WAZ: Päpstlicher als der Papst – Kommentar von Jens Dirksen zum Vaterunser





Und führe uns nicht in Versuchung . . .“ – hat das
je jemand wörtlich genommen und geglaubt, Gott sei der Verführer, der
Versucher selbst? Wer sich an die Geschichte von Hiob erinnert, kennt
allerdings einen Gott, der dem Teufel bei seiner unseligen Arbeit
nicht in den Arm fällt. Doch niemand wird diese Zeile des Vaterunsers
wirklich missverstanden haben. Die Übersetzung ist seit Jahrhunderten
in Gebrauch, die Not, daran etwas ändern zu müssen, ist vielleicht
nicht die drängendste der katholischen Kirche.

Papst Franziskus wird es bei seinem Plädoyer für eine neue Fassung
mehr um ein Signal der Humanität als um theologische Korrektheit oder
um eine Ent-Schuldung des angebeteten Gottes gegangen sein. Und er
wird wissen, dass der Text des Vaterunsers immer mal wieder variiert
wurde – lange Zeit betete man ja auch „Und erlöse uns von dem Übel“.
Dass man heute „Und erlöse uns von dem Bösen“ betet, ist nicht
zuletzt das Ergebnis einer Einigung mit den Protestanten auf eine
ökumenische Fassung. Auch deshalb wird es jetzt neue Debatten geben.
Und Fragen danach, ob sich dieser ganze Aufwand denn lohnt.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
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veröffentlicht von am 7. Dez 2017. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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