Alle Jahre wieder: Wenn nur die Weihnachtszeit Kinder ins Theater lockt





“Weihnachtsmärchen stammen aus einer Zeit als Theater noch für Kaiser, Gott und Vaterland erziehen sollte”, sagt Prof. Dr. Wolfgang Schneider. Der Kulturwissenschaftler der Universität Hildesheim plädiert in einem Buch für zeitgemäßes Kinder- und Jugendtheater.

“Weihnachtsmärchen stammen aus einer Zeit als Theater noch für Kaiser, Gott und Vaterland erziehen sollte, sie sind Relikt einer national-chauvinistischen vor allem aber religiös-sittlichen Tradition preußischer Amtspädagogik aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts”, so Schneider. Damals waren es findige Geschäftemacher, die mit märchenhaften Sujets ein paar Jahrzehnte nach der ersten Edition der Brüder Grimm ein Bildungsbürgertum mit ihren Kindern vor Weihnachten ins Theater lockten.
Noch heute ist das “Kinderstück zur Weihnachtszeit” im Spielplan ein Wirtschaftsfaktor für Stadt- und Staatstheater, mit manchmal mehr als 50 Aufführungen einer Inszenierung und bis zu drei Mal am Tag sowie für rund eine halbe Million Zuschauer deutschlandweit, beobachtet Schneider.

Der Stoff aus dem die Geschichten über Abenteuer und Zauber entnommen sind, basiert nach wie vor auf Märchen wie “Hänsel und Gretel” oder “Die Schneekönigin”, auf Bühnenklassikern wie “Peterchens Mondfahrt” (1912) oder “Peter Pan” (1904) sowie auf Kinderbüchern wie “Der Räuber Hotzenplotz” oder “Pippi Langstrumpf”.

“Es gibt aber auch eine Dramatische Kunst für junges Publikum, die sich als Anschauung des Lebens, als Anstoß zu einem fantasievollen Umgang mit der Wirklichkeit versteht”, unterstreicht Schneider. Er verweist auf jüngere Produktionen, die auch beim Nationalen Festival “Augenblick mal! 2013” gezeigt werden: Junges Schauspiel Hamburg, Schnawwl Mannheim, Fundus Theater Hamburg, Junges Staatstheater Berlin und Theater Marabu in Bonn. Über zeitgemäßes Kinder und Jugendtheater schreibt Wolfgang Schneider auf fast 500 Seiten in seinem Buch “Theater für Kinder und Jugendliche. Beiträge zu Theorie und Praxis”, das in diesen Tagen im Georg Olms-Verlag herausgekommen ist und am 5. Dezember 2012 in Hildesheim Premiere feiert.

Prof. Dr. Wolfgang Schneider ist Direktor des Instituts für Kulturpolitik der Universität Hildesheim. Er war Gründungsdirektor des Kinder- und Jugendtheaterzentrums in der Bundesrepublik Deutschland und ist ehrenamtlich als Vorsitzender der nationalen ASSITEJ e.V. sowie als Ehrenpräsident der Internationalen Vereinigung des Theaters für Kinder und Jugendliche tätig. Schneider ist auch Herausgeber des Jahrbuchs und des Magazins (erscheint drei Mal im Jahr als Beilage zur Zeitschrift “Theater der Zeit”) für Kinder- und Jugendtheater “IXYPSILONZETT”.

Buchvorstellung am Mittwoch, 5. Dezember 2012

Theater für Kinder und Jugendliche, das gibt es nicht nur zur Weihnachtszeit. Der Autor und Kulturpolitikprofessor Dr. Wolfgang Schneider und die Professorin für Ästhetik des Kinder- und Jugendtheaters, Dr. Geesche Wartemann, (beide Universität Hildesheim) sowie der Intendant des Theater für Niedersachsen (TfN), Jörg Gade, sprechen über die Lage des Kinder- und Jugendtheaters in Deutschland.

Zur Buchvorstellung “Theater für Kinder und Jugendliche. Beiträge zu Theorie und Praxis” (2., überarbeitete und erweiterte Auflage 2012) laden das TfN und der Georg Olms-Verlag Hildesheim ein.

Wann? Mittwoch, 5. Dezember 2012, um 16:00 Uhr
Wo? im F1, Theater für Niedersachsen (Theaterstr. 6, 31134 Hildesheim)

Stiftung Universität Hildesheim
Isa Lange
Marienburger Platz 22
31141 Hildesheim
Deutschland

Telefon: +49 (0) 51 21 – 883 0
Handy: 0177 8605905
Telefax: +49 (0) 51 21 – 883 177

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E-Mail: presse@uni-hildesheim.de

veröffentlicht von am 29. Nov 2012. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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