Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Günther Jauch





Eine echte Glücksbeziehung war es nie. Das
begann schon damit, dass Günther Jauchs Wechsel vom RTL-Magazin
»Stern TV« mit seinen Illustrierten-Themen in den
ARD-Polit-Talk-Bereich zunächst scheiterte: Der im Privatfunk als
Quizmaster zu Prominenz Gekommene und die Verantwortlichen in der
ARD-Gremienlandschaft konnten sich weder auf Richtung noch auf
Sendeplatz für seine Runde einigen. Als dann später doch ein Weg
gefunden wurde, den vermeintlichen Quotenbringer ans Erste zu binden,
mussten bisherige Zugpferde wie Anne Will und Reinhold
Beckmann ihre angestammten Plätze räumen – für Beckmann letztlich
das Aus. Wirklich warm wurden aber weder die Zuschauer mit »Günther
Jauch« noch er selbst mit der Sendung. Er profitierte von
»Tatort«-Guckern, die nicht gleich auf den ZDF-Krimi
weiterschalteten. Und wenn die Stichworte auf dem Zettel fehlten,
konnte schonmal ein strammer Islamist endlos palavern, ohne dass
ihn der Moderator in die Schranken wies. Er hat sich wohl selbst
eingestanden, dass Politik pur sein Ding nicht ist – ernst gucken
und Boulevard machen schon eher. Mal schauen, wo es mit ihm
weitergeht. Denn dass Günther Jauch die Rente vorzieht, ist eher
unwahrscheinlich. Dafür ist die Marke noch zu gut im Geschäft.

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 – 585261

veröffentlicht von am 5. Jun 2015. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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