NOZ: Interview Medien mit René Turrek, Graffiti-Künstler





Graffiti-Künstler René Turrek: In der Szene
herrscht Rivalität

37-Jähriger arbeitet nach seiner illegalen Phase mit der Polizei
zusammen

Osnabrück.- Graffiti-Künstler René Turrek bescheinigt vielen
seiner Sprayer-Kollegen ein Rivalitätsdenken. „Die Szene selber gönnt
einem nicht den Schmutz unter den Fingern. Viele werfen mir vor, ich
würde meine Seele verkaufen, weil ich heute ins Kommerzielle gehe“,
sagte der 37-Jährige in einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker
Zeitung“ (Samstag). „Wenn die Jungs nur einen lukrativen Auftrag im
Monat erhalten könnten, würden sie ihn garantiert annehmen. Das ist
eine große Neidgesellschaft.“ Turrek gibt offen zu, sich vor 20
Jahren an illegalen Aktionen beteiligt zu haben. „Wenn man mir damals
all das, was ich gemacht habe, hätte nachweisen können, hätte ich
zehnmal so viel Ärger gekriegt. Ich habe zwei Jahre auf Bewährung
kassiert – ich glaube, es waren am Ende 80 Anzeigen, alle
nachweisbar“, sagte Turrek. Während der Bewährung habe er „wieder
Blödsinn gemacht, aber ich hatte ein gutes Netzwerk, gute Freunde und
bin mit einem blauen Auge davongekommen. Ich stand einen Millimeter
vor dem Knast.“ Illegales Sprühen sei ein minutiös geplantes
Verbrechen, sagte Turrek. „Wir haben uns vorher Alibis überlegt und
Leute eingeweiht, die das im Fall des Falles der Polizei bestätigt
hätten. Wir haben dabei sogar fiktive Personen erschaffen und uns
Versionen überlegt, die wie ein Puzzlespiel zusammengepasst hätten.“
Mit seinen Freunden habe er vorher die Lage erkundet, teilweise fünf,
sechs Tage vor einer Wand gesessen, um zu wissen, was da so abends
und nachts abgeht, wie viele Leute vorbeigehen, wie oft die Polizei
patrouilliert, sagte der Graffiti-Künstler. Heute engagiert sich der
gebürtige Osnabrücker in Präventionsprojekten der Polizei. „Ich weiß,
was ich damals durchgemacht habe. Von der Polizei nachts gejagt zu
werden ist kein Spaß“, sagte Turrek. „Ich möchte den Kids in der
Schule klarmachen, dass Sprayen kein Kavaliersdelikt ist und die
Polizei kein Pardon kennt. Ich sage denen: Die finden euch, und wenn
sie euch nicht drankriegen, dann eure Eltern.“

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

veröffentlicht von am 11. Jul 2015. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

Rückmeldung hinterlassen

Archiv

Bilder Galerie

Anmelden | Copyright by LayerMedia

Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de Blog Top Liste - by TopBlogs.de Blogverzeichnis blogoscoop