BERLINER MORGENPOST: Ein notwendiger Abschied – Kommentar von Felix Müller zur Ablösung des Volksbühnen-Intendanten Chris Dercon





Natürlich kann man die Berufung Dercons durch den
damaligen Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit und seinen
Kulturstaatssekretär Tim Renner als den Urfehler benennen, ohne den
der Stadt einiges erspart geblieben wäre. Noch heute lässt sich nicht
genau sagen, was die Ablösung Frank Castorfs so zwingend erforderlich
machte. Die Proteste gegen Chris Dercon ließen freilich auch die
bedenkliche Weigerung weiter Teile des hauptstädtischen
Kulturestablishments erkennen, sich einmal auf etwas Neues
einzulassen – bedenklich deshalb, weil das Theater davon lebt, neue
und ungewohnte Wege zu beschreiten. So blieb Chris Dercon ohne
Unterstützung, er war ein Intendant ohne Hausmacht. In der
vergifteten Atmosphäre am Rosa-Luxemburg-Platz war eine kreatives,
offenes Klima schlichtweg nicht mehr zu stiften. Dafür gibt es mit
der Ablösung nun eine Chance. Der Nachfolger wird gut daran tun, an
die experimentellen Ensembletraditionen des deutschen Sprechtheaters
anzuknüpfen, für die das Haus immer gestanden hat. Darin liegt die
Kraft der Volksbühne, darin kann sie auch in Zukunft liegen.

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Telefon: 030/887277 – 878
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veröffentlicht von am 13. Apr 2018. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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