phoenix-WeltTour Mexiko – Mittwoch, 5. August 2015, 9.00 Uhr





Mexiko ist ein Land mit mindestens zwei Gesichtern.
Auf der einen Seite gibt es abwechslungsreiche Landschaften, tolle
Menschen, umwerfende Feste und eine scharfe, aber verführerische
Küche. Auf der anderen Seite erlebt Mexiko seit mehreren Jahrzehnten
eine immer höher schlagende Welle an Gewalt und Ungerechtigkeit.
Korrespondent Peter Sonnenberg hat in den vergangenen drei Jahren das
schöne und das schreckliche Mexiko kennengelernt und fasst seine
Erfahrungen zusammen.

Sein Film zeigt Familien, die seit Jahren nach ihren Angehörigen
suchen. Besonders junge Frauen oder Mädchen, die entführt und an
Bordelle in Mexiko, den USA oder Europa verkauft werden. Er
beschäftigt sich mit dem Thema Migration, denn immer mehr Menschen
aus Mittel- und Südamerika drängen durch Mexiko als Transitland nach
Norden, um in den USA ihr Glück zu versuchen. Kaum einer findet es,
denn allein der Weg ist die Hölle. Wer nur ausgeraubt wird, hat noch
Glück gehabt. Viele werden verstümmelt, ermordet, erfrieren in der
Wüste oder fallen von der „Bestie“, so der Name des Güterzuges, der
die Flüchtlinge quer durch Mexiko in die Grenzstädte Tijuana oder
Ciudad Juarez bringt. Diese gelten als die gefährlichsten Städte der
Welt. Denn hier regieren die Drogenkartelle.

Gegen die Kartelle haben sich überall im Land Bürgerwehren
aufgestellt, die die Gewalt im Land wie in einer Spirale nach oben
treiben. Die Polizei ist schon lange machtlos oder macht mit ihren
korrupten Beamten einfach mit beim Machtspiel um Geld. Korrupte
Politiker, Anwälte, Polizisten, Journalisten – wem man glauben kann
in Mexiko, ist bei keiner Geschichte sicher.

Im September 2014 haben Polizisten das Feuer auf einen
vollbesetzten Bus mit Studenten eröffnet. Acht Menschen starben
sofort. 43 wurden entführt und möglicherweise gemeinsam mit
Verbrechern ermordet. Ein Skandal, den die Justiz offenbar nicht
aufklären will, denn der tatsächliche Verbleib ist nach wie vor
unklar. Mit diesem Fall beginnt der Film über Mexiko. Doch schon bald
geht es um die schönen Seiten des Landes. Die Traditionen, die Feste
und das blühende Leben. Der Film zeigt, wie das wichtigste Getränk
Mexikos hergestellt wird, der Mezcal. Die Zuschauer hören deutsche
Drehorgeln, die das Bild der Hauptstadt prägen und sind dabei, wenn
der Präsident, wie jedes Jahr am Tag der Unabhängigkeit, den „Grito“,
den Ruf nach Freiheit, vom Balkon seines Präsidentenpalastes aus
nachspricht. Dann sind alle Mexikaner gleich und vereint in ihrem
Stolz auf ihr Land mit den vielen Gesichtern.

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veröffentlicht von am 4. Aug 2015. gespeichert unter Fernsehen, Medien/Unterhaltung. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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