance-Management
weiter aus und erweiterte so die bestehenden Geschäftsfelder. Die
Weiterbildungsplattform Udacity entwickelte gemeinsam mit
renommierten Partnerunternehmen ihr Lehrangebot weiter und führte
mehrere neue Nanodegree-Programme ein, darunter zu Themen wie Deep
Learning, Digital Marketing und Softwareentwicklung für Robotik. Die
internationalen Aktivitäten wurden weiter ausgebaut; die Zahl der
Lernenden in kostenpflichtigen Udacity-Programmen erhöhte sich auf
rund 50.000. Bertelsmann ist einer der größten Anteilseigner an
Udacity.

Bertelsmann Investments

Die vier im Unternehmensbereich Bertelsmann Investments
gebündelten Fonds des Konzerns bauten im Geschäftsjahr 2017 ihr
globales Netzwerk aus Start-up-Beteiligungen weiter aus. Bertelsmann
Asia Investments (BAI), Bertelsmann Brazil Investments (BBI),
Bertelsmann India Investments (BII) und Bertelsmann Digital Media
Investments (BDMI) tätigten insgesamt mehr als 40 Neuinvestitionen
sowie parallel mehrere Exits, sodass Bertelsmann über seine
Corporate-Fonds zum Jahresende über 160 Beteiligungen hielt. Im Fokus
standen dabei fondsübergreifend Investitionen in Geschäftsfelder mit
hoher Relevanz für den Konzern – beispielsweise digitale
Medienangebote, Dienstleistungen im E-Commerce-Bereich, Fintech sowie
Bildung. Die Geschäftsentwicklung von Bertelsmann Investments wird im
Wesentlichen auf Basis des EBIT dargestellt, das mit 141 Mio. EUR
deutlich den Vorjahreswert von 35 Mio. EUR übertraf. Gewinne aus
Beteiligungsverkäufen leisteten im abgelaufenen Geschäftsjahr erneut
einen positiven Beitrag zum Konzernergebnis. In China tätigte BAI im
Berichtszeitraum 29 neue Investments sowie sieben Folgeinvestitionen,
darunter die Bike-Sharing-App Mobike und der E-Commerce-Dienstleister
SEE. Erstmals gingen innerhalb eines Jahres gleich vier
BAI-Beteiligungen an die Börse: die Premium-Lifestyle-Plattform
Secoo, das Fintech-Unternehmen Lexin und die
Digital-Marketing-Plattform iClick debütierten 2017 an der New Yorker
Technologiebörse Nasdaq, die Automobil-Handelsplattform Yixin Group
an der Börse von Hongkong. In Indien stärkte BII seine Aktivitäten im
Bildungsmarkt durch eine Beteiligung am Weiterbildungsunternehmen
Eruditus Executive Education, das gemeinsam mit globalen
Ivy-League-Universitäten Kurse entwickelt. Darüber hinaus tätigte der
Fonds sechs Folgeinvestments, unter anderem in das Unternehmen
Treebo, einen Marktplatz für Budget- Hotels, sowie das
Fintech-Start-up Lendingkart, das in über 900 Städten Onlinekredite
an kleine und mittelgroße Unternehmen vermittelt. Gemeinsam mit dem
Partner Bozano Investimentos setzte BBI in Brasilien den Aufbau eines
Universitätsverbunds mit Schwerpunkt auf Bildung im Gesundheitswesen
fort und erhöhte seinen Anteil an Medcel, einem Anbieter von
Vorbereitungskursen für Medizinstudenten. BDMI tätigte im
Berichtszeitraum elf neue Beteiligungen, darunter in das
Videounternehmen Wibbitz und die Charity-Plattform Omaze. Parallel
tätigte der Fonds mehrere Folgeinvestitionen, unter anderem in den
Next-Generation-Publisher Clique Media. Alle Fonds trugen durch ihre
Arbeit dazu bei, innovative und digitale Trends für den Konzern
aufzuspüren sowie die Position von Bertelsmann als attraktivem
Geschäftspartner weiter zu festigen. Seit 2012 investierten die vier
Investmentfonds insgesamt über 600 Mio. EUR in zukunftsorientierte
Unternehmen.

Zahlen im Überblick (in Mio. Euro)

2017 2016
Konzernumsatz 17.190 16.950
Operating EBITDA der Bereiche
Corporate / Konsolidierung
Operating EBITDA aus fortgeführten Aktivitäten 2.686 2.634
-50 -66
2.636 2.568
Sondereinflüsse -83 -139
Finanzergebnis -219 -244
Ergebnis vor Steuern aus fortgeführten Aktivitäten 1.677 1.555
Ertragsteueraufwand -472 -419
Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Aktivitäten 1.205 1.136
Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Aktivitäten -7 1
Konzernergebnis 1.198 1.137

Wirtschaftliche Investitionen (inkl. übernommener
Finanzschulden) 1.776 1.262

Stand Stand
31.12.2017 31.12.2016
Wirtschaftliche Schulden 6.213 5.913

Die Vergleichszahlen der Vorperiode wurden angepasst.

Bereich Umsatz Operating EBITDA
(in Mio. Euro) 2017 2016 2017 2016
RTL Group 6.373 6.237 1.478 1.405
Penguin Random House 3.359 3.361 521 537
Gruner + Jahr 1.513 1.580 145 137
BMG 507 416 104 95
Arvato 3.823 3.763 320 356
Bertelsmann Printing Group 1.681 1.709 118 121
Bertelsmann Education Group 189 142 3 -17
Bertelsmann Investments* – – -3 –
Summe der Bereiche 17.445 17.208 2.686 2.634
Corporate / Konsolidierung -255 -258 -50 -66
Summe Konzern 17.190 16.950 2.636 2.568

Vergleichszahlen der Vorperiode wurden angepasst.

*Die Geschäftsentwicklung von Bertelsmann Investments wird im
Wesentlichen auf Basis des EBIT ermittelt. Das EBIT betrug 141 Mio.
EUR (Vorjahr: 35 Mio. EUR).

Über Bertelsmann

Bertelsmann ist ein Medien-, Dienstleistungs- und
Bildungsunternehmen, das in rund 50 Ländern der Welt aktiv ist. Zum
Konzernverbund gehören die Fernsehgruppe RTL Group, die
Buchverlagsgruppe Penguin Random House, der Zeitschriftenverlag
Gruner + Jahr, das Musikunternehmen BMG, der Dienstleister Arvato,
die Bertelsmann Printing Group, die Bertelsmann Education Group sowie
das internationale Fonds-Netzwerk Bertelsmann Investments. Mit
119.000 Mitarbeitern erzielte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2017
einen Umsatz von 17,2 Milliarden Euro. Bertelsmann steht für
Unternehmergeist und Kreativität. Diese Kombination ermöglicht
erstklassige Medienangebote und innovative Servicelösungen, die
Kunden in aller Welt begeistern.

Für Rückfragen:

Bertelsmann SE & Co. KGaA
Andreas Grafemeyer
Leiter Medien- und Wirtschaftsinformation
Tel.: +49 5241 80-2466
andreas.grafemeyer@bertelsmann.de

Original-Content von: Bertelsmann SE & Co. KGaA, übermittelt durch news aktuell

veröffentlicht von am 27. Mrz 2018. gespeichert unter Medien/Unterhaltung, Verlag. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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