Schlag gegen Rockerszene in Schleswig-Holstein: Kuttenverbot für Hells Angels





Sperrfrist: 13.06.2014 19:00
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In Schleswig-Holstein ist das Tragen der berüchtigten Kutte der
Rockergruppe „Hells Angels“ ab sofort verboten. Entsprechende
Informationen des Radioprogramms NDR Info bestätigte am Freitag das
Landeskriminalamt Schleswig-Holstein. Die „Kutte“ genannte
Motorradweste mit den Insignien des Rockerclubs gilt als Machtsymbol
und Einschüchterungsinstrument der Rocker – nicht nur innerhalb der
Motorradszene.

Nach Informationen von NDR Info hatte ein führendes Mitglied der
Hells Angels im nördlichsten Bundesland bereits vor wenigen Wochen
eine entsprechende „Gefährderansprache“ der Polizei erhalten. Danach
ist nicht nur das Tragen der Weste mit dem weltweit einheitlichen
geflügelten Totenkopf „Deadhead“ und dem charakteristischen
rot-weißen Schriftzug untersagt. Verboten ist auch die Verwendung
dieser Kennzeichen auf Clubhäusern und Motorrädern.

Mit der Entscheidung ziehen die Sicherheitsbehörden in Kiel die
Konsequenz aus einem Urteil des Hanseatischen Oberlandesgerichts
(OLG) vom April dieses Jahres. Das OLG in Hamburg hatte erklärt, dass
die Nutzung dieser Symbole als „Verwendung von Kennzeichen einer
verbotenen Vereinigung“ strafbar sei. Das Urteil ist rechtskräftig.
In Hamburg waren die Hells Angels 1983 verboten worden. Auch in
Berlin, Brandenburg und Thüringen sind mittlerweile entsprechende
Maßnahmen eingeleitet worden. In Niedersachsen soll Anfang Juli bei
einem gemeinsamen Gespräch zwischen Innen- und Justizministerium
sowie den drei Generalstaatsanwaltschaften über ähnliche Schritte
diskutiert werden. Dies hat ein Sprecher des Justizministeriums
gegenüber NDR Info bestätigt.

Der Vorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK), André
Schulz, sprach gegenüber NDR Info von einem richtigen Schritt und
verlangte die bundesweite Ausweitung des Kuttenverbotes auch auf
andere Rockergruppierungen. Dies schwäche deren
Einschüchterungspotential, so der BDK-Vorsitzende. Die Hells Angels
kündigten rechtliche Schritte an.

Pressekontakt:
Norddeutscher Rundfunk
Presse und Information
Ralph Coleman
040/4156-2302

http://www.ndr.de
https://twitter.com/ndr

veröffentlicht von am 13. Jun 2014. gespeichert unter Medien/Unterhaltung. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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