SWR Fernsehen Programmhinweise und -änderungen von Freitag, 17.07.15 (Woche 29) bis Freitag, 21.08.15 (Woche 34)





Freitag, 17. Juli 2015 (Woche 29)/13.07.2015

Korrigierte Schreibweise im Titel beachten!

04.40 Rock am Ring 2015 – Kraftklub

Freitag, 31. Juli 2015 (Woche 31)/13.07.2015

22.00 Nachtcafé

Die SWR Talkshow Gäste bei Michael Steinbrecher Zwischen
Fressnapf und Fettnapf – Tierliebe extrem Erstsendung: 03.04.2015
in SWR/SR

Nur vom Feinsten für Fiffi! Das Fell eingehüllt ins
glitzersteinbesetzte Designermäntelchen geht es mit Frauchen zum
Hundeyoga, anschließend gibt es zur Belohnung auf dem Heimweg
erlesene Bio-Kauknöchelchen, abends wartet im Napf individuell
abgestimmtes Hundefutter. Ganz klar: Der Trend geht zum tierischen
Prestigeobjekt. Doch das Tier bekommt nichts geschenkt, es muss auch
viel dafür leisten: Häufig ist es Kindersatz und dient – oft im
Gegensatz zum Partner – als treuer Begleiter. Schnell kann Tierliebe
aber auch an Grenzen stoßen und zwanghaft werden: Dramatische Fälle
wie z.B. die vermeintliche Katzenliebhaberin, die in ihrer kleinen
Wohnung mit 25 Vierbeinern lebt, nehmen zu. Aber auch der Hang zu
Exotik- oder Wildtieren, die wiederum dem Nachbarn schlaflose Nächte
bereiten. Wann wird Tierliebe zu Wahnsinn? Ist eine ausgeprägte
Leidenschaft für Tiere nur Ausdruck einer vereinsamenden
Gesellschaft? Worin besteht die besondere Beziehung zwischen Mensch
und Tier?

Als Emma vor elf Jahren zu Dunja Hayali kam, zog neues Leben mit
ein. Seitdem wacht die Moderatorin morgens neben weißem Fell auf,
Gesprächsthemen verlagern sich beim Gassi-Gehen gerne auch mal von
der Weltpolitik hin zu Hunde-Verdauungsproblemen. Und ob es hagelt,
stürmt oder schneit – Emma will raus. Wenn die Journalistin
allerdings im Fernsehstudio ist, sorgt ein Hundesitter für Auslauf.
Der Golden Retriever ist Hayalis große Liebe: „Wer mit Emma nicht
klar kommt, mit dem könnte ich keine Beziehung führen.“

Gaby Baginsky ist weniger auf den Hund, dafür umso mehr auf die
Katze gekommen. Die Schlagersängerin hat ein großes Herz für kranke
und herrenlose Tiere. Seit 20 Jahren investiert Baginsky sehr viel
Zeit, Liebe und Geld in ihre Leidenschaft, aktuell bietet sie 40
Katzen in ihrem großzügigen ländlichen Anwesen ein Zuhause: „Diese
Tiere geben mir wahnsinnig viel zurück. Ich glaube, es ist meine
Bestimmung im Leben, Katzen aufzunehmen.“

Was es bedeutet, wenn Tierliebe krankhafte Züge annimmt, musste
Tom Gabriel Fischer bitter erfahren. Als Kind wurde er unter
katastrophalen hygienischen Verhältnissen groß, denn seine Mutter
hielt zeitweise 90 Katzen in einer kleinen Wohnung: „Wenn ich auf dem
Teppich gespielt habe, waren meine Jeans nass vom Katzenurin, überall
war Katzendreck. Den Gestank werde ich nie in meinem Leben
vergessen.“ Darüber hinweg half ihm die Musik, die er zum Beruf
machte. Heute ist Fischer Frontman einer Black-Metal-Band.

Was es auf sich hat mit der innigen, manchmal auch übertriebenen
Beziehung zwischen Mensch und Tier, damit beschäftigt sich Dr. Carola
Otterstedt: „Es gibt Menschen, die das Tier zum Objekt degradieren
und andere, die es vermenschlichen. Das sind Extreme, die meisten
Tierhalter versuchen jedoch, den eigenen und den tierischen
Bedürfnissen gerecht zu werden.“ Die Verhaltens- und Kulturforscherin
ist überzeugt, dass auch jeder Tierliebhaber guten Gewissens sein
Fleisch auf dem Teller genießen darf.

