NDR: Verschlechterung des Angebots von Kabel Deutschland „unnötig und unverständlich“





Als „ebenso unnötig wie unverständlich“ hat NDR
Intendant Lutz Marmor die angekündigte Verschlechterung des Angebots
durch Kabel Deutschland (KD) bezeichnet. Der börsennotierte
Kabelnetzbetreiber hat begonnen, einzelne Dritte Programme aus seinem
Angebot auszuspeisen. Betroffen sind u. a. die Regionalmagazine im
NDR Fernsehen: Bisher waren z. B. in Hamburg auch die Sendungen für
Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern via
KD-Kabel zu empfangen – damit soll ab 12. Februar offenbar Schluss
sein. Gleiches gilt auch für Menschen, die im Hamburger Umland wohnen
und dort künftig das „Hamburg Journal“ wohl nicht mehr über KD-Kabel
sehen können. Außerdem hat KD angekündigt, einseitig die bislang gute
technische Qualität der digital übertragenen öffentlich-rechtlichen
Programme im Kabel zu reduzieren.

NDR Intendant Lutz Marmor: „Das ist wenig kundenfreundlich! Hier
sollen die Zuschauerinnen und Zuschauer ohne Not in einen
Rechtsstreit hineingezogen werden. Vor dem Hintergrund, dass die ARD
mit Kabel Deutschland in Gesprächen über eine Lösung des Konflikts
ist, erscheint der Schritt umso unverständlicher. Die Kunden haben
schließlich auch alternative Empfangsmöglichkeiten wie Satellit,
DVB-T und Fernsehen via Internet sowie mancherorts auch
konkurrierende Kabelanbieter.“

Hintergrund der Ausspeisung durch Kabel Deutschland ist ein
Rechtsstreit mit ARD und ZDF. Die Sender hatten schon vor Jahren
angekündigt, nicht mehr länger für die Verbreitung ihrer Programme an
die großen Kabelfirmen zahlen zu wollen. Wichtigstes Argument: Die
Netzbetreiber erhalten bereits von ihren Kunden ein Nutzungsentgelt,
das z. B. für KD-Einzelkunden mindestens 18,90 Euro beträgt. Auf
diese Weise kassieren die großen Kabelnetzbetreiber doppelt – was in
anderen europäischen Ländern aus gutem Grund völlig unüblich ist:
Schließlich wird das Kabelfernsehen erst durch Programminhalte für
Verbraucher überhaupt attraktiv. So sieht es auch die Kommission zur
Ermittlung des Finanzbedarfs der öffentlich-rechtlichen
Rundfunkanstalten (KEF). Sie hat die Sender aufgefordert, die
Zahlungen an die Netzbetreiber einzustellen. Wie schon vor langer
Zeit angekündigt, setzen ARD und ZDF diese KEF-Vorgabe seit
Jahresbeginn 2013 mit Auslaufen der bisherigen Einspeiseverträge mit
Kabel Deutschland um.

NDR Intendant Marmor appelliert an Kabel Deutschland, die
angekündigten Maßnahmen zu überdenken bzw. rückgängig zu machen. „Wir
stellen Kabel Deutschland wie allen anderen Netzbetreibern unsere
Programme nach wie vor in bester technischer Qualität zur Verfügung.
Kabel Deutschland sollte sie im Interesse ihrer Kunden vollständig
einspeisen.“

Pressekontakt:
Norddeutscher Rundfunk
Presse und Information
Tel.: 040/4156-2300

veröffentlicht von am 12. Feb 2013. gespeichert unter Fernsehen, Medien/Unterhaltung. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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