30 Jahre Prager Botschaft / Ex-Innenminister Seiters: Wer Diktaturüberwindet, lässt auch Fremdenfeindlichkeit und Rassismus nicht zu





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Der ehemalige Bundesinnenminister Rudolf Seiters (CDU) sieht im
Erfolg der friedlichen Revoltution auch die Kraft, heutige
gesellschaftliche Probleme zu bewältigen. “Die Menschen in
Deutschland haben die Diktatur überwunden, sie werden auch
Fremdenfeindlichkeit und Rassismus nicht zulassen”, sagte Seiters dem
MITTELDEUTSCHEN RUNDFUNK anlässlich des 30. Jahrestages der Ausreise
der DDR-Flüchtlinge über die Prager Botschaft am 30. September 1989.

Seiters stand vor 30 Jahren an der Seite des damaligen
Außenministers Hans-Dietrich Genscher (FDP), der 2016 verstorben ist,
vor rund 5.000 DDR-Bürgern auf dem Balkon der Botschaft. Genscher
verkündete nach wochenlangen Verhandlungen mit der DDR-Führung die
historischen Worte “Wir sind heute zu Ihnen gekommen, um Ihnen
mitzuteilen, dass Ihre Ausreise heute…” (Der Rest ging im Jubel
unter.) Er bestätigte damit die Ausreisemöglichkeit der Flüchtlinge
in die BRD. “In Prag wurde der erste Stein aus der Mauer gebrochen”,
sagte Seiters. Er werde diesen Tag nie vergessen.

Der ehemalige Innenminister sieht 30 Jahre nach den Prager
Ereignissen im vereinten Deutschland viele Erfolge, aber auch
Probleme wie etwa Bevölkerungsschwund in ländlichen Regionen, Sorgen
bei den Themen Flüchtlingszustrom, Sicherheit und Kriminalität.
Außerdem fühlten viele Menschen ihre Lebensleistungen nicht
ausreichend gewürdigt. “Dabei wissen wir doch, dass ohne ihren
Widerstand, ohne ihre großen friedlichen Demonstrationen die
Wiedervereinigung nicht zustande gekommen wäre.” Aber für
Fremdenfeindlichkeit, Hass und Extremismus dürfe es in Deutschland
keinen Platz geben.

Neben ehemaligen Botschaftsflüchtlingen und tschechischen
Zeitzeugen werden auch der ehemalige Innennminister Seiters und die
Sängerin Jeanette Biedermann, die als Kind selbst die Ereignisse in
der Botschaft erlebte, zu Gast in einer Sondersendung des
MITTELDEUTSCHEN RUNDFUNK sein.

Die MDR-Fernsehsendung “Heute im Osten” berichtet am Samstag,
28.09.2019, ab 18.00 Uhr live aus Prag.

Pressekontakt:
MDR, Redaktion Osteuropa und Dokumentation, Sandro Poggendorf,
Tel.: (0341) 3 00 44 07

Original-Content von: MDR Exklusiv-Meldung, übermittelt durch news aktuell

veröffentlicht von am 28. Sep 2019. gespeichert unter Fernsehen. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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