ARD radiofeature: „Im Fadenkreuz – Kommerzielle Fluchthelfer im Kalten Krieg“ / Geheimdienstler bestätigen Mitwirkung an Ost-West-Fluchten





Von der Presse wurden sie als idealistische,
selbstlose Helden gefeiert, vom DDR-Regime als Verbrecher verfolgt,
von der Bundesrepublik offiziell geächtet – und doch heimlich
unterstützt. Kommerzielle Fluchthelfer waren im Kalten Krieg
diesseits und jenseits der Mauer Spielball von Politik und
Geheimdiensten. Heute verschanzen sich damalige Verantwortliche aus
Ost und West hinter einer Mauer des Schweigens.

Im ARD radiofeature „Im Fadenkreuz – Kommerzielle Fluchthelfer im
Kalten Krieg“ bestätigt nun erstmals ein ehemaliger Mitarbeiter des
Berliner Verfassungsschutzes, dass es sogar eine geheime
„Arbeitsgruppe Fluchtabsicherung“ gegeben hat. Bisher unbekannte
Dokumente belegen: Es gab umfangreiche Verbindungen zwischen
Politikern, Geheimdiensten, Polizei und Fluchthelfern. Das Feature
von Autorin Gabriele Knetsch ist ab Mittwoch, 21. Januar 2015, in
sieben Wort- und Kulturwellen der ARD und im Internet unter
www.ard-radiofeature.ard.de zu hören.

Gabriele Knetsch stößt 25 Jahre nach dem Mauerfall immer noch auf
Ausflüchte, Schweigen und Lügen. Die Autorin hat Akten des
Stasi-Archivs, des BND und der CIA eingesehen und mit Zeitzeugen
gesprochen. Ihre Recherchen ergaben: Westliche Geheimdienste nutzten
die „Republikflucht“ als Strategie, um die DDR auszubluten, denn es
waren gerade die Hochqualifizierten, die in den Westen wollten.
Bundesdeutsche Politiker ließen ihre eigenen Leute aus der DDR
herausholen – von professionellen Fluchthelfern, deren Existenz sie
offiziell leugneten. Doch wie sehr bundesdeutsche Politiker unter dem
Druck der Amerikaner standen, veranschaulicht Egon Bahr mit einer bis
heute nicht offiziellen Anweisung: Die Alliierten forderten von der
West-Berliner Polizei, die Mauer mit Waffengewalt zu schützen.

Fluchthilfe – ein dunkles Kapitel in der deutschen Geschichte.
Zwischen offiziellen Verlautbarungen und der bitteren Realität liegen
Welten. Heutzutage heißen Fluchthelfer „Schleuser“ und werden als
Kriminelle abgestempelt. Richtet sich die Bewertung von Fluchthilfe
etwa danach, was gerade politisch opportun ist?

Gabriele Knetsch arbeitet seit 1985 als Autorin und
Radio-Journalistin überwiegend für den Bayerischen Rundfunk. Schon
für ihr Feature „Handelseinig: DDR-Zwangsarbeit und die Verantwortung
der Westbetriebe“ (Erstsendung: Bayerischer Rundfunk, 2013) bekam sie
viel Anerkennung und wurde unter anderem für den
Ernst-Schneider-Preis nominiert.

Sendetermine:

SWR 2 Mittwoch, 21. Januar 2015, 22:05 Uhr
BR 2 Samstag, 24 Januar 2015, 13:05 Uhr
SR 2 Samstag, 24. Januar 2015, 17:05 Uhr
Nordwestradio (RB) Sonntag, 25. Januar 2015, 16:05 Uhr
NDR info Sonntag, 25. Januar 2015, 11:05 Uhr
WDR 5 Sonntag, 25. Januar 2015, 11:05 Uhr
hr2-kultur Sonntag, 25. Januar 2015, 18:05 Uhr

Redaktion: Ulrike Ebenbeck (BR)

Eine Produktion des Bayerischen Rundfunks für das ARD radiofeature
2015

Registrierte Nutzer der WDR-Presselounge und des SWR-Presseportals
können das ARD radiofeature noch vor der Ausstrahlung im jeweiligen
„Vorführraum“ hören: www.presse.wdr.de / www.presseportal.swr.de.

Fotos finden Sie unter www.ard-foto.de

Pressekontakt:
Westdeutscher Rundfunk Köln
Uwe-Jens Lindner
Presse und Information
Telefon: 0221 220 7123
uwe-jens.lindner@wdr.de

Besuchen Sie auch unsere Internetseite www.ard.de/intern
und folgen Sie uns auf Twitter unter https://twitter.com/ARD_Presse

veröffentlicht von am 15. Jan 2015. gespeichert unter Medien/Unterhaltung. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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