WAZ: Juan Carlos, König und Demokrat – Kommentar von Jens Dirksen





Papst Benedikt ist zurückgetreten, als ihm klar
wurde, dass er nicht mehr genug Kraft hatte für die nötigen
Veränderungen im Vatikan – rechtzeitig. Der spanische König Juan
Carlos dagegen ist zu spät zurückgetreten, um unbeschadet in die
Geschichtsbücher einzugehen: Das Bild der letzten Jahre wird bestimmt
von seinen seltsamen Jagd-Eskapaden und den betrügerischen
Finanz-Machenschaften in seiner Familie.

Dabei hat Juan Carlos die wohl größten Verdienste unter den
amtierenden europäischen Monarchen: Es war ja keineswegs vorbestimmt,
dass nach dem Tod von General Franco aus Spanien eine Demokratie
würde – Juan Carlos hat dafür gesorgt. Er wurde sogar zum Retter
dieser Demokratie, als er in einer Februarnacht des Jahres 1981
standhaft gegen die Putschisten um Oberstleutnant Tejero blieb. Juan
Carlos– größtes Verdienst aber bleibt: Er hat nach dem gescheiterten
Putsch dafür gesorgt, dass die spanische Demokratie einen Retter wie
ihn gar nicht mehr nötig hat.

Das ist allerdings schon seit Jahren so. Juan Carlos– Tragik ist,
das nicht rechtzeitig erkannt zu haben. Nun ist er erst dann
gegangen, als man ihn schon gehen sehen wollte.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
zentralredaktion@waz.de

veröffentlicht von am 2. Jun 2014. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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