Tina Heuter & Katharina Schnitzler – „Ich will eine … einen …“





Die Inszenierung und die Darstellung der eigenen Person ist nicht nur ein Phänomen in allen Kulturen, sie ist eine Kunst. Unser Leben und unser Alltag sind davon geprägt – egal, ob es um den Moment geht, um die Partnerwahl oder vielleicht um die eigene berufliche Karriere. Es gibt viele Situationen, in denen es darauf ankommt, „richtig“ zu wirken. So vielfältig die Situationen sind, so vielfältig sind auch unsere Wirkungsmöglichkeiten. Es ist schon eine Kunst, dass wir uns so präsentieren, dass wir die Reaktionen erzielen, die wir zu erzielen beabsichtigen. Immer begleitet von den Fragen „Wen oder was will ich? Kann ich es überhaupt bekommen?“

Tina Heuter und Katharina Schnitzler gehen in ihren Arbeiten, auf unterschiedliche Weise, diesem Phänomen nach. Dies erleben wir in der Gegenüberstellung der Ausstellung „Ich will eine … einen …“, auf humorvolle Art. Tina Heuter beobachtet feinsinnig den Menschen im Alltag. Sie hält uns mit ihren Skulpturen aus Bronze, Beton und Papier spielerisch den Spiegel vor. In ihren Öl-Zeichnungen, Zeichnungen und Bildinstallationen stellt Katharina Schnitzler hingegen in ihrer gewohnt humoristischen Weise unter anderem die Frage nach dem Idealbild der Frau.

Tina Heuter

Tina Heuter kombiniert gekonnt Mimik, Gestik und Haltung, ihre Plastiken erzählen Geschichten, ziehen uns regelrecht in ihren Bann. Im zweiten Schritt setzt sie zeitgenössische Materialien wie Beton oder Papier ein. Das führt sie konsequent weiter und hängt das Ganze dann sogar in den Raum und an die Wand. So entsteht eine ganz eigene, neue Art der Plastik. Sie zeigt uns, dass das Thema der figürlichen Plastik unendlich ist.

Einfach mal Träumen, oder doch Nachdenken, in Gedanken versunken, oder ganz stolz Schreiten. Und warum sollte eine Businessfrau mit einem Kalb spazieren gehen oder ein lässiger Typ mit einem Hasen? Trotz des Gegensatzes haben die neusten Arbeiten von Tina Heuter eine Selbstverständlichkeit und gleichzeitig einen spannenden Interpretationsspielraum für den Betrachter. Und der Typ, der lässig in der Ecke hängt, beobachtet – mit einer Gedankenblase „What a day“ – die Szenerie und obwohl er keine Standfläche hat, fehlt ihm nichts.

Um Stimmungen, Ausdrücke und Situationen geht es der Künstlerin, ohne sich dabei im Detail zu verlieren. Diese Stimmungen sind aber keines falls vordergründig, oder gar Plakativ. Durch die grobe Oberfläche, einer gekonnten Kombination aus Mimik, Gestik und Haltung, gelingt es Tina Heuter ihre Plastiken Geschichten erzählen zu lassen. Dabei ziehen uns die Figuren regelrecht in ihren Bann.

Diese Stimmungen greift Heuter im zweiten Schritt ganz geschickt, durch die Verwendung „zeitgenössischeren“ Materialien wie Beton, Stahl oder Papier für die Plastik erneut auf. Und wir erleben, was mit ein und derselben Plastik geschieht, wie sich Wirkung und Wahrnehmung verändern. So schafft Heuter es Ihren Arbeiten eine ungewohnte Aktualität zu geben und selbst die klassische Bronze erscheint in diesem Dialog wieder zeitgemäß und modern.

Das Spiel der Materialien führt sie Konsequent weiter, Kombiniert mit neuen Medien, stellt gegenüber und hängt das Ganze dann sogar in den Raum oder an die Wand. So entsteht eine ganz eigene, neue Art der Plastik. Tina Heuter zeigt uns, dass das Thema der figürlichen Plastik unendlich ist und führt uns dabei in einen spannenden Dialog mit ihren Werken, den Materialien, den Raum, mit uns, mit … und wir dürfen gespannt sein was sie in der Zukunft mit der klassischen Bildhauerei noch alles kombiniert.

Warum sollte eine Businessfrau mit einem Kalb spazieren gehen oder ein lässiger Typ mit einem Hasen? Trotz des Gegensatzes haben die neusten Arbeiten von Tina Heuter eine Selbstverständlichkeit und gleichzeitig einen spannenden Interpretationsspielraum für den Betrachter. Und der Typ, der lässig in der Ecke hängt, beobachtet mit seiner Gedankenblase „What a day“ die Szenerie und obwohl er keine Standfläche hat, fehlt ihm nichts.

