Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Entmachtung von Videobeweis-Chef Krug





Es würde sich lohnen, in der
Bundesliga-Berichterstattung die Rubrik »Videobeweise an diesem
Spieltag« einzuführen. Man könnte ihr als Erkennungsmerkmal den mit
Schiedsrichter-Fingern geformten Bildschirm voranstellen. Und dann
geht–s ab: 100 Zeilen, 200 Zeilen, 300 Zeilen – alles haarklein
dargelegt in einer umfassenden Dokumentation. Vielleicht bietet sich
am Ende der Saison eine Sonderedition an – für alle, die es gern noch
mal gebündelt haben wollen. Aber wahrscheinlich brennen die Drähte
aus den Kölner Aufpasserstudios auf ihrem Weg in die Ohren der
Referees bald durch. Dann ist der Spuk vorbei. Es blickt ohnehin
niemand mehr durch, und dies wird sich auch nicht durch die
unehrenhafte Entfernung von Hellmut Krug ändern. Wenn der DFB damit
sagen wollte: Seht her, wir machen was, auch gegen den möglichen
Vorwurf unlauterer Einflussnahme, dann wird dieser Trick allein die
Probleme nicht beseitigen. Richtlinien, die die Anwendung des
Videobeweises und das Einschalten des zugehörigen Assistenten regeln,
mag es schon geben. Aber das Ganze torkelt ziellos durch die Weiten
des Raumes.

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 – 585261

Original-Content von: Westfalen-Blatt, übermittelt durch news aktuell

veröffentlicht von am 6. Nov 2017. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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