Neue OZ: Kommentar zu Kultur / Film / Oscars





Was hat Michelle Obama bei den Oscars zu suchen?

Für den Oscar für den Besten Film hatte sich die Academy of Motion
Picture Arts and Sciences in diesem Jahr etwas besonders Feierliches
ausgedacht: Den Umschlag mit dem Preisträger öffnete per
Video-Schalte Michelle Obama. Hinter ihr: prächtige
Uniformträger.Schon mit dem Preisträger „Argo“ ist die Geste zu einem
fragwürdigen Statement geworden: Ben Affleck erzählt von einem
kleinen Trupp amerikanischer Agenten, die den Iran auf dem eigenen
Boden austricksen. Die Frau des Präsidenten präsentiert eine
Siegergeschichte der US-Geheimdienste. Naja.

Noch peinlicher wäre es allerdings gewesen, wenn stattdessen „Zero
Dark Thirty“ gewonnen hätte. Auch das mussten die Organisatoren
einplanen. Der Film rechtfertigt die Folter als Mittel der
Terrorbekämpfung und reinszeniert als Action-Sequenz die Erschießung
Osama bin Ladens, die der Präsident Obama angeordnet hat. Wäre der
Oscar an Kathryn Bigelow gegangen, dann hätte die First Lady mit der
Regisseurin gleich auch noch mal dem eigenen Mann gratulieren können.
Die Academy legt wert darauf, mit der Oscar-Nacht eine unpolitische
Veranstaltung zu organisieren. Wie heuchlerisch dieser Anspruch ist,
war diesmal wieder wunderbar zu sehen.

Daniel Benedict

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

veröffentlicht von am 25. Feb 2013. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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