Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zu Gentests, Autorin: Marianne Sperb





Wenn sich zwei Menschen sympathisch sind, sagt
man: „Die Chemie stimmt.“ Wenn sich zwei nicht mögen, heißt es: „Die
können sich nicht riechen.“ In beiden Fällen spielt Sprache auf einen
wissenschaftlichen Kern an: Liebe geht durch die Nase. Menschen
erkennen am Geruch, wie gut das Erbgut des Gegenübers das eigene
ergänzt. Professionelle Anbieter nützen die Möglichkeit, aus Gentest
Erkenntnisse zu filtern, wer mit wem kann, welcher Sport zu wem
passt, welches Essen wem guttut. Die Tests kann man machen – kann man
aber auch getrost sein lassen. Denn der Erfolg des Geschäftsmodells
sagt vor allem eines: Die Gesellschaft verlernt, auf Hirn, Bauch und
Herz zu hören. Laufen oder Schwimmen, Suppe oder Schokolade, Typ A
oder Typ B als Partner: Für die Entscheidung solcher Fragen brauchen
wir keine Labor-Untersuchungen. Wer Gentests wirklich braucht, sind
die Anbieter. Am Ende stimmt dann vielleicht nicht die Chemie mit dem
wissenschaftlich ausgesuchten Menschen – aber die Kasse.

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veröffentlicht von am 20. Nov 2017. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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