Vita – Tina Heuter

Tina Heuter, 1968 in Düren geboren, absolvierte nach dem Abitur eine Holzbildhauerlehre im Atelier Bonifatius Stirnberg. Im Anschluss Studierte sie an der Fachhochschule Aachen im Fachbereich Design und Bildhauerei bei Prof. Lutz Brockhaus & Prof. Benno Werth. Beim Internationalen Bildhauer – Symposium in Budduso / Sardinien erhielt Tina Heuter 1995 den 3. Preis. Nach Ihrem erfolgreichen Diplom-Abschluss 1998, folgten viele Ausstellungen im In- und Ausland und belegte beim „Andreas-Kunstpreis 2003“ den 1.Platz. Seit 2011 wird sie in Berlin von der mianki.Gallery vertreten und wurde bereits in zwei Einzelausstellungen, einer Gruppenausstellung und auf der PREVIEW BERLIN 2013 gezeigt. Tina Heuter lebt und arbeitet seit 2005 in Berlin.

Katharina Schnitzler

Katharina Schnitzler, eine Forscherin im Dazwischen, konfrontiert uns mit der Wahrnehmung und unseren angenommenen Realitäten. Sie schafft Bildwelten, die auf subjektive Weise das menschliche Bedürfnis nach Lösungen erfüllen. In ihrer Arbeit überlagert sie unzählige Texturen, Farbschichten, Zeichnungen und Text. Es entstehen Gemälde – installiert, poetisch, tief, witzig, eng verwoben und dabei brutal und schön zugleich!

In Ihrer neuen Serie „Die zweidimensionale Frau“ – Zweidimensional = Länge + Breite, stellt sie die Fragen „Wie emanzipiert sind Frauen in unserer westlichen Gesellschaft? Welchen Idealbildern jagen wir nach?“ Barbara Vinken schreibt in Ihrem Buch „Angezogen“ von Models, die in der Reduktion ihrer Maße Statuen gleich „von jeder Innerlichkeit so seelen- wie geistlos entleert“ sind. „Sie inkarnieren den leblosen Körper der Puppe und spiegeln die Vollkommenheit der Statue den Abglanz des Göttlichen“.
Perfektion scheint einher zu gehen mit Vereinfachung, Glättung. Der Zauber liegt in der Reduktion auf unnatürlich lange Beine. Die Ölzeichnungen von KatS haben diese Abstraktion der weiblichen Wesen zum Thema. Entfremden auf gewohnt humoristische Weise und stellen Fragen nach Lebendigkeit, Individualität und Persönlichkeit.

In ihrem schaffen ist Katharina Schnitzler eine Meisterin der Mischtechnik. Oftmals besteht der Hintergrund aus unzähligen Schichten. Da der Pinselstrich zu sehen ist und dieser in verschiedene Richtungen gezogen wird, entstehen Strukturen und Muster. Dabei unterstreicht Schnitzler die Materialität der Arbeit: manchmal ist es Stoff, manchmal erscheint es nur so, denn die Strukturen erinnern an Ausschnitte von Stoffbahnen. Häufig entsteht ein Gefühl von Raum. Im Vordergrund befinden sich manchmal zarte Zeichnungen, die bis in das Abstrakte gehen oder geometrische Formen, welche mit viel Farbe aufgetragen wurden. Aber auch graziöse Pflanzen oder ornamentale Verzierungen ergänzen die Komposition und erinnern an chinesische Malerei.

Die Darstellung des „Dazwischen“ ist ihr künstlerischer Anspruch. Die Künstlerin Katharina Schnitzler bezeichnet sich als eine Forscherin im „Dazwischen“. Obwohl der Hinter- und der Vordergrund auch jeweils für sich stehen könnten, kommunizieren und harmonieren sie miteinander.
„Ich möchte, dass meine Bilder vielschichtig sind, der Betrachter sie nicht leer sieht, sondern seine subjektive Wahrnehmung das Bild immer wieder verändert. Der Facettenreichtum allen Seins, beinhaltet Momente, in denen alles möglich scheint“ sagt Katharina Schnitzler über ihr künstlerisches Anliegen.
Katharina Schnitzlers Werke strahlen eine subtile Zeitlosigkeit aus und beschäftigen sich mit den existenziellen menschlichen Themen wie Liebe und Glück, Schönheit und Freude, aber auch Trauer und Krieg.

Vita – Katharina Schnitzler

Katharina Schnitzler, * 1963 in Düsseldorf, wächst geprägt durch ihren Vater, Conrad Schnitzler, Künstler, und ihre Mutter Christa Schnitzler, Schauspielerin, in einem künstlerischen Umfeld auf. Ihre eigene künstlerische Laufbahn beginnt sie 1990 in den USA mit ihrer ersten Installation „Final Kath“ in der Generator Gallery, New York. Von 1995 bis 1999 macht sie eine Ausbildung zur Diplom Kunsttherapeutin/Pädagogin an der Fachhochschule Ottersberg, wechselt dann an die UdK Berlin und schließt dort 2003 mit dem Master of Art ab. Heute blickt sie auf zahlreiche Gruppen- und Einzelausstellungen im In- und Ausland zurück und wurde unter anderem in mehreren Ausstellungen im Kunstverein Kunsthaus Potsdam, im Abgeordnetenhaus von Berlin mit der GEDOK, im Kunstverein Altes Rathaus Musberg, in der Galerie Purple Canvas, München und der mianki.Gallery, Berlin gezeigt.

veröffentlicht von am 20. Jun 2014. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

Rückmeldung hinterlassen

Archiv

Bilder Galerie

Anmelden | Copyright by LayerMedia

Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de Blog Top Liste - by TopBlogs.de Blogverzeichnis blogoscoop