3sat zeigt “Kolyma – Die Straße der Knochen” / Dokumentarfilmer Stanislaw Mucha blickt im ehemaligen Land der Gefangenen und Toten auf das Leben heute (FOTO)





Montag, 7. Oktober 2019, 22.25 Uhr
Erstausstrahlung

Kolyma, die 2000 Kilometer lange Straße im Nordosten Russlands,
heißt auch “Straße der Knochen”. Zu Stalins Zeiten starben mehr als
drei Millionen Menschen in den umliegenden Gulags. Der
deutsch-polnische Filmemacher Stanislaw Mucha (“Absolut Warhola”,
“Tristia”) ist von Magadan bis Jakutsk gefahren und nähert sich der
Geschichte und den Menschen, die heute dort leben. 3sat zeigt den
Dokumentarfilm “Kolyma – Die Straße der Knochen” in Erstausstrahlung
am Montag, 7. Oktober 2019, um 22.25 Uhr.

Die Landstraße Kolyma entstand in der Stalin-Ära von 1932 bis
1953; sie verläuft durch den tiefsten Nordosten Russlands. Angesichts
beträchtlicher Goldfunde in dieser Region errichtete man entlang der
Trasse Hunderte von Arbeitslagern, in die Millionen Menschen, als
politische Feinde und Kriminelle deklariert, jahrzehntelang unter
schrecklichsten Bedingungen gesperrt wurden. Mehr als drei Millionen
Menschen ließen dabei ihr Leben. Für Beerdigungen gab es keine Zeit,
die Leichen wurden oftmals nur am Rand der Straße verscharrt, ihre
Knochen findet man dort bis heute noch: Es ist der wohl längste
Friedhof der Welt. Kolyma war das Zentrum des sowjetischen
Straflagersystems, bekannt als “Gulag”. Diese Geschichte ist nie
gründlich aufgearbeitet worden.

Stanislaw Mucha reiste mit seinem Team von der Hafenstadt Magadan
im Osten Sibiriens bis nach Jakutsk, der im Winter kältesten
Großstadt der Welt. Entlang der Trasse liegen zahlreiche Ortschaften,
die einst von Gulag-Häftlingen erbaut wurden. Heute sind es
trostlose, verlassene Dörfer und Städte, in denen man noch immer in
den Dauerfrostböden nach Gold gräbt und in denen die eigentlichen
Götter Stalin oder Putin zu sein scheinen. Auf der Route der
Gefangenen hat Mucha nach dem Leben heute gesucht: Kann man dort
lieben, lachen oder glücklich sein? Wie erzieht man dort die Kinder?
Wie verdient man Geld, singt oder stirbt man? Muchas Begegnungen mit
überraschend offenen Menschen und deren persönlichen Geschichten
lassen ein Bild vom heutigen Kolyma entstehen, das immer noch im
Schatten der Vergangenheit steht.

Ansprechpartnerin: Claudia Hustedt, Telefon: 06131 – 70-15952;
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Der Film als Video-Stream: https://kurz.zdf.de/vUL/

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veröffentlicht von am 30. Sep 2019. gespeichert unter Medien/Unterhaltung. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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