Apotheken – Architektur und Raumgestaltung: Deutschland, Österreich, Schweiz





Der durchschnittliche Verbraucher nimmt Apotheken häufig lediglich als gegebene Notwendigkeit wahr, auf die er stets zurückgreifen kann. Er ist zumeist sogar in der Lage, aus verschiedenen Apotheken in seiner Umgebung auszuwählen, welche seinen Bedürfnissen am ehesten zu entsprechen scheint. Die Betreiber von Apotheken müssen also abwägen, welche Klientel sie ansprechen wollen und wie sie sich auf dem lokalen Markt etablieren wollen. Denn Apotheken sind keineswegs lediglich Dienstleister, die nur zur Erfüllung von Arztrezepten dienen. Sie schaffen eine eigene kleine Warenwelt und wollen mit dieser genauso Kunden anziehen und zum Kauf animieren, wie jedes andere Geschäft auch. Die räumliche Ausgestaltung wird damit zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil.
Entsprechend wichtig ist der äußere wie innere Eindruck der Apotheke. Sie soll dem potentiellen Kunden Wohlbefinden, aber auch sachliche Kompetenz vermitteln. Er soll sich sicher aufgehoben und gut beraten fühlen, im Idealfall sogar bevor er überhaupt ein Wort mit einem Mitarbeiter gewechselt hat. Dazu kommen die rechtlichen Bestimmungen bezüglich der Einrichtung von Apotheken. Bestimmte räumliche Bestandteile müssen eindeutig für den Besucher unzugänglich sein, dürfen aber auch nicht abweisend auf diesen wirken. Bestimmte Artikel müssen einfach zum Mitnehmen verfügbar, die Anordnung der Waren nicht nur direkt einleuchtend, sondern auch verführerisch und anziehend positioniert sein.
Die Raumplanungskonzepte moderner Apotheken können demnach vielgestaltig ausfallen und ganz verschiedene Atmosphären vermitteln. So treffen klassische, altehrwürdige Einrichtungen aus dunklem Massivholz auf moderne, helle und freundliche Raumgestaltungen. Regionale Baustile können dabei genauso eine Rolle spielen wie ästhetische Präferenzen der Betreiber oder der typische Stil eines Architekturbüros.
So präsentiert sich die Apotheke zum Weißen Kreuz in Wien mit ihren historischen, aufwändig geschmückten Bestandsmöbeln, die mit hellen, ausladenden und modern gestalteten Räumlichkeiten verbunden werden, als traditionsbewusstes Familienunternehmen, das dennoch am Puls der Zeit geblieben ist. Andere Apotheken entführen den Kunden in eine neue Welt. In der Kloster-Apotheke in Berlin-Rudow trifft er auf die Verbindung von „preußisch“ sachlicher Zweckmäßigkeit und historischer Kuriositätensammlung in Form einer mystisch anmutenden Walskulptur. Dagegen taucht er in der Berliner Curtius Apotheke ausgehend von der Illusion einer heilen Welt ein in eine Anmutung von archaisierender Science-Fiction mit Luftschiff, schweren Kassettendecken und wuchtigem Mobiliar.
Gestaltungsmöglichkeiten dieser Art stellt das Buch anhand von mehr als 60 zeitgenössischen Projekten aus dem deutschsprachigen Raum vor. Es sieht sich als Ideensammlung und Leitfaden für Apotheker wie für Architekten mit über 500 Fotografien und Plänen sowie illustrierenden Texten mit Informationen zu Anforderungen und Zielsetzungen der jeweiligen Gestaltungskonzepte. Dabei fällt die Vielfalt der unterschiedlichen Projekte auf, die Räumlichkeiten finden in verschiedenen Varianten Nutzung als modernes Shoppingerlebnis, für intime Beratungszonen oder gemütliche Ruheinseln.

veröffentlicht von am 2. Okt 2019. gespeichert unter Verlag. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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