NDR das neue werk mit innovativem Programm 2015/16 – Anders Hillborg Composer in Residence





In der kommenden Spielzeit beschreitet die
traditionsreiche Konzertreihe NDR das neue werk neue Wege: Innovative
Programmformate, starke Kooperationen, eine neue Konzertreihe sowie
zahlreiche Premieren und Debüts prägen die nächste Spielzeit.
Erstmals präsentiert der NDR in der Saison 2015/16 einen Composer in
Residence: den in Deutschland noch viel zu wenig bekannten Schweden
Anders Hillborg. Außerdem steigt NDR das neue werk mit zwei großen
Projekten als Partner in das Hamburger Neue-Musik-Festival „Greatest
Hits“ auf Kampnagel ein und startet im resonanzraum St. Pauli
(Hochbunker Feldstraße) die neue Konzertreihe „Toxic Tunes“ für
Elektronisches und Multimediales. Im Verlauf der Saison stehen bei
NDR das neue werk außerdem Orchesterwerke, Kammermusik und
Performances von Avantgarde-Größen wie Lachenmann, Ligeti, Schnebel
und Aperghis, Uraufführungen selten gespielter Komponisten wie
Schulhoff sowie eine Begegnung von Renaissance und Gegenwart auf dem
Programm. International renommierte Künstler und Ensembles wie die
deutsche Geigerin Carolin Widmann, der französische Pianist Florent
Boffard, das New Yorker Jack Quartet, die Musikfabrik Köln und das
französische Quatuor Diotima werden im Verlauf der Saison zu hören
sein.

Anders Hillborg, Composer in Residence des NDR 2015/16

Anders Hillborg studierte Kontrapunkt, Komposition und
elektronische Musik an der Musikhochschule seiner Heimatstadt
Stockholm. Von Brian Ferneyhough, aber auch von Karlheinz Stockhausen
bekam er wichtige Impulse für seine Kompositionsarbeit. Hillborg
schrieb Werke für Sinfonieorchester, Chor, Kammermusik, Film- und
Popmusik. Heute ist er mit seinen Werken an Musikstätten in der
ganzen Welt präsent, von den Metropolen in Mitteleuropa bis zu den
wichtigen Festivals in Skandinavien, von den USA bis Fernost. Zu den
Dirigenten, die bereits mehrfach seine Orchesterwerke dirigierten,
gehören herausragende Orchesterleiter wie Esa-Pekka Salonen, Alan
Gilbert, Gustavo Dudamel, Yannick Nézet-Seguin, Michael Gielen,
Sakari Oramo und Leif Segerstam. Ende 2014 wurde ihm und seiner Musik
in Stockholm ein mehrtägiges Festival ausgerichtet, an dem u. a. auch
Salonen und Oramo beteiligt waren.

Hillborgs Musik, farbenreich, klanggewaltig und immer
überraschend, wird in Hamburg quer durch alle Gattungen und Spielorte
zu hören sein – in der Laeiszhalle, auf Kampnagel, im Rahmen eines
Kirchenkonzerts mit Chor und im Bucerius Kunst Forum. Sowohl NDR
Sinfonieorchester, NDR Radiophilharmonie und NDR Chor als auch ein
Kammerensemble des Orchesters werden an den Aufführungen, die u. a.
gleich fünf Orchesterwerke Hillborgs und ein Auftragswerk des NDR
Sinfonieorchesters umfassen, beteiligt sein. Hillborg selbst wird
natürlich mit allen Ensembles intensiv bei den Proben
zusammenarbeiten und dem Publikum bei Werkstattgesprächen und
Einführungen Rede und Antwort stehen. Den Beginn der Serie setzen
zwei Konzerte des NDR Sinfonieorchesters unter Esa-Pekka Salonen im
Oktober 2015 in der Laeiszhalle, in denen Hillborgs Orchesterstück
„Eleven Gates“ auf dem Programm steht.

Die Konzerte von NDR das neue werk

Der NDR steigt ab 2015 als dritter gewichtiger Partner neben den
Elbphilharmoniekonzerten und Kampnagel in das Festival „Greatest
Hits“ ein. Schwerpunkt des Festivals werden die Werke des kanadischen
Komponisten Claude Vivier sein. Zum Auftakt dirigiert Matthias
Pintscher erstmals in Hamburg Viviers von Hermann Hesse inspiriertes
Orchester-Hauptwerk „Siddhartha“, kombiniert mit einem Werk des
Schweizer Komponisten Michael Jarrell (19.11., Kampnagel). In
Kooperation mit dem NDR finden die Aufführungen des Tanztheaters
„Claude Vivier – Enlightened Child“ statt, welche das
Bundesjugendballett Hamburg und das Ensemble Resonanz zum ersten Mal
auf eine gemeinsame Bühne bringen. Das Ballettensemble tanzt die
Premiere einer eigens für das Festival kreierten Choreographie der
jungen slowakischen Choreographin Natalia Horecna (21./22.11.,
Kampnagel).

