Schwäbische Zeitung: Mutlos – Kommentar





Seriös, dem Proporz gehorchend und mit
kalkulierbarem Risiko: Mit Anne Will hat die ARD eine typisch
öffentlich-rechtliche Lösung für ihr Sonntagabend-Problem gefunden.
Auf dem quoten- und imageträchtigen Sendeplatz darf ab 2016 die
gelernte Journalistin talken – wieder. Die Lösung wahrt das intern so
wichtige Gleichgewicht des Senderverbundes. Außerdem hat dieARD
offenbar die Lust auf Prominenz verloren, die teuer ist und Ärger
einbringt.

Thomas Gottschalk, 2012 für den Vorabend verpflichtet, floppte und
entwickelte sich zum imageschädigenden Boomerang. Wurde doch bekannt,
dass er mehr als vier Millionen Euro kassierte, obwohl seine Show
abgesetzt wurde. Günther Jauch holte sehr gute Einschaltquoten, es
gab jedoch öffentlich und ARD-intern Kritik an seinem eher an
Unterhaltung als an Politjournalismus orientierten Stil. Typisch
öffentlich-rechtlich ist leider auch: Die Entscheidung für Anne Will
ist langweilig. Die Verantwortlichen wagen sich wohl nicht an ein
neues Format der Politikvermittlung. Also erwarten uns weiter die
immer gleichen Gäste, die rhetorisch gestählt ihre Argumente
austauschen – das bietet wenig Platz für tiefere Einblicke und
überraschende Erkenntnisse.

Pressekontakt:
Schwäbische Zeitung
Redaktion
Telefon: 0751/2955 1500
redaktion@schwaebische-zeitung.de

veröffentlicht von am 9. Jun 2015. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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