„Monumente der Moderne: Der Bosporus-Tunnel“ / ZDFinfo-Dokuüber den Bau des Bahn-Tunnels zwischen dem europäischen und asiatischen Teil Istanbuls (FOTO)





Istanbul hat erneut ein Großprojekt in Angriff genommen: Bis 2020
soll ein zusätzlicher Straßen- und U-Bahn-Tunnel unter dem Bosporus
gebaut werden, der die europäische mit der asiatischen Seite
verbindet. Seit 20 Monaten verbindet bereits ein Bahn-Tunnel tief
unter dem Bosporus die beiden Kontinente. Wie dieses Mega-Bauwerk
entstand, schildert die Dokumentation „Monumente der Moderne – Der
Bosporus-Tunnel“, die ZDFinfo erstmals am Sonntag, 2. August 2015,
11.15 Uhr, präsentiert (weitere Sendetermine: Samstag, 8. August
2015, 11.15 Uhr, Montag, 24. August 2015, 18.30 Uhr).

Die Millionenstadt Istanbul stand bereits zur Jahrtausendwende
kurz vor dem Verkehrsinfarkt – der damals geplante Tunnel unter dem
Bosporus sollte Abhilfe schaffen. Baustart war 2004, Ende 2013 wurde
der Tunnel von Präsident Erdogan offiziell eröffnet. Der durchgehende
Zugverkehr sollte ab Juni 2015 starten. Über einen Zeitraum von acht
Jahren dokumentierten die Filmemacher Julia Zipfel und Wolfram Giese,
wie in einer der erdbebenreichsten Regionen der Welt ein Mega-Bauwerk
entstand – und warum bis heute trotzdem nur eine einzige U-Bahnlinie
in Betrieb genommen wurde.

Der Tunnel gilt als ein Meisterwerk der Technik. Hauptgrund: Er
wurde so konstruiert, dass er auch im Falle starker Erdbeben und
Tsunamis noch Sicherheit bietet. Modernste Ingenieurstechniken kamen
zum Einsatz, nicht nur bei den Sicherheitsvorkehrungen, sondern schon
beim Bau der Tunnelröhren. Der Abschnitt unter der reißenden Strömung
des Bosporus wurde aus vorgefertigten Betonelementen zusammengesetzt
und von japanischen Spezialschiffen verlegt. Die hoch riskanten
Ablassaktionen von fünfzehn 30 000 Tonnen schweren Betonröhren in der
starken Strömung auf den Boden des Bosporus sind wahre
Meisterleistungen der Ingenieurskunst. Bis die letzten Bauarbeiten
abgeschlossen waren, vergingen weitere fünf Jahre. Nahezu unsichtbar
entstand für geschätzte 2,5 Milliarden Euro eines der
faszinierendsten Bauwerke der vergangenen Jahrzehnte. Inzwischen
verkehrt eine U-Bahn-Linie regelmäßig durch den Tunnel. Allerdings
ist er derzeit weder auf europäischer noch auf asiatischer Seite mit
dem restlichen Eisenbahnnetz verbunden – die Vollendung des
ehrgeizigen Plans stagniert.

Die Dokumentation „Monumente der Moderne – Der Bosporus-Tunnel“
berichtet auch über die Erdbebengefahr in Istanbul und die besonders
gefährlichen Strömungen in der Meerenge. Der Film zeigt zudem, wie
der Tunnelbau das Leben vieler Menschen dort verändert hat.

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veröffentlicht von am 31. Jul 2015. gespeichert unter Allgemein, Fernsehen, Sonstige. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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