Auszeichnung der Deutschen Schallplattenkritik an WDR Sinfonieorchester





Im Mai 2020 geht der Vierteljahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik gleich zweimal an Produktionen des WDR Sinfonieorchesters für beste CD-Veröffentlichungen.

In der aktuellen Bestenliste erhält die Gesamteinspielung der “Chemins” von Berio (1925-2003), die im Dezember 2019 als Doppel-CD beim Label Bastille Musique erschien, den renommierten Preis in der Kategorie “Zeitgenössische Musik”. Die Violinkonzerte von Franz Joseph Clement unter dem Dirigat von Reinhard Goebel und der Solistin Mirijam Contzen beim Label Sony Classical erhält den Preis in der Kategorie “Orchestermusik”.

“Dass zwei so unterschiedliche Produktionen gleichzeitig in einer Bestenliste aufgenommen wurden, zeigt die große künstlerische Qualität und enorme Flexibilität des WDR Sinfonieorchesters”, so Dr. Christoph Stahl, Leiter der Hauptabteilung Orchester und Chor im WDR.

Zu Berio:

Dem WDR Sinfonieorchester sei, wie es in der Begründung der Jury heißt, “das wirklich verwegene Projekt gelungen, erstmalig alle neun –Chemins– auf einer Doppel-CD zu veröffentlichen. Eine editorische Sensation! Chapeau vor allen Beteiligten!”

Luciano Berio gilt als einer der wichtigsten Vertreter der Neuen Musik nach 1945. Der italienische Komponist hat immer wieder mit den Klangkörpern des WDR zusammengearbeitet. Die “Chemins” basieren alle auf Solostücken seiner berühmten “Sequenza”-Serie, die hier in kurze Konzertstücke für Solisten und Orchester verwandelt werden.

Die Solopartien hatte Berio einst für Spezialisten der Neuen Musik maßgeschneidert. Hier werden sie in der Mehrzahl von Mitgliedern des WDR Sinfonieorchesters übernommen. “Doch nicht nur die Solisten sind hier virtuos gefordert. Auch das Tutti muss durchweg mehr als sonst leisten, vor allem, wenn Orchestermusiker im direkten Dialog mit den Solisten spielen,” sagt Harry Vogt, der Redakteur der Aufnahmen, die alle im Umfeld der “Chemins”-Aufführungen in der Konzertreihe “Musik der Zeit” 2016 bis 2017 in Köln entstanden sind. “Die Produktion ist insofern die klingende Ernte dieser Spielzeit.”

Zu den Solisten zählen u.a. Christophe Desjardins, der kürzlich verstorbene französische Viola-Virtuose, Andreas Mildner (Harfe), Maarten Dekkers (Oboe), Martin Griebl (Trompete), Andreas Langenbuch (Bassklarinette), Pablo Márquez (Gitarre) und Lutz Koppetsch (Saxophon).

Zu Clement:

“Die Idee Reinhard Goebels, vergessene Werke aus dem Umfeld Beethovens wieder zugänglich zu machen, erweist sich als “Kollateral-Nutzen” des Beethovenjahres […]. In seinen beiden groß angelegten Violinkonzerten ist der um zehn Jahre jüngere Clement nun als ein ernsthafter Komponist zu entdecken, absolut überzeugend interpretiert durch die großartige Mirijam Contzen und das WDR Sinfonieorchester unter Goebel.”, so die Jury zu der Aufnahme.

Der Preis der Deutschen Schallplattenkritik, der 1963 ins Leben gerufen wurde, gilt als einer der wichtigsten auf dem Gebiet hochwertiger Musikeinspielungen. Die Auszeichnung wird unabhängig von der Tonträgerindustrie vergeben. Für die Jury sind insgesamt 160 Kritiker*innen in 32 Kategorien tätig.

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Alessandro Romio
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veröffentlicht von am 21. Mai 2020. gespeichert unter Medien/Unterhaltung. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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