Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema „Freispruch für Hitlergruß“





Was bitte schön hat der Hitlergruß mit Kunst zu
tun? Und warum gelten für Künstler nicht dieselben Maßstäbe wie für
normale Menschen? Diese Fragen wirft das höchst fragwürdige Urteil im
Prozess gegen den Provokateur Jonathan Meese auf. Die Kunstfreiheit
ist in der Tat ein hohes Gut, und zum Wesen der Kunst und ihrer
Protagonisten gehörte immer schon die Provokation. Künstler fühlen
sich als Rebellen, als Kämpfer gegen verknöcherte Systeme und
angeblich überlebte Moralvorstellungen. Aber wenn ihnen mehr
Geschmacklosigkeiten erlaubt werden als anderen, heißt das ja nicht,
dass ihnen alles erlaubt sein muss. Jonathan Meese hätte einen
Denkzettel verdient gehabt. Wer den Hitlergruß zeigt und damit etwas
Verbotenes tut, kann sich nicht einfach mit der Behauptung aus der
Affäre ziehen, das sei Teil einer Performance gewesen. Das Gericht
hat die Chance verpasst, eine klare Grenze zu ziehen, deutlich zu
machen, dass Kunst nicht alles darf. Meese hätte auf den Hitlergruß
problemlos verzichten können, aber er garantierte ihm ein lautes
Medienecho. Und nun geht er auch noch straffrei aus.

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Nachrichtenleiter
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 – 585261

veröffentlicht von am 14. Aug 2013. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

Rückmeldung hinterlassen

Archiv

Bilder Galerie

Anmelden | Copyright by LayerMedia

Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de Blog Top Liste - by TopBlogs.de Blogverzeichnis blogoscoop