„Lust auf ein Schnitzel rechtfertigt noch lange nicht
Tierquälerei. Artgerecht ist nur die Freiheit.“, sagt Hilal Sezgin.
Der Journalistin kommen weder Fisch noch Fleisch in die Pfanne, auch
Milch und Eier gibt es in ihrem Kühlschrank nicht. Sie ist eine
radikale Kritikerin von Tiernutzung jeder Art. Ihre Vision ist ein
friedliches Zusammenleben von Mensch und Tier, die die überzeugte
Veganerin auf ihrem Gnadenhof in der Lüneburger Heide bereits
konsequent umsetzt.

Sabine Menshen fühlt eine intensive Verbindung zwischen Mensch und
Tier. Deshalb änderte die gelernte Steuerfachgehilfin vor zehn Jahren
ihr Leben und ging ihrer Berufung nach. Nun nennt sie sich
Tiertelepathin und Medium, und behauptet, eine ganz besondere Gabe zu
haben: „Tiere übermitteln mir ihre Gedanken. Ein Blick auf Tierfotos
kann ausreichen, Ängste und Krankheiten aufzuspüren. Denn Menschen,
Tiere, Engel – alle Wesen sind miteinander verbunden wie mit
unsichtbaren Fäden.“

Auch Tamme Hanken hat eine besondere Gabe. Der gelernte Landwirt
ist Tier-Chiropraktiker und hat sich damit den Beinamen „Der
Knochenbrecher“ erworben: „Es kracht halt schon mal, wenn man
angeknackste Rippen zurecht zieht. Das ist keine rohe Gewalt, sondern
angeborene Feinfühligkeit“. Das klingt brutal und gefährlich, doch
dank seiner Hände konnte der XXL-Ostfriese, der außerdem ein
Reha-Zentrum für Pferde betreibt, schon viele Blockaden und
Spannungen lösen.

Spannung baut sich häufig bei Hans-Peter Gaupps Gesprächspartner
auf, wenn der Hotelier von seinen Heimtieren erzählt: Mitten in
Heilbronn hält der gelernte Metzger zwei ausgewachsene Geparden:
Jambu und Bungee heißen die Raubkatzen und beide lieben es, auf dem
Wohnzimmer-Sofa Platz zu nehmen und dort gekrault zu werden: „Wenn
ich einen Geparden von klein auf habe, kenne ich den in- und
auswendig. Bislang habe ich nur kleine Schrammen oder mal ein
kaputtes Hemd davongetragen, aber ich habe noch alle Finger an der
Hand.“ Hingegen unterbindet der Exotik-Liebhaber strikt jeglichen
Kontakt zwischen seinen Geparden und Kindern.

Freitag, 07. August 2015 (Woche 32)/13.07.2015

22.00 Nachtcafé

Die SWR Talkshow Gäste bei Michael Steinbrecher Und das soll
Liebe sein? Erstsendung: 20.02.2015 in SWR/SR

Sie 1.82 Meter, er 1.64 Meter. Sie Landwirtin, er
Philosophieprofessor. Sie 64, er 25 Jahre – es gibt Paare, da drängt
sich einfach die Frage auf: Kann das wirklich Liebe sein? Zu groß
scheinen auf den ersten Blick die Unterschiede bezüglich Aussehen,
Intellekt, Status und Alter. Partnerportale halten uns mit ihren
sogenannten „matching points“ stets vor Augen, dass lediglich
größtmögliche Überschneidungen der Partnersuchenden eine
langanhaltende, harmonische Beziehung versprechen. Doch die Liebe
selbst geht oft ganz andere Wege. Sie führt Menschen jenseits der
Norm zusammen, die vermeintlich nicht zueinander passen. Wer bei der
Partnerwahl dann tatsächlich von den gängigen Mustern abweicht, bei
dem wird an der wahren Liebe gezweifelt. Große Fragen werfen auch
Beziehungskonstellationen auf, die von Machtspielen und krankhaften
Abhängigkeiten geprägt sind – wenn beispielsweise der alkoholkranke
Ehemann seine Partnerin mit Betrug und Gewalt demütigt. Da stellt
sich die Frage, warum die Ehefrau jahrelang in diesen entwürdigenden
Strukturen verharrt. Sind Beziehungen von ungleichen Paaren
tatsächlich zum Scheitern verurteilt? Gilt: Je größer die gemeinsame
Schnittmenge, desto passender der Partner? Verspricht tatsächlich nur
die Liebe auf Augenhöhe das große Glück zu zweit? Michael
Steinbrecher fragt nach.