Im Dezember eröffnet die neue Konzertreihe „Toxic Tunes“ im
resonanzraum St. Pauli – eine der wichtigen Locations für Programme
abseits des Mainstreams. Die Szene des Zeitgenössischen hat sich in
den vergangenen Jahren auf beinah ungeahnte Weise ins Offene
entwickelt, und mit verstärktem Einsatz von Elektronik, Performance
und der Einbeziehung von aktueller Videokunst sollen hier auf
vielfältige Weise neue Formate erprobt werden (Start: 1.12.,
resonanzraum St. Pauli, Hochbunker Feldstraße). Geplant sind vier
Konzerte pro Saison, die in Kooperation mit NDR Jazz und Ensemble
Resonanz stattfinden.

Zwei Konzertabende im Februar 2015 widmen sich der Musik von
Helmut Lachenmann. Im Orchesterkonzert steht „Ausklang – Musik für
Klavier mit Orchester“ im Mittelpunkt, ein Werk, in das der Komponist
im Wechselspiel mit Dirigent und Orchester persönlich einführen wird.
Der zweite Abend auf Kampnagel bringt eine Gesamtaufführung der
Streichquartette Helmut Lachenmanns mit dem amerikanischen Jack
Quartet – Werke, die eindrücklich die Vielfalt und Entwicklung in
Lachenmanns Klangsprache dokumentieren -, sowie das surreal-virtuose
Kammerspiel „Got lost“ (13./14.02.2016, Hamburg, Kampnagel).

Erwin Schulhoff (1894-1942) machte ernst mit der Verbindung von
Kunst und Revolution: Der Prager Komponist schockierte das
bürgerliche Musikleben seiner Zeit mit Jazz-Fantasien und freimütigem
musikalischen Dadaismus. Bis heute sind noch immer nicht alle Werke
Schulhoffs veröffentlicht worden, und im Rahmen des Internationalen
Musikfests können nun auf Initiative von NDR das neue werk zwei
seiner fast vergessenen, aber hochambitionierten Lieder-Zyklen
uraufgeführt werden (29.04.2016, Laeiszhalle, Kleiner Saal).

Ein Kooperationskonzert von NDR das neue werk und NDR Das Alte
Werk konfrontiert eine Deutsche Erstaufführung von Salvatore
Sciarrino mit Chorwerken aus der Renaissance; Interpreten sind das
Bl!ndman Saxophone Ensemble gemeinsam mit dem Collegium Vocale Gent
(St. Johannis, 01.05.2016).

Das Quatuor Diotima debütiert ebenfalls im Mai 2016 bei NDR das
neue werk. Begleitet von der Sopranistin Sarah Maria Sun präsentiert
es Werke von Posadas, Strasnoy und Hosokawa. Im Zentrum des
nachfolgenden Soloauftritts von Sun steht eine Uraufführung von
Dieter Schnebel: Der Meister der komponierten Stimm-Performance
widmet sich in seinem neuen, vom NDR in Auftrag gegebenen Werk einem
Zentralstück der literarischen Moderne, dem Schlussmonolog der Molly
aus dem „Ulysses“ von James Joyce (18.5.2016, Resonanzraum).

Den Abschluss der Saison bildet ein Konzert aus Anlass von György
Ligetis 10. Todestag am 12. Juni 2016. Das Ensemble Musikfabrik aus
Köln hat für diesen Tag ein Programm rund um das Spiel mit Sprache,
Sinn und Unsinn komponiert – und konfrontiert eigens für dieses
Konzert Ligetis in den 60er-Jahren im NDR uraufgeführten
„Aventures“-Zyklus mit neuen Werken des griechischen Komponisten
Georges Aperghis, mit dem die Kölner Truppe schon seit langem
intensiv zusammenarbeitet. Aperghis selbst wird in diesem Konzert in
seine eigenen Werke, aber auch in die seines Komponistenkollegen
einführen (12.06.2016, Rolf-Liebermann-Studio).

Weitere Informationen: www.NDR.de/dasneuewerk

Ein Bild von Anders Hillborg finden Journalisten unter
www.ARD-foto.de

Pressekontakt:
Norddeutscher Rundfunk
Presse und Information
Ralph Coleman
Tel: 040-4156-2302

http://www.ndr.de
https://twitter.com/ndr

veröffentlicht von am 2. Jul 2015. gespeichert unter Musik. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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