Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Expertenrunde zur Germanwings-Katastrophe





Es kreißte der Berg und gebar eine Maus. Nicht
anders ist das Zwischenergebnis der Experten nach der
Germanwings-Katastrophe zu beurteilen. Die Idee, die Anlaufstellen
für Piloten mit psychischen Problemen zu stärken, ist armselig. Die
Möglichkeit, sich psychisch beraten zu lassen, sich Hilfe zu holen,
haben Piloten – so wie alle anderen Bürger auch – schon jetzt. Doch
wird bei einem Flugzeugführer eine Erkrankung dieser Art
diagnostiziert, muss er damit rechnen, zumindest vorübergehend aus
dem Cockpit verbannt zu werden. Zudem muss er mit einem
entsprechenden Vermerk in seinen Papieren leben, wird in Zukunft
kritischer beäugt wenn es bei der medizinischen Beurteilung um die
Verlängerung seiner Pilotenlizenz geht. Das ging auch Andreas Lubitz
so. Der Co-Pilot der Germanwings-Maschine war wegen diverser
Probleme auch psychischer Art bei Dutzenden von Ärzten – und riss
dennoch 149 Menschen mit sich in den Tod. Keine der Untersuchungen
und Beratungen hat das verhindert. Nein, die Anlaufstellen müssen
nicht gestärkt, sondern die Untersuchungen müssen verbessert werden.
Nur wenn genauer hingeschaut wird, können Risiken erkannt und
Betroffene rechtzeitig aus dem Verkehr gezogen werden.

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 – 585261

veröffentlicht von am 30. Jun 2015. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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