Erst war es ein Flirt, doch dann wurde daraus mehr: Andrea Tapper
und ihr afrikanischer Freund Achmed könnten gegensätzlicher kaum
sein: Sie, die erfahrene Journalin im besten Alter aus Hamburg – er,
der junge Restaurateur aus Sansibar. Und dennoch sprang sofort bei
ihrem ersten Treffen der Funke über: „Angst vor unseren Unterschieden
hatte ich überhaupt nicht, es kann ja mit jedem schiefgehen.“

Durch ihre Rollen bei Film und Fernsehen lernte Ingrid Steeger
zahlreiche Männer kennen und lieben. Doch nach vielen Beziehungen,
die ihr kein lebenslanges Glück brachten, lebt die Schauspielerin
heute allein und ist auf dem Boden der Tatsachen angekommen: „Ich
habe die echte große Liebe leider nie erlebt. Heute bin ich zu alt
dafür und habe mit dem Thema abgeschlossen.“

Schauspieler Walter Sittler liebt hingegen seit dreißig Jahren nur
eine: seine Frau Sigrid. 1984 lernten sie sich kennen, ein Jahr
später waren sie verheiratet und Eltern des ersten ihrer drei Kinder.
Seine Glücksformel? Partner sollten ähnliche Werte haben. Allerdings:
„Bevor ich Sigrid traf, hatte ich immer eine ganz konkrete
Vorstellung von meiner idealen Traumfrau. Irgendwann schmiss ich
dieses Idealbild einfach weg, sonst hätte ich sie wohl nie
wahrgenommen.“

Wilhelmine Schaefer ist 101 – ihr Auserwählter 40 Jahre jünger!
Doch das tut ihrer Liebe keinen Abbruch. Denn allen Vorurteilen zum
Trotz ist das Paar bereits seit fast 25 Jahren glücklich. Auch
Gerhard Beyl lässt keinen Zweifel daran, dass für die beiden das
Alter in der Liebe keine Rolle spielt: „Wilhelmine ist meine wahre
große Liebe und ich werde im Leben keine andere mehr lieben als sie.“

Unkonventionell lebt und liebt auch der Schriftsteller Bodo
Kirchhoff. Seit 38 Jahren sind er und seine Frau Ulrike ein Paar, sie
haben zwei gemeinsame Kinder – eine gemeinsame Wohnung aber gab es
nie und wird es auch nie geben. Der Grund? Sein Beruf, der zur
Berufung wurde: „Mein Werk wäre nicht denkbar, hätte ich mit meiner
Frau zusammengewohnt.“

Nach langer Suche fand Susanne Wendel vor rund vier Jahren endlich
ihren Mann fürs Leben. Doch von Liebe war anfangs keine Spur, denn
der Funke sprang zu Beginn ihrer Beziehung überhaupt nicht über. Und
dennoch gab es viele verbindende Gemeinsamkeiten, Wünsche und
Zukunftspläne. Kurzerhand verlobten sie sich. Sie zogen zusammen und
bekamen kurz darauf ein Kind. Ihre Erkenntnis heute: „Die Liebe ist
mit der Zeit gewachsen.“

Für Nicki war es sofort die große Liebe, als ihr der Unternehmer
Alex Klein begegnete. Kurz darauf offenbarte er ihr, dass er am
liebsten Frauenklamotten trägt. Mehrere Operationen folgten und aus
Alex wurde offiziell eine Frau: Alicia King. Heute sind die beiden
verheiratet. Es ist eine Beziehung, die nicht jeder versteht und die
häufig für Kopfschütteln sorgt. Doch sie finden: „Wir sind nur
äußerlich ein ungleiches Paar.“

Eine gute Langzeitprognose haben nach Ansicht von Prof. Dr. Ulrich
Clement Partner mit ähnlichen Lebensentwürfen und Werten: „Bei
dauerhaften Ehen ist der Respekt füreinander viel wichtiger als die
Liebe. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass man Liebe und Glück auf
keinen Fall gleichsetzen sollte“, so der Heidelberger Paar- und
Sexualtherapeut.

