Angeklagter behauptet Verhältnis zu einer Schöffin / Prozess gegen „Freie Kameradschaft Dresden“ gefährdet?





Folgender Text ist bei exakter Quellenangabe MDR
mit einer freigegeben:

Der inhaftierte mutmaßliche Anführer der „Freie Kameradschaft
Dresden“, Benjamin Z., hat offenbar aus dem Gefängnis heraus
versucht, sein Gerichtsverfahren zu manipulieren. Das geht aus
Chatverläufen hervor, die dem MDR-Magazin „Exakt“ vorliegen. Demnach
hatte Benjamin Z. aus der Untersuchungshaft in der JVA Torgau mit
einem illegalen Internetzugang über sieben Monate hinweg engen
Kontakt zu seinen Kameraden und Mitangeklagten.

Dem im Juli 2018 beschlagnahmten Tablet konnten Ermittler Hinweise
entnehmen, wonach Benjamin Z. Zeugenaussagen zu beeinflussen
versuchte und Verfahrensinterna an seine Kameraden verriet. Der
innenpolitische Sprecher der Grünen im sächsischen Landtag Valentin
Lippmann bezeichnete die Panne als „Supergau“, wenn so etwas
passiere, sei „die Integrität eines solchen großen Strafverfahrens“
gefährdet.

MDR-„Exakt“ liegen darüber hinaus Hinweise vor, wonach der
angeklagte Rechtsextremist eine Affäre mit einer Schöffin des
Verfahrens gehabt haben soll. In einer Art zweiseitigem Lebenslauf
schreibt Z.: „Übrigens hatte ich vor der Verhandlung etwas mit der
Schöffin“. Zuvor hatte ein Wegbegleiter des inhaftierten
Rechtsextremisten gegenüber einem „exakt“-Reporter von einer Liaison
zwischen Benjamin Z. und der Schöffin berichtet.

Sächsische Abgeordnete sehen darin eine mögliche Gefährdung des
Verfahrens. „Wenn ich mir vorstelle, dass es so ist, dass einer der
Angeklagten in irgend einer Art und Weise eine Beziehung zu einer
Schöffin hatte, dann mach ich mir Sorgen, wie dieser Prozess noch
weiter gehen kann“, kommentierte die Linken-Landtagsabgeordnete
Kerstin Köditz gegenüber „Exakt“.

Das sächsische Justizministerium wollte sich zu dem konkreten Fall
auf MDR-Anfrage nicht äußern.

Seit mehr als einem Jahr muss sich Benjamin Z. mit fünf weiteren
Angeklagten vor dem Landgericht Dresden unter anderem wegen
Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung verantworten. Die
Gruppe steht unter Verdacht, an Angriffen auf Flüchtlingsunterkünfte
und alternative Jugendklubs beteiligt gewesen zu sein. Dabei soll sie
mit der rechtsterroristischen Vereinigung „Gruppe Freital“ kooperiert
haben.

Mehr dazu in „Exakt“ ,07.11.2018 – 20.15 Uhr, im MDR-Fernsehen und
unter mdr.de/investigativ.

Pressekontakt:
MDR, Anja Riediger, Tel.: (0341) 3 00 48 45,
E-Mail: anja.riediger@mdr.de

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veröffentlicht von am 7. Nov 2018. gespeichert unter Medien/Unterhaltung. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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