Stuttgart: Geburtsort des „Radio-Essay“ vor 60 Jahren Erste Sendung im SDR am 12. Juli 1955 / SWR-Intendant Boudgoust: „Radio-Essay hat Anstöße für die öffentliche Debatte in Deutschland geliefert“





Mit einem öffentlichen Symposium in Stuttgart
würdigt der Südwestrundfunk (SWR) am Donnerstag (25.6.2015) den 60.
Geburtstag des „Radio-Essay“. Am 12. Juli 1955 ging im Süddeutschen
Rundfunk, einem der Vorläufer des heutigen SWR, der „Radio-Essay“ zum
ersten Mal auf Sendung. Dieses neue Programm umfasste Features,
Hörspiele, Literatur, Gespräche und Kulturkritik. Stuttgart war damit
der Geburtsort des Radio-Essays in Deutschland. Hier fanden die
wichtigen intellektuellen Debatten der Nachkriegs- und
Wirtschaftswunderjahre ihren Niederschlag. Und Heinrich Bölls „Brief
an einen jungen Katholiken“ im Jahr 1958 war so kritisch, dass er
erst gar nicht gesendet wurde. Bis heute führt der SWR den
Radio-Essay fort, montags um 22.03 Uhr in SWR2. Auf der
Jubiläumsveranstaltung im Stuttgarter Literaturhaus setzen sich u. a.
Sibylle Lewitscharoff, Rüdiger Safranski und Ulrike Draesner in
öffentlichen Vorträgen mit gesellschaftskritischen Fragen
auseinander.

SWR-Intendant Peter Boudgoust: „Der Radio-Essay im SDR hat über
viele Jahre hinweg immer wieder Anstöße für die öffentliche Debatte
in Deutschland geliefert. Auch heute, nach 60 Jahren, ist der SWR2
Radio-Essay ein wichtiges Gedankenlabor. Das zeigen seine namhaften
Autoren und die Reaktionen seiner Hörer. Hier werden Haltungen
entwickelt und nicht bloß Meinungen wiederholt – in bester
öffentlich-rechtlicher Tradition.“

Sie waren jung und brauchten das Geld: Martin Walser, Arno
Schmidt, Ingeborg Bachmann, Hans Magnus Enzensberger und andere
prägten den „Radio Essay“ im SDR viele Jahre. Der Publizist und
Schriftsteller Alfred Andersch und ab 1959 Helmut Heißenbüttel
versammelten für den Radio-Essay die Avantgarde aus Literatur, Musik
und Zeitkritik und schrieben damit Kulturgeschichte. Neue Namen und
Stimmen haben die erste Autorengeneration abgelöst: Norbert Bolz,
Friedrich Pohlmann, Rüdiger Safranski, Peter Sloterdijk und Cora
Stephan lösen heute mit Fragen wie „Steckt in jedem von uns ein
Folterer?“ regelmäßig heftige Reaktionen des Publikums aus.

„SWR2 Radio Essay“, montags, 22.03 Uhr, und zum Nachhören auf
SWR2.de/essay Informationen zum Symposium „Die große Kulturmaschine
Funk“: literaturhaus-stuttgart.de

Pressefotos zum Herunterladen: ARD-foto.de

Pressekontakt:
Oliver Kopitzke, Telefon: 07221 929-23854, oliver.kopitzke@swr.de

veröffentlicht von am 24. Jun 2015. gespeichert unter Medien/Unterhaltung. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

Rückmeldung hinterlassen

Archiv

Bilder Galerie

Anmelden | Copyright by LayerMedia

Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de Blog Top Liste - by TopBlogs.de Blogverzeichnis blogoscoop