Freitag, 14. August 2015 (Woche 33)/13.07.2015

22.00 Nachtcafé

Die SWR Talkshow Gäste bei Michael Steinbrecher Diagnose Krebs –
zwischen Hoffen und Bangen Erstsendung: 24.04.2015 in SWR/SR

„Sie haben Krebs!“ Diese Botschaft des Arztes trifft jedes Jahr
eine halbe Million Deutsche wie ein Faustschlag mitten ins Gesicht.
Die Diagnose Krebs taucht Betroffene und Angehörige in ein Wechselbad
der Gefühle: Ab diesem Moment schwankt das Leben zwischen Angst und
Hoffnung, Hilflosigkeit und Verzweiflung. Und sofort drehen sich
unzählige Fragen im Kopf in Endlosschleife: Weshalb ausgerechnet ich?
Bin ich selbst schuld? Habe ich nicht gesund genug gelebt? War meine
Lebenseinstellung zu negativ und Krebs vielleicht die Antwort auf
meine Unzufriedenheit? Brustkrebs rangiert einsam an der Spitze der
Tumorerkrankungen bei Frauen, bei Männern ist es das
Prostatakarzinom. Viele halten noch immer eine Krebsdiagnose für ein
bereits gefälltes Todesurteil. Doch Überleben ist längst keine
Glückssache mehr. In den vergangenen 30 Jahren hat die Forschung
immense Fortschritte gemacht: Ein baden-württembergisches Unternehmen
will 2016 erste Bluttests auf den Markt bringen, die Krebs frühzeitig
entschlüsseln und nachweisen sollen – lange, bevor der Patient
Symptome spürt, ohne vorherige Entnahme einer Gewebeprobe. So die
Hoffnung. Es sind aber nicht allein die scharfen Geschütze der
Medizin, die dem Krebs Paroli bieten. Viele Patienten nehmen die
Krankheit zum Anstoß und krempeln ihr Leben komplett um, sie
hinterfragen Beziehungen, finden zum Glauben, leben längst begrabene
Träume. Wie geht man am besten mit der Prognose um? Welche Rolle
spielt das Umfeld des Krebspatienten`? Welche neuen
Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Vor einem Jahr bekam Schauspieler Thorsten Nindel eine Botschaft,
die ihn völlig aus der Bahn warf: Lungenkrebs! Sein erster Gedanke
nach dieser niederschmetternden Diagnose war: „Kann ich noch meiner
Verantwortung für meine Tochter gerecht werden, ist sie finanziell so
abgesichert, dass sie es auch ohne mich schafft?“ Wichtige Stütze
während seiner Chemotherapie war auch seine Lebensgefährtin, die
Schauspielerin Saskia Valencia. Nindel hat die Behandlung gut
überstanden, doch die Angst vor einem Rückfall bleibt.

Wie ohnmächtig sich viele Angehörige von Krebspatienten fühlen,
musste auch Bestseller-Autorin Charlotte Link erfahren. Mit 41 Jahren
erkrankte ihre geliebte Schwester Franzsika zum zweiten Mal an Krebs.
Doch das Vertrauen in Mediziner schwand, als die Familie mit drei
Fehldiagnosen und sehr unsensiblen Arztgesprächen konfrontiert wurde.
„Es gibt einige Ärzte, die keinerlei Rücksicht auf den psychischen
Ausnahmezustand von Krebspatienten nehmen“, ist die bittere
Erkenntnis der Erfolgsautorin. Vor drei Jahren verlor ihre Schwester
schließlich den Kampf gegen den Krebs.

Für den Onkologen Prof. Dr. Gerhard Ehninger ist die Art und
Weise, wie Ärzte die Krebsdiagnose vermitteln, entscheidend dafür,
wie der Patient mit der Krankheit umgehen kann: „Ungeachtet der
Therapiemöglichkeiten muss ich für den Patienten da sein und ihn
ernstnehmen“. Damit noch mehr Menschen Hoffnung auf Heilung haben
können, hat der Krebsmediziner Anfang der 90er Jahre die Deutsche
Knochenmarkspenderdatei mit begründet. Und dennoch glaubt er nicht
daran, dass die Krankheit Krebs jemals völlig auszurotten ist.

Krebstherapien sind nicht nur lebensrettend, sondern auch teuer.
Und gerade deswegen auch ein lukratives Geschäft für Pharmakonzerne,
Ärzte und Apotheken. Der Medizinjournalist Markus Grill befasst sich
seit Jahren mit den schwarzen Schafen dieser Branche und spricht ganz
offen von einer sogenannten Krebs-Mafia: „Mit einer einzigen
Chemotherapie-Infusion kann ein Apotheker bis zu 600 Euro verdienen.
Solche Gewinnspannen laden geradezu ein zu Korruption und illegalen
Verstrickungen“, so der Investigativ-Journalist, der hier
Handlungsbedarf seitens der Politik einfordert.

Timm Ohrt war unerschütterlich in seinem Glauben an sich selbst,
als bei ihm Prostatakrebs festgestellt wurde. Der ehemalige Architekt
ging sogar so weit, dass er sich dem schulmedizinischen Rat seines
Arztes widersetzte, der ihm ohne Operation binnen Jahresfrist den Tod
prognostizierte. Der 73-Jährige sagte den Operationstermin ab, griff
zu alternativen Mitteln, und das Unglaubliche passierte: Der Tumor
verschwand. Seit 16 Jahren lebt Timm Ohrt nun beschwerdefrei und gibt
sich selbstbewusst: „Glück hatte ich schon, aber ich habe auch eine
Menge dafür getan.“

Mit 25 Jahren hörte Marion Glashauser zum ersten Mal den Satz:
„Sie haben Brustkrebs“. Die Mutter einer damals acht Monate alten
Tochter ist jedoch optimistisch, dass sie die Krankheit besiegen
wird. Nach einer Chemo- und Strahlentherapie schlägt aber acht Jahre
später das Schicksal wieder zu: „Ich habe zu meiner großen Tochter
gesagt: Die Mama stirbt nicht, ich werde leben und kämpfen.“ Aktuell
lebt die 37-jährige zweifache Mutter mit einer Schmerzpumpe, wird
künstlich ernährt und genießt jede Minute, die sie mit ihrer Familie
verbringen kann.

Vanessa Werner war gerade mal elf Jahre alt, als ihre bis dahin
unbeschwerte Kindheit abrupt ein Ende fand: Ihre Mutter hatte Krebs:
„Ich habe immer an ein Wunder geglaubt und gehofft, sie wird doch
noch in letzter Sekunde geheilt.“ Fünf Jahre lang war das junge
Mädchen ständig einem Wechselbad der Gefühle ausgesetzt, das zwischen
Wut, Hoffnung und Verzweiflung schwankte. Vanessa war 16 Jahre alt,
als ihre Mutter den Kampf gegen ihre Krankheit verlor.

Sonntag, 16. August 2015 (Woche 34)/13.07.2015

Tagestipp

23.00 Tanzen total: German Open Championships

Einer der größten Höhepunkte der 29. German Open Championships
(GOC) sind die beiden Grand Slam Turniere der Standard- und
Latein-Tänzer. Diese Serie ist von der Bedeutung her vergleichbar mit
Weltmeisterschaften. Deshalb ist die Weltspitze komplett vertreten.
Im Standard wollen die GOC-Vorjahressieger und Weltmeister Simone
Segatori / Annette Sudol vom TSC Astoria Stuttgart ihren Titel
verteidigen.

Beim Grand Slam-Turnier der Lateiner ist ebenfalls die Weltspitze
komplett am Start: Von den Top 20 der Weltrangliste werden wohl nur
die fehlen, die wegen Verletzung nicht antreten können. Dabei haben
sowohl Marius-Andrei Balan mit seiner neuen Partnerin Krystina
Moshenska als auch Nina Bezzubova mit Timur Immametdinov gute
Chancen, das Finale zu erreichen. Beide Paare starten für den SWC
Pforzheim. Die Höhepunkte der beiden Grand Slam Turniere im Latein
und Standard sendet das SWR-Fernsehen in einer Zusammenfassung.

Freitag, 21. August 2015 (Woche 34)/13.07.2015

22.00 Nachtcafé

Die SWR Talkshow Gäste bei Michael Steinbrecher Das geplante
Kind Erstsendung: 27.02.2015 in SWR/SR

Schwanger werden, wenn Karriere- und Lebensplanung es zulassen?
Was unter dem Schlagwort „social freezing“ heiß diskutiert wird, ist
nur die Zuspitzung der rasanten Entwicklung moderner Medizintechnik.
Neben der künstlichen Befruchtung gibt es bereits viele
Möglichkeiten, den Kinderwunsch – vor und nach der Zeugung – zu
beeinflussen. Längst ist es zur Regel geworden, dass werdende Eltern
prüfen lassen, mit welchen Eigenschaften ihr Kind zur Welt kommen
wird. Ein umfangreiches Angebot an vorgeburtlichen Untersuchungen
trägt jedoch nicht nur dazu bei, dass heute mehr gesunde Kinder
geboren werden als früher. Im Falle einer ungewünschten Diagnose
stellt es Paare auch vor die Entscheidung, ein möglicherweise
behindertes Kind abzutreiben. Bekommen wir in Zukunft das
Designerbaby zum Wunschtermin? Welche Chancen bietet die technische
Entwicklung in der Medizin? Und wie weit ist der Eingriff in den
natürlichen Ablauf der Menschwerdung vertretbar?

