„Maischberger“ am Mittwoch, 8. November 2017, um 21.45 Uhr im Rahmen des Themenabends „Sexuelle Nötigung, Lügen, Vorurteile“





Das Thema:

„Sexuelle Nötigung, Lügen, Vorurteile – Männer unter
Generalverdacht?“

Im Fernsehfilm „Meine fremde Freundin“(NDR) kommt ein Mann wegen
des erfundenen Vergewaltigungsvorwurfs einer Kollegin zu Unrecht ins
Gefängnis. Wie kann es in der Realität zu solchen Fehlurteilen
kommen? Warum tun sich Gerichte bei Fällen sexueller Gewalt häufig
schwer mit der Wahrheitsfindung? Aktuell haben die Enthüllungen über
Harvey Weinstein weltweit eine Sexismusdebatte ausgelöst, die weit
über die Ermittlungen gegen den Hollywood-Produzenten wegen
Vergewaltigung hinausgeht. Wann beginnt Sexismus – tatsächlich erst,
wenn eine Handlung strafbar ist? Ist es von sexueller Belästigung
nicht weit zu sexueller Gewalt?

Die Gäste:

Hannes Jaenicke (Schauspieler) Marlene Lufen (Fernsehmoderatorin)
Anja Keinath (ehemalige Frauenbeauftragte) Gisela Friedrichsen
(Gerichtsreporterin) Teresa Bücker (Netzaktivistin und Feministin)

Hannes Jaenicke

Zu seiner Rolle als „Büro-Macho“ im Film „Meine fremde Freundin“
musste der Schauspieler überredet werden: „Das eigentliche Thema ist
doch, dass sich tausende vergewaltigter Frauen aus Angst und Scham
oft nicht trauen, sexuelle Straftaten anzuzeigen – aus Scham, das
Geschehene öffentlich auszubreiten, und Angst, vor Gericht filetiert
zu werden.“ Falschbeschuldigungen kämen kaum vor, glaubt der TV-Star.
Hannes Jaenicke, der auch in Los Angeles lebt, hat die Enthüllungen
über Harvey Weinstein aufmerksam verfolgt: „Auch in der deutschen
Filmbranche gibt es Sexismus wie in den 50er Jahren.“

Marlene Lufen

„Sexuelle Gewalt kommt in unserer Gesellschaft in allen Bereichen
vor“, sagt die Sat1-Moderatorin. Als 19jährige Studentin wurde sie
selbst Opfer eines sexuellen Übergriffs. Im letzten Jahr drehte sie
eine Reportage über vergewaltigte Frauen. In den allermeisten Fällen
trauten sich die betroffenen Frauen nicht darüber zu sprechen. „Und
wenn sie es tun, werden sie angezweifelt, verunglimpft und mit
Schmutz beworfen – das ist das Schlimmste“, beklagt Marlene Lufen.
Der Alltags-Sexismus sei ein nicht zu unterschätzendes Problem, denn
Sexismus diene als Nährboden für sexuelle Nötigung und
Vergewaltigung.

Anja Keinath

Der Fall sorgte 2002 bundesweit für Aufsehen: Ähnlich wie im Film
„Meine fremde Freundin“ wurde der Lehrer Horst Arnold aufgrund eines
erfundenen Vergewaltigungsvorwurfs zu fünf Jahren Haft verurteilt.
Anja Keinath, damals Frauenbeauftragte, hatte im ersten Prozess noch
das vermeintliche Opfer unterstützt. Nachdem sie aber herausfand,
dass es sich um eine Lüge handeln musste, kämpfte sie für die
Wiederaufnahme des Falls und sorgte so für die Rehabilitierung
Arnolds. „Ich wurde mehrfach gewarnt, mich auf die Seite eines
rechtmäßig verurteilten Sexualstraftäters zu stellen. Aber ich musste
es tun“, sagt die pensionierte Gymnasiallehrerin.

Gisela Friedrichsen

„Jeder kann Opfer von falschen Bezichtigungen werden“, warnt die
„Welt“-Autorin. Umso schlimmer sei es, dass nach einem Fehlurteil das
Leben komplett ruiniert sei, selbst wenn die Justiz am Ende das
Urteil wieder revidieren würde. „Horst Arnold, der fünf Jahre lang
unschuldig im Gefängnis saß, erlebte den Freispruch als gebrochener
Mann“, berichtet die renommierte Gerichtsreporterin. Die Debatte um
Sexismus dagegen hält Friedrichsen für weniger dramatisch: „Wenn
jemand einem die Hand aufs Knie legt oder eine blöde Bemerkung macht,
dann kann man sich als erwachsene Frau auch wehren.“

Teresa Bücker

Die Journalistin hält die aktuelle Diskussion über Sexismus für
dringend notwendig: „Viele Frauen werden wiederholt sexuell
belästigt; es passiert häufig in Machtverhältnissen und ist eine
professionelle Herabwürdigung. Man wird nicht als Kollegin
wahrgenommen, sondern es gibt immer eine sexuelle Komponente“, sagt
die Feministin. Die Chefredakteurin des Frauenmagazins „Edition F“
kritisiert zudem die Verharmlosung des Problems durch Männer. „Es
wundert mich, dass so wenige Männer ihren Anteil daran erkennen. Sie
sollten dazu beitragen, dass sich das gesellschaftliche Klima ändert
und sexuelle Belästigung aufhört.“

Maischberger“ ist eine Gemeinschaftsproduktion der ARD,
hergestellt vom WDR in Zusammenarbeit mit der Vincent TV GmbH.
„Maischberger“ im Internet unter www.DasErste.de/maischberger
Redaktion: Elke Maar (WDR)

Pressekontakt:
Agnes Toellner, Presse und Information Das Erste,
Tel: 089/5900 23876, E-Mail: agnes.toellner@DasErste.de
Felix Neunzerling, ZOOM MEDIENFABRIK GmbH,
Tel.: 030/3150 6868, E-Mail: FN@zoommedienfabrik.de

Original-Content von: ARD Das Erste, übermittelt durch news aktuell

veröffentlicht von am 7. Nov 2017. gespeichert unter Allgemein, Fernsehen. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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