MDR: Landwirte werden nur alle 17 Jahre kontrolliert





Folgender Text ist bei exakter Quellenangabe MDR
freigegeben:

Nur sechs Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe in
Mitteldeutschland werden jährlich wegen der Anwendung von
Pflanzenschutzmitteln kontrolliert. Nach Recherchen des MDR-Magazins
„exakt“ müssen Landwirte, Obstbauern oder Winzer im Durchschnitt nur
alle 17 Jahre mit einer Kontrolle rechnen. Noch seltener sind
unangekündigte Kontrollen vor Ort auf den Äckern, wenn Landwirte
Pflanzenschutzmittel ausbringen – sogenannte Anwendungskontrollen. In
Sachsen-Anhalt gab es demnach im vergangenen Jahr 120 sogenannte
Anwendungskontrollen bei 4300 Agrarbetrieben, in Sachsen 194 bei 6300
Betrieben und in Thüringen 157 bei 3600. Das sind lediglich drei
Prozent der Landwirte, in Thüringen vier Prozent.

Die Vorsitzende des Umweltausschusses im Bundestag, Bärbel Höhn
(B–90/Die Grünen), hat die geringe Anzahl der Kontrollen kritisiert.
„Wir haben in den letzten 20 Jahren erlebt, dass die
Kontrollverwaltung, die Umweltverwaltung massiv zurückgefahren oder
kommunalisiert worden ist, so dass diese Kontrollverwaltung
letztendlich den wachsenden Ansprüchen im Verbraucherschutz nicht
mehr standhält“, sagte die Abgeordnete MDR-exakt. Laut Höhn könnten
geschwächte Umweltverwaltungen Skandale im Umweltschutzbereich nicht
verhindern.

Das zuständige Landesamt in Sachsen-Anhalt hat hingegen seine
Arbeit als ausreichend eingeschätzt. „Der Landwirt ist kein Gangster,
der irgendwas in der Natur kaputt machen möchte, sondern er geht
wirklich sorgsam mit Pflanzenschutzmitteln um“, sagte Frank Tessner
von der Landesanstalt für Landwirtschaft Sachsen-Anhalt MDR-exakt.
Nur bei fünf bis zehn Prozent der Kontrollen würden
Unregelmäßigkeiten festgestellt werden.

Die sächsischen Kollegen deckten im vergangenen Jahr auf, dass
mehrere Winzer ein verbotenes Pflanzenschutzmittel auf die Reben
sprühten. Das Mittel wurde in Meißner Wein nachgewiesen.

Das MDR-Magazin „exakt“ beschäftigt sich am Mittwoch um 20.15 Uhr
mit dem Thema.

Mehr dazu auch unter www.mdr.de/investigativ.

Pressekontakt:
MDR, Presse und Information, Susanne Odenthal,
Tel.: (0341) 3 00 64 57, E-Mail: presse@mdr.de, Twitter: @MDRpresse

Original-Content von: MDR Mitteldeutscher Rundfunk, übermittelt durch news aktuell

veröffentlicht von am 27. Sep 2017. gespeichert unter Fernsehen. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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