Als sich ihr Kinderwunsch auf natürlichem Wege nicht erfüllte,
griff Zoë Jenny auf die Reproduktionsmedizin zurück und ist heute
glückliche Mutter einer vierjährigen Tochter. Der Weg war eine
körperliche wie seelische Tortur, aber für die Schweizer
Schriftstellerin war es das alles wert. „Im Rückblick würde ich
sagen, dass ich für dieses Mutterglück alles noch einmal genauso
machen würde, wenn nicht noch mehr.“

Auch Sabine Antoni hat alles versucht. Doch bei ihr stieß die
Reproduktionsmedizin an ihre Grenzen und auch eine Adoption
scheiterte auf tragische Art und Weise. „Ich habe dem Flair geglaubt,
der damals in der Luft lag von: Mach erstmal Beruf, Kinder kriegen
kannst du immer noch! – Das war ein Fehler. Man kann Kinder nicht
planen.“ Nach einem langen Prozess kann die 50-Jährige auch ohne Kind
ein erfülltes Leben führen.

Der Reproduktionsmediziner Dr. Jörg Puchta erfüllt in seiner
Münchener Privatklinik zahlreichen kinderlosen Paaren den
Kinderwunsch. Bereits seit 2007 bietet er auch „Social Freezing“ an,
das Einfrieren von Eizellen, wenn Frauen ihre biologische Uhr
anhalten und die Kinderplanung aufschieben wollen. „Social Freezing
ist eine Anti-Aging-Technik der Medizin. Ich friere das Alter einer
Eizelle ein und damit das Duplikat eines Menschen. Das ist eine
Sensation!“

Auch der Medizinethiker Prof. Dr. Giovanni Maio ist überzeugt,
dass die Reproduktionsmedizin eine Möglichkeit ist, das Leid
kinderloser Paare zu lindern. Trotzdem warnt er deutlich: „Die
Medizin verführt Paare mit dem Versprechen, dass heutzutage alles
möglich ist. Das ist aber nicht der Fall!“ Auch vermisst er mehr
Aufklärung im Bereich der pränatalen Diagnostik und Hilfe im Umgang
mit belastenden Diagnosen.

Als Dorothea Meyer mit 43 nochmal schwanger wurde, entschied sie
sich bewusst gegen intensive vorgeburtliche Tests und brachte eine
Tochter mit Down-Syndrom zur Welt. Eine Situation, vor der viele
Menschen Angst haben – nicht so Dorothea Meyer, sie bereute ihre
Entscheidung keine Sekunde. „In unserer Gesellschaft gibt es einen
Druck, behinderte Kinder abzutreiben. Ich finde aber, wir sollten
dringend wieder mehr dem Zufall überlassen.“

Marianne Neeb hat diesen Druck gespürt. Als sie mit 43 ein drittes
Mal schwanger wurde, erhielt auch sie die Diagnose: Down-Syndrom. Und
plötzlich stand die Frage im Raum: Abtreibung oder nicht? „Es ist ein
Trauma, das man da als Frau erlebt. Ich musste innerhalb kürzester
Zeit über Leben und Tod entscheiden. Ich habe damals den Mut nicht
aufgebracht, zu meinem Kind zu stehen und litt jahrelang unter
Schuldgefühlen.“

Als Johannes Zeller und sein Partner erfuhren, dass sie als
schwules Paar durch Adoption keine Chance auf ein Kind haben,
erfüllten sie sich ihren Kinderwunsch mithilfe einer Leihmutter aus
Thailand. In Deutschland eine umstrittene rechtliche Grauzone, und
auch in Thailand neuerdings verboten. Doch für die frischgebackenen
Eltern zählt nur ihr Familienglück: „Ich habe das Richtige getan.
Deshalb habe ich auch nicht vor Problemen und Konsequenzen
zurückgeschreckt.“

SWR Pressekontakt: Johanna Leinemann, Tel 07221/929-22285,
johanna.leinemann@swr.de

veröffentlicht von am 13. Jul 2015. gespeichert unter Fernsehen. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

Rückmeldung hinterlassen

Archiv

Bilder Galerie

Anmelden | Copyright by LayerMedia

Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de Blog Top Liste - by TopBlogs.de Blogverzeichnis blogoscoop