NOZ: Interview Medien mit Marius Müller-Westernhagen, Rockstar





Marius Müller-Westernhagen: Nach dem Konzert
Massage, essen, ab ins Bett

Rockstar meidet Partys und Hotelbars und wird vom Personal Trainer
„gequält“ – „Als Heilsbringer tauge ich nicht“ – Autobiografie „erst
in einem sehr hohen Alter“

Osnabrück.- Rockstar Marius Müller-Westernhagen (67) zollt dem
Alter Tribut und achtet während seiner Tourneen penibel auf einen
gesunden Lebenswandel: „Wenn ich auf Tournee bin, zählen für mich nur
diese zweieinhalb Stunden am Abend auf der Bühne,“ sagte der
67-Jährige der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstag). „Danach werde
ich massiert, ich esse noch was, und dann geht–s ins Bett. Ich muss
nicht noch Party machen oder an der Hotelbar rumhängen. Das kann ich
nicht, das würde ich nicht schaffen,“ fügte Müller-Westernhagen
hinzu.

Um die Strapazen solcher Konzertreisen zu bewältigen, arbeitet der
67-Jährige mit einem Personal Trainer zusammen, der „mich ganz schön
quält. Ich finde es wichtig, dass die Leute eine gewisse Kraft
spüren, die von mir ausgeht – und dafür muss ich sehr hart
trainieren.“ Immerhin – das Ergebnis stellt ihn zufrieden: „Mich
erschreckt es immer, wenn mir jemand sagt, wie alt ich bin, weil mir
das gar nicht bewusst ist. Ich bin dankbar dafür, wie ich mich fühle
und wie fit ich bin. Das hat sicher mit der Lebensweise zu tun, aber
auch mit den Genen.“ Jedes Alter habe seine Vor- und Nachteile.

Zu den Vorteilen zählt Müller-Westernhagen, „dass ich weniger
selbstbezogen bin und anfange, die Dinge klarer zu sehen, die mich
glücklich oder unglücklich machen. Und ich hoffe, die Weisheit zu
besitzen, etwas zu ändern, wenn ich erkenne, dass es mich unglücklich
macht.“ Deshalb werde er auch in Zukunft nicht mehr in Fußballstadien
spielen: „1999 habe ich ja ganz radikal beschlossen, keine Stadien
mehr zu spielen. Ich sah keine Entwicklung mehr, es konnte alles nur
noch immer größer werden, dafür ging es immer mehr vom Inhalt weg,
während Image und Verpackung immer wichtiger wurden. In meinem Fall
wurde auch die Bewunderung gefährlich, diese Rolle konnte und wollte
ich nicht erfüllen.“

Teilweise seien ihm damals Kinder auf die Bühne hochgereicht
worden – „wie dem Papst – oder wie einem Diktator. Das bin ich aber
nicht. Ich bin nur einer, der Songs schreibt, sie produziert und
aufführt. Als Heilsbringer tauge ich nicht.“

Seine Memoiren will Westernhagen auf absehbare Zeit nicht
schreiben – auch wenn er zwei Jahre älter ist als Thomas Gottschalk:
„Es gibt im Musikerbereich ein paar, die ganz hervorragend sind wie
die von Miles Davis, Keith Richards und Pete Townshend. Aber es gibt
auch eine Menge furchtbar schlechte. Wenn ich mich dazu entschließen
könnte, dann wäre das erst in einem sehr hohen Alter mit einem
gewissen Abstand zu dem, was ich getan habe.“

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

veröffentlicht von am 27. Jun 